Tiptel AG

03.06.1998

RATINGEN: Die Tiptel AG, Ratingen, hat mit sofortiger Wirkung die Produktbereiche schnurlose Telefone, ISDN-Systeme und Computerkommunikation von der Hagenuk Telecom GmbH, Kiel, übernommen. Hagenuk hatte wegen Liquiditätsproblemen Anfang Dezember 1997 den Vergleichsantrag gestellt. 552 Arbeitsplätze des Unternehmens bleiben bei der Übernahme erhalten. Einen Kaufpreis nannte die Ratinger Geschäftsführung nicht. Wie Tiptel-Vorstandsvorsitzender Erhard Schäfer gegenüber dem "Handelsblatt" erklärte, handelt es sich um einen reinen "asset-deal": Das heißt, Tiptel übernimmt nur Vorräte, Maschinen und die Patente aus dem am 1. März eingeleiteten Anschlußkonkurs der Hagenuk GmbH. Schäfer rechnet zur Fortführung der übernommenen Hagenuk GmbH mit einem Kapitalbedarf von 75 Millionen Mark.Den Kauf der Produktionsbereiche begründete Schäfer mit dem Hinweis, daß Tiptel bisher Anbieter von drahtgebundenen Telekommunikations-produkten gewesen sei. Hagenuk habe dagegen mobile Produkte als Schwerpunkt - und hier würden in Zukunft die größten Wachstumsraten erwartet.

Ähnliches gilt für den Vertrieb der beiden Unternehmen. Auch hier gebe es kaum Überschneidungen, so Schäfer. Tiptel arbeitet fachhandelsorientiert, während Hagenuk über gute Kontake zu in- und ausländischen Netzanbietern verfügt.

Nicht übernommen wird von Tiptel der Hagenuk-Bereich digitale Handys mit 450 Mitarbeitern: Darunter fallen die Betriebsstätte in Berlin mit knapp 300 Beschäftigten und das Entwicklungszentrum in Dänemark mit 90 Arbeitsplätzen. Weitere 200 Stellen könnten gerettet werden, wenn der italienische Interessent, Telital, den Hagenuk-Bereich für Mobilfunk kauft. (ch)

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