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21.08.2017 - 

Die CP-Querschläger-Kolumne

Überstürzte Digitale Transformation?

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Digitalisierung soll zuerst Menschen nutzen, danach erst Unternehmen, aber keinesfalls staatlichen oder professionellen Wirtschaftsspionen, so klar artikuliert der CP-Querschläger seine Forderung an die IT-Industrie.

Die PR-Maschinerie hinter Big Data und der Vercloudung leistet ganze Arbeit. Auf einen kritischen Bericht über die Gefahren der Digitalisierung folgen gefühlte hundert, die mit mehr Profit, angeblichen Chancen und Personalersparnis argumentieren. Während die eine Seite Fremdbestimmung und Abhängigkeit anmahnt, warnt die andere den Anschluss an das Digitale Zeitalter zu verlieren.

Die Gewinner stehen bereits fest: Es sind die großen Anbieter dieser Technologie. Als Verlierer machen Google, Amazon, Microsoft und Co. die "Bremser" fest. Mit dem Begriff "German Angst" werden Sicherheitsbedenken lächerlich gemacht und autarke Client-/Server-Systeme oder Datenschutzgarantien als Handelshemmnisse deklariert. Da wird dann auch mal von Anbieterseite den hausinternen Spezialisten die Kompetenz abgesprochen oder gleich das Outsourcing der IT empfohlen, um die vermeintlichen "Bremser" loszuwerden.

Ohne Hintergrundwissen und mit geschönten Zahlen über Effizienzen, ROI und sonstigen Vorteilen, geben viele Manager den Schlüssel zu ihrem Unternehmen in fremde Hände. Das Vertrauen in die Provider steht dabei in keinem Verhältnis zu den Kontrollmöglichkeiten des Kunden. Zu wenige wissen, dass Safe Harbour, dessen Name Schall und Rauch ist, gültig bleibt bis sein nicht minder löchriger Nachfolger in Kraft tritt. Auch der Patriot Act, der US-Unternehmen samt ihren europäischen Töchtern zu Auskunft oder Zugriff durch die US-Regierung verpflichtet, ist noch immer Gesetz.

Eine Kontrolle, ob tatsächlich Daten abfließen oder gar ganze Server geklont und im Irgendwo durchforstet werden, ist für den Kunden kaum möglich. Und selbst wenn, wie erfolgreich könnte eine Klage sein? Und gegen wen? Für eine Umkehr fehlen Alternativen.

Wer sind die wahren Verlierer, wenn sämtliche Datenflüsse von einer Handvoll Anbieter bestimmt werden? Sicher ist nur: Das Leben selbst bleibt analog - oder es ist keines mehr.

Digitalisierung soll zuerst Menschen nutzen und danach erst Unternehmen.
Digitalisierung soll zuerst Menschen nutzen und danach erst Unternehmen.
Foto: Willyam Bradberry - shutterstock.com

Mein Fazit: Keine Cloud ohne Rückfahrkarte buchen. Digitalisierung soll dem Menschen nutzen, danach dem Unternehmen und dem Provider aber keinesfalls staatlichen oder professionellen Wirtschaftsspionen.

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.

Alle Kommentare des CP-"Querschlägers" finden Sie hier, in dem "Querschläger"-Archiv.