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Vorsicht beim Bücherkauf im Internet

Was sind Amazon-Bewertungen wert?

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.

Vorsicht bei Top-Rezensenten

Ein gutes Bild, inwieweit man dem Urteil eines Amazon-Rezensenten vertrauen kann, erhält man auch, wenn man dessen Namen anklickt. Denn dann werden alle Bücher und sonstigen Produkte angezeigt, die er schon bewertet hat. Zeigt sich dann, dass zum Beispiel der Rezensent eines Fachbuchs für Führungskräfte zuvor nur Liebesromane und solche Produkte wie Kaffeemaschinen besprach, dann kann man nahezu sicher sein: Der Rezensent zählt nicht zur Kernzielgruppe des Buchs. Und vom Thema Mitarbeiterführung hat er vermutlich null Ahnung.

Besonders fragwürdig sind erstaunlicherweise oft gerade die Besprechungen der Rezensenten, deren Name mit einem Zusatz wie "Top 10…" oder "Top 500 Rezensent" versehen ist. Denn schaut man, wofür sie alles eine Bewertung abgaben, dann zeigt sich meist: Hierbei handelt es sich nicht nur um ein buntes Sammelsurium von Büchern, sondern auch allen möglichen anderen Produkten.

Deshalb liegt bei vielen Top-Rezensenten der Verdacht nahe: Sie sind faktisch Schnäppchenjäger. Das heißt: Sie lassen sich von Unternehmen kostenlos Produkte schicken und versprechen ihnen hierfür im Gegenzug eine Rezension. Entsprechend sind ihre Rezensionen. In der Regel bewerten sie die Produkte mit 5 Sternen und nur vereinzelt mit 4 Sternen. Schlechter sind die von ihnen bezogenen Produkte offensichtlich fast nie. Und entsprechend sind die Besprechungen inhaltlich meist auch: sehr oberflächlich. Im besten Fall wird nochmals das Inhaltsverzeichnis oder der Klappentext des Buchs in modifizierter Form wiedergegeben.

Zu viel Lob und Begeisterung stinkt

Ähnliches gilt übrigens für die meisten gefakten Besprechungen. Ist man zum Beispiel beruflich genötigt, häufiger solche Buch-Besprechungen zu lesen, dann entwickelt man schnell ein Gespür dafür, welche "gefakt" und "echt" sind. Platzt ein Rezensent bei der Beschreibung eines Fachbuchs zum Beispiel fast vor Begeisterung - "das tollste Buch, das ich je las", "mein ständiger Wegbegleiter", "der Kauf ist ein absolutes Muss für jeden …" - dann könnte man fast jede Wette abschließen: Die Besprechung ist gefakt.

Dasselbe gilt, wenn solche Begriffe wie "Insider-" oder "Geheimwissen" verwendet werden oder der Autor mit Komplimenten überhäuft wird wie "ein absoluter Meister seines Fachs", "ein neuer Stern am …-Himmel". Dann weiß man: Hier war ein Kumpel oder PR-Unterstützer des Buchautors am Werk. Also sollte man das Buch nicht kaufen oder zumindest diese Rezension nicht beachten.

Und wenn Sie trotzdem einmal, verführt von den vielen positiven Besprechungen, ein Buch bestellen, das sich als Flop erweist? Dann ist das kein Problem. Denn für alle Online-Bestellungen gilt: Zwei Wochen lang kann man die bestellte Ware zurücksenden.

Weitere Infos: Bernhard Kuntz ist Geschäftsführer der PRofilBerater GmbH, Darmstadt, die unter anderem Fachbuchautoren bei der Vermarktung ihrer Bücher unterstützt. Er ist u.a. Autor der Marketing- und PR-Ratgeber "Die Katze im Sack verkaufen", "Fette Beute für Trainer und Berater" sowie "Warum kennt den jeder?" (Telefon: 06151/896 59-0; E-Mail: info@die-profilberater.de; Homepage: www.die-profilberater.de).