Tipps vom Profi

VoIP-Probleme lösen

15.02.2012
Von Loden Tashi

Verbindungen zum öffentlichen Telefonnetz

Eine nicht korrekte Abstimmung der Trunk-Parameter mit dem Service-Provider beeinträchtigt die Verbindung zum öffentlichen Telefonnetz. Falsche Einstellungen der physikalischen Schnittstellen wie Modulation, Framing und ISDN-Switch-Typ können einen kompletten Verbindungsausfall zur Folge haben.

Bei der Fehlersuche sollte die Schnittstelle zum öffentlichen Netz nicht vergessen werden.
Bei der Fehlersuche sollte die Schnittstelle zum öffentlichen Netz nicht vergessen werden.
Foto: Fastlane

Darüber hinaus führen fehlerhaft eingehende beziehungsweise ausgehende Übersetzungsregeln (Translation Rules) auf dem H.323- oder SIP-Gateway dazu, dass inkorrekte Rufnummern an den Provider übermittelt werden: ein in der Praxis sehr häufiges Problem. Falsche Berechtigungseinstellungen an diesen Geräten verhindern ebenfalls einen Verbindungsaufbau. Eher selten, aber dennoch möglich sind Ausfälle in der Infrastruktur beim Provider selbst. Nicht zu unterschätzen ist die banale Ursache, dass der Anrufer eine ungültige oder gar nicht existierende Rufnummer wählt.

Oft wachsen Unternehmen nicht gleichmäßig, sondern eher in Schüben. Das überträgt sich in der Regel auf die Anpassung der Infrastrukturen. So erfolgt die Migration vom klassischen Telefonnetz zu Voice over IP, indem viele neue Endgeräte oft in mehreren Phasen integriert werden. Die Gefahr: Schnell entwickelt sich die Verbindung zum Provider auf dem TDM-Gateway zu einem Flaschenhals. Das kann so weit gehen, dass alle Trunk-Ressourcen (Bearer Channels) belegt sind und deshalb keine Verbindung mehr hergestellt wird. Die Herausforderung für den Verantwortlichen ist, dass dieses Problem meist nur vorübergehend anliegt ("transient") und keinem Gerät letztendlich zugeordnet werden kann. Ein Ausweg an dieser Stelle ist, auf eine geeignete Management-Plattform zurückzugreifen, die als Überwachungs-Tool fungiert und zum Monitoring der TDM-Gateways eingesetzt wird.

Die hier vorgestellten Bespiele und Szenarien spiegeln nur einen kleinen Teil des weiten Felds der Fehlersuche in konvergenten Netzen wider. In der Praxis unterschätzen die zuständigen Mitarbeiter diesen Part oft und agieren im Ernstfall unstrukturiert nach dem Muster von Versuch und Irrtum. Dabei besteht die Gefahr des Verzettelns. Deshalb sollte zur Planung einer VoIP-Infrastruktur auch die Vorbereitung auf das Troubleshooting gehören. (Computerwoche/haf)

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