Werbeschreiben zur DVB-T-Abschaltung

Vodafone verwechselt analog und digital

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Der Telekommunikationskonzern Vodafone mit seiner Werbeaktion zur DVB-T-Abschaltung für Verärgerung aber auch für Lacher gesorgt.

Eigentlich ist es nicht lustig, was Vodafone sich mit dem Werbeschreiben zur DVB-T-Abschaltung geleistet hat. Das Schreiben in amtlich anmutender Aufmachung hat Verbraucher verärgert und verunsichert.

Eine Erfindung des Telekommunikationskonzerns Vodafone: Das ''analoge'' Digital Video Broadcasting Terrestrial (DVB-T).
Eine Erfindung des Telekommunikationskonzerns Vodafone: Das ''analoge'' Digital Video Broadcasting Terrestrial (DVB-T).

Trotzdem ist das Schreiben nicht ohne unfreiwillige Komik: Aufgrund "der sukzessive durchgeführten Abschaltung des analogen Fernsehdienstes DVB-T sind immer mehr Haushalte auf eine neue TV-Versorgung angewiesen", schreibt der Netzbetreiber.

Dabei ist DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) der digitale Standard, der das analoge Antennenfernsehen abgelöst hat. Zwischen 2003 und 2008 wurden nach und nach alle analogen Sendeeinrichtungen für analoges Antennenfernsehen in Deutschland abgeschaltet und durch die digitale Ausstrahlung über DVB-T ersetzt. Ein Konzern mit Schwerpunkt Telekommunikation sollte das eigentlich wissen.

Dieses Werbeschreiben aus dem Hause Vodafone hat für Verärgerung und Verunsicherung gesorgt.
Dieses Werbeschreiben aus dem Hause Vodafone hat für Verärgerung und Verunsicherung gesorgt.

Was nun geschieht, ist die Ablösung des nun etwas in die Jahre gekommenen DVB-T-Standards durch das modernere und leistungsfähigere DVB-T2. Verbraucher, die bisher ihr Fernsehprogramm ausschließlich über DVB-T empfangen haben, schauen dann in die Röhre. Sie müssen sich dann ein DVB-T2-fähiges Empfangsgerät anschaffen oder auf andere Übertragungswege über Satellit, Kabel oder IP-TV ausweichen. Ersten DVB-T-Sender sollen bereits im März 2017 abgeschaltet werden.