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Meetup-Communities

Vor Ort am Ball und im Austausch bleiben

Eric Berg ist Senior IT-Architekt bei Comparex. Er besitzt eine starke Affinität zu Microsoft-Technologien, besonders zu Themen wie Windows 10, Hyper-V, System Center oder Azure. Im Oktober 2016 erhielt er zum zweiten Mal in Folge die Auszeichnung zum Microsoft Most Valuable Professional (MVP). 2014 wurde er zum Microsoft Partner Technology Solutions Professional (P-TSP) ernannt. In der Microsoft-Community unterstützt er Produkt-Demos, entwickelt Strategien und klärt über technische Zusammenhänge auf.
Im schnelllebigen Cloud-Zeitalter ist guter Rat teuer. Hier rücken zunehmend Meetups in den Fokus – also Veranstaltungen für den Austausch über Technologietrends und erste Erfahrungen damit. Von solchen technischen Communities profitieren sowohl Anwender als auch Hersteller und IT-Berater.

Gefühlt jeden Monat bringen Softwarehersteller echte und vermeintliche Innovationen auf den Markt. Mancher Anwender sieht dann vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr - und sucht nach Rat. Sich nun für die Neuerungen und daraus ergebenden Trends zu Storage, Netzwerk, Server, Clients, Virtualisierung oder Cloud Computing jeweils einen Vertreter des Herstellers oder einen Dienstleister ins Haus zu holen, überfordert das Budget der meisten Unternehmen. Der direkte Weg zu den richtigen Fachleuten führt in technische Communities.

Der Austausch in einer Community ist wichtig, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.
Der Austausch in einer Community ist wichtig, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Der Gemeinschaftsgedanke ist nicht neu. In der Vergangenheit haben sich lokale Zusammenschlüsse für den Erfahrungsaustausch über Mundpropaganda, E-Mail-Verteiler und Foren organisiert. Die virtuellen Gegenstücke leben davon, dass Menschen bloggen, in Foren kommunizieren, Fragen stellen und beantworten, Videos drehen und Podcasts aufnehmen.

In der schnelllebigen Zeit von Cloud und agiler IT ist die Angst groß, mit der Entwicklung nicht Schritt halten zu können. Die Armada an neuen Technologien wächst rasant, wobei es nur wenige Ansprechpartner mit Praxiserfahrung gibt. Dadurch steigt die Unsicherheit weiter. Der Austausch vor Ort bei einer Community-Veranstaltung ist deshalb ein wichtiger Baustein, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben. Erste Eindrücke zu neuen Produkten und Services sowie die ersten Praxisberichte verkürzen den Entscheidungsprozess und resultieren in einer offeneren und moderneren IT-Planung.

Für jedes Interesse finden sich Communities

Weil nun aber die Interessen so vielschichtig sind wie die Menschen, die dahinter stecken, entstehen heute deutlich mehr spezialisierte Communities. Es finden sich Gruppen, die sich etwa intensiv mit Wordpress, Virtual Reality oder AWS beschäftigen. Auch zum Thema Programmierung tauscht sich die Community rege aus, in die sich Softwareentwickler bei gemeinsamen Programmierabenden einbringen. Technische Communities zeichnet aus, dass Interessierte dort Gleichgesinnte und versierte Gesprächspartner treffen können. Sie finden Anregungen, stellen Fragen von Angesicht zu Angesicht und erhalten Antworten und Erklärungen zu wichtigen Details. Der Mehrwehrt liegt definitiv im persönlichen Austausch und in der menschlichen Interaktion.

Eine derzeit stark aufstrebende Plattform ist meetup.com, um Communities zu initiieren und Treffen zu organisieren. Über 30 Millionen Mitglieder sind in 272.000 Gruppen und in 182 Ländern aktiv. In Deutschland existieren bereits zahlreiche Gruppen in verschiedenen Regionen.

Auch Softwarehersteller haben das Potenzial erkannt: Microsoft beispielsweise promotet Meetups, sponsert auf Anfrage auch Räume und stellt Referenten. Der Konzern betreut in seinem Programm "Tech Connect" auch eigene Initiativen und Gruppen, darunter unter anderem das Programm "Most Valuable Professional" (MVP). Microsoft gewinnt so an Image, erhält fundiertes Feedback zu seinen Lösungen und vernetzt sich mit der Anwendergemeinde.

Meetups bieten Orientierung und keine Allheilmittel

Meetups sind in der Regel kostenlos. Interessierte legen auf meetup.com ein Benutzerkonto an und können nach technischen Communities in ihrer Umgebung suchen. Wenn sie eine passende Meetup-Gruppe gefunden haben, müssen sie sich bloß noch anmelden. Das System informiert, wann und wo das nächste Treffen stattfindet.

Die meisten Community-Treffen behandeln sehr spezifische Themen - zum Beispiel kognitive Dienste in einem Azure-Meetup. Die Gefahr besteht, dass Communities ihre Mitglieder zur Selbstüberschätzung verleiten. Denn viele Teilnehmer denken nun fälschlicherweise, Dinge vollständig verstanden zu haben und selbst umsetzen zu können. Das wird in den meisten Fällen scheitern.

Ein Community-Treffen ersetzt keine Beratung. Ein IT-Dienstleister verfügt über eine technische Tiefe, die kein Experte in einem einstündigen Vortrag auf einem technischen Community Event bieten kann. Außerdem benötigt ein Unternehmen jemanden, der das Gesamtbild im Auge behält. Nur wer die bestehende IT-Landschaft der Firma kennt und versteht, kann einschätzen, welche neuen Dienste sich wie sinnvoll einsetzen lassen. Neben der Wahl des richtigen Produktes gilt es auch, Lizenzierung, Konzeption, Support und Betrieb der neuen Lösungen zu betrachten. In vielen Fällen müssen interne Prozesse umgestellt, bestehende Systeme angepasst und neue Abläufe etabliert werden.

Ein Dienstleister vereint idealerweise die Kompetenz für die Einzellösung und die generelle Sicht. In der Regel nutzen diese Experten Communities, um zu eruieren, was die Anwenderwelt bewegt. So sind sie vorbereitet, wenn eine Firma ein Community-Event im Nachgang vertiefen will oder es fällt ihnen leichter, der gewünschte Trusted Advisor zu sein. Viele Unternehmen benötigen den vertrauensvollen Berater, um IT-Trends sinnvoll und effizient in ein bestehendes IT-Konzept zu integrieren.

In der Gruppe und gut beraten unterwegs

Ein gutes Beispiel für wachsende technische Communities sind die Azure-Meetups, die mittlerweile in 17 Städten und Regionen Interessierte zusammenbringen. Gerade weil Cloud-Dienste mitunter wöchentliche Updates erfahren, ist es den Beteiligten besonders wichtig, up-to-date zu sein.

Ein Azure-Meetup findet oftmals monatlich oder alle zwei Monate statt. Mitglieder und eingeladene Referenten halten Vorträge zu aktuellen Themen. Eine klassische technische Konferenz wie die Microsoft Ignite, die einmal im Jahr stattfindet, lässt Revue passieren, was im abgelaufenen Jahr war. Und die Ignite bietet einen Ausblick auf das Kommende. Das ist super, reicht aber für das Tagesgeschäft nicht mehr aus. Technische Communities sind ein probates Mittel für den Informationsgewinn, um am Ball und im Austausch zu bleiben. Communities und IT-Dienstleister ergänzen sich und bedingen einander mittlerweile sogar. (haf)