Auf dem Weg zum Software-Defined-Datacenter

VMware stellt offiziell vSphere 6 und Virtual SAN 6 vor

Bernhard Haluschak war bis Anfang 2019 Redakteur bei der IDG Business Media GmbH. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Mit über 650 Neuerungen in vSphere will VMware neue Maßstäbe bei den Virtualisierungslösungen setzen. Neu im Portfolio sind auch Virtual SAN 6, vSphere Virtual Volumes und Open Stack Integration sowie vCloud Air mit Desaster-Recovery-Funktionen und Networking Services.

Der CEO von VMware Pat Gelsinger bezeichnete gestern die offizielle Vorstellung von vSphere 6 und Virtual SAN 6 als einer der wichtigsten Ereignisse der Unternehmensgeschichte in den letzten Jahren. Das ist auch richtig, denn schließlich handelt es sich hierbei um sogenannte "Major Releases" mit über 650 neuen Features. Zusätzlich stellte der Virtualisierungsspezialist Neuerungen aus den Bereichen VMware vCloud Air und OpenStack vor. Damit steigt die Skalierbarkeit der Lösung deutlich an, laut VMware.

Gegenüber der Vorgängerversion vSphere 5.5 hat VMware bei vSphere 6 ordentlich aufgesattelt. So kann der Anwender statt 64 Hosts und 4.000 VMs per Cluster jetzt bis zu 64 beziehungsweise 8.000 nutzen. Die Anzahl der VMs per Host hat sich von 512 auf 2.048 vervierfacht und auch die RAM-Unterstützung per Host ist von 4 auf 12 TB gestiegen. Insgesamt kann vSpheer in der aktuellen 6er-Version mit bis zu 128 (64) virtuellen CPUs pro VM und mit bis zu 4 (1) TB virtuellen RAM pro VM arbeiten.

Eine weitere Neuerung hört auf den Namen Virtual Volumes (vVOL). Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die Software-Defined Storage in SAN- und NAS-Arrays erlaubt. Das Feature zeigt virtuelle Festplatten an, als handele es sich um native Storage-Objekte, und ermöglicht detaillierte Array-gestützte Operationen auf der Ebene virtueller Festplatten.

Neben Virtual Volumes besteht die wichtigste Neuerung von vSphere 6 in einer Funktionserweiterung für vMotion, das künftig über die Grenzen von vCentern hinaus funktionieren soll. So lassen sich VMs jetzt problemlos über die Grenzen von Datencentern und vCentern hinweg verschieben. Damit kann der Weg zum Software Defined Data Center weiter geebnet werden. Ebenfalls neu ist, dass sich VMwares HA-Implementation Fault Tolerance (FT) ab vSphere 6 nicht mehr auf VMs mit einer vCPU beschränkt. Bei FT läuft auf einem zweiten Server die VM synchronisiert mit und belegt dort Ressourcen. Bei einem Ausfall des ersten Servers wird die VM unterbrechungsfrei vom zweien Server übernommen. Insgesamt erlaubt VMware FT maximal acht vCPUs pro Host ohne zusätzliche Limitierungen.