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Unternehmen dementiert

Verkaufsgerüchte um Conrad Electronic



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Nachdem die Zeitung Die Welt angebliche Vorbereitungen für einen Verkauf von Conrad Electronic publik gemacht hat, reagiert das Unternehmen mit einem Dementi: Der Gesellschafterkreis bleibe unverändert.
Conrad Electronic dementiert Verkaufsgerüchte
Conrad Electronic dementiert Verkaufsgerüchte
Foto: Conrad

Die Argumentation des Wirtschaftsmagazins Bilanz, einer Beilage der Tageszeitung Die Welt, klingt plausibel: Nachdem mächtige Konkurrenten wie Amazon oder Otto Umsatz und Marge hätten schrumpfen lassen, forcierten nun auch noch Saturn und Media Markt ihr Onlinegeschäft. Conrad Electronic habe deshalb das das Frankfurter Bankhaus Metzler beauftragt, einen Käufer für das Unternehmen zu finden.

Jedoch mag die Argumentation nicht ganz zur Unternehmensentwicklung von Conrad in den letzten Jahren passen. Frühzeitig hat sich der Elektronikhändler im Online-Geschäft engagiert und gehört nicht nur mit dem eigenen Onlineshop, sondern auch mit Zweitmarken wie Voelkner, Digitalo oder Getgoods zu den führenden Online-Elektronikanbietern. Durch die frühzeitige Zusammenarbeit mit der sogenannten Maker-Szene besitzt das Unternehmen eine Vorreiterrolle in Sachen Internet of Things. Und auch zuletzt bewies Conrad mit Kooperation u.a. mit Amazon und der Synaxon AG strategisches Gespür.

Diesem Bild entsprechen auch die öffentlich einsehbaren Zahlen zur Geschäftsentwicklung von Conrad. Mit einem Umsatz von 1,03 Milliarden Euro übersprang das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 erstmals die Schallmauer von einer Milliarde Euro. Der Jahresüberschuss lag mit 25 Millionen Euro zwar deutlich unter dem Vorjahresergebnis von knapp 40 Millionen Euro, war aber noch immer deutlich positiv. Dringende wirtschaftliche Gründe für einen Unternehmensverkauf lassen sich also nicht erkennen.

"Strategische Überlegungen"

Bei einem Meeting am Firmensitz in Hirschau hat die Unternehmensführung von Conrad der Belegschaft inzwischen versichert, dass es keine konkreten Verkaufspläne gebe. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte das Unternehmen, der Gesellschafterkreis bleibe unverändert.

Was wirklich hinter den Verkaufsgerüchten steckt, lässt eine Stellungnahme einer Unternehmenssprecherin von Conrad gegenüber den Oberpfalz Medien erahnen. Darin heißt es: "Conrad überprüft regelmäßig seine Strategie, unter anderem auch hinsichtlich strategischer Partnerschaften, Zukäufen, Erweiterung des Gesellschafterkreises oder Börsenfähigkeit. Natürlich werden diese Optionen auch mit Externen auf Machbarkeit besprochen. Es ist bedauerlich, wenn vertrauliche Gesprächsinhalte in die Öffentlichkeit gelangen, zumal diese Gespräche bereits beendet sind."

Dass es Gespräche mit dem Bankhaus Metzler gegeben hat, wird also nicht bestritten. Neben strategischen Optionen kann es dabei auch um die Nachfolgeregelung für das Unternehmen gegangen sein. Verwaltungsratschef Werner Conrad - der Enkel des Firmengründers - ist inzwischen 56 Jahre alt. Seit einigen Jahren wird das Familienunternehmen von nicht aus dem Familienkreis stammenden Managern geleitet, aktuell unter der Führung von CEO Holger Ruban. Bei der Frage um die Zukunft von Conrad Electronic dürfte es also eher um unternehmerische Weitsicht gehen. (mh)