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Channel-Kompass 2018

Systemhaussorgen - IT-Experten, wo seid Ihr?

Matthias Zacher ist Senior Consultant bei IDC.
Der Fachkräftemangel macht den Systemhäusern schon seit über sechs Jahre zu schaffen, nun spitzt sich die Lage am Arbeitsmarkt noch mehr zu.

Auf die Frage in der diesjährigen Systemhausumfrage, wo der Schuh am stärksten drückt gibt es eine mehr als eindeutige Antwort: Es ist der Fachkräftemangel. Das ist an sich keine neue Erkenntnis. Aber der Druck steigt weiter an.

2016 benannten 64 Prozent der Systemhäuser den Fachkräftemangel als größte Sorge. Im vergangenen Jahr kletterte der Wert auf 82 Prozent. Aktuell fehlen 85 Prozent der befragten Systemhäuser die benötigten Experten. Der Abstand zur zweithäufigsten Sorge – schlechte Marge/schlechte Ertragslage/hohe Kosten – beläuft sich auf fast 60 Prozentpunkte. Das ist eine riesige Lücke.

Der Fachkräftemangel ist einerseits ein Beleg für volle Auftragsbücher. Das ist für alle von uns eine sehr gute Nachricht. In viel stärkerem Maße spiegeln die fehlenden Experten aber die kürzeren technologischen Innovationszyklen, die wachsenden Anforderungen an die Fähigkeiten und das Portfolio vieler Häuser wider.

Oder anders ausgedrückt: Viele Systemhäuser befinden sich nach wie vor inmitten eines Veränderungsprozesses hin zu neuen Themen und Geschäftsmodellen. Gar keine Frage: Viele Systemhäuser sind hier bereits erste Schritte gegangen. Vor allem die großen unter ihnen haben notwendige Veränderungen frühzeitig eingeleitet, entweder durch die Schaffung spezieller Einheiten und Geschäftsbereiche, durch eine grundlegende Refokussierung oder schlichtweg durch Zukäufe. Am Ende der Reise ist aber noch niemand angekommen. Dafür dreht sich das Innovationsrad viel zu schnell.

Mittelgroße Systemhäuser haben es ein Stück weit schwerer. Es dauert seine Zeit, die Mitarbeiter fit zu machen bei neuen technologischen Ansätzen und den Produkten der Hersteller. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Genauso wichtig sind die richtigen Vertriebsmitarbeiter. Systemhäuser werden nur dann bestehen, wenn sie ihre Geschäftsmodelle und ihren Marktangang viel stärker als bisher von den Geschäftsmodellen der Kunden her denken.

Der Fachkräftemangel macht den Systemhäusern schon seit über sechs Jahre zu schaffen, nun spitzt sich die Lage am Arbeitsmarkt noch mehr zu.
Der Fachkräftemangel macht den Systemhäusern schon seit über sechs Jahre zu schaffen, nun spitzt sich die Lage am Arbeitsmarkt noch mehr zu.
Foto: ChannelPartner

Somit wäre es fatal, den Fachkräftemangel nur auf IT-Spezialisten zu beschränken. Denn neben der bereits genannten Sorge „schlechte Marge/schlechte Ertragslage/hohe Kosten“ (26 Prozent) erfordern auch die weiteren Herausforderungen „zunehmender Wettbewerbsdruck durch Direktgeschäft der Hersteller“ (23 Prozent), „veränderte Organisations- und Führungsmodelle“ (18 Prozent) und „Umbau unseres Geschäftsmodells“ (18 Prozent) sehr klar neues bzw. erweitertes Fachwissen und in vielen Fällen auch zusätzliche Fachleute. Das bleibt auch weiterhin eine Herausforderung.

Vor allem bei den Trendthemen sind die Experten rar und damit teuer. Die Lösungsansätze sind überschaubar: die Abwerbung von Fachleuten von den Wettbewerbern, eine projektbezogene Zusammenarbeit mit anderen Systemhäusern und Beratern oder die eigene Ausbildung bzw. Qualifizierung von Spezialisten.

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