Chancen durch Unified Communication & Collaboration

Was Systemhäuser beim Umstieg auf UCC beachten sollten



Andreas Th. Fischer ist freier Journalist im Süden von München. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Redakteur in verschiedenen IT-Fachmedien, darunter NetworkWorld Germany, com! professional und ChannelPartner. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen IT-Security, Netzwerke und Virtualisierung.

Die Telekom prescht vor

Frank Sinde, Consulting Manager bei Damovo, schränkt allerdings ein, dass derzeit nur der Marktführer, also die Telekom, die Ablösung so zeitnah forciere. Die Kunden sollten sich nun unter anderem mit dem Session Border Controller (SBC) beschäftigen und entscheiden, ob diese Funktion benötigt wird oder nicht. Durch diese IP-basierte Komponente bestehe die Möglichkeit, weitere IP-Themen beim Kunden zu thematisieren.

"Die ISDN-Abkündigung der Deutschen Telekom zwingt einen Großteil der Unternehmen in Deutschland, ihre Telefonie-Infrastruktur zumindest zu überarbeiten, wenn nicht sogar auszutauschen." Mark Bielitz, UC Sales Manager Central Europe bei Arkadin
"Die ISDN-Abkündigung der Deutschen Telekom zwingt einen Großteil der Unternehmen in Deutschland, ihre Telefonie-Infrastruktur zumindest zu überarbeiten, wenn nicht sogar auszutauschen." Mark Bielitz, UC Sales Manager Central Europe bei Arkadin
Foto: Arkadin

Sinde bricht auch eine Lanze für UCC-Cloud-Lösungen. Diese seien teilweise in nur 14 Tagen zu implementieren. Wie viele andere Experten weist aber auch er darauf hin, dass dieser Vorteil gleichzeitig der größte Nachteil sei: "Kundenindividuelle Integrationen zum Beispiel mit dem bereits vorhandenem Video-Konferenzsystem, mit CRM und mit Datenbanken können entweder gar nicht oder nur mit erhöhtem Aufwand von Zeit und Kosten bereitgestellt werden."

Auf dem Weg zum Modern Workplace

Positiv vermerkt Mustafa Aydemir, Consultant UC & Modern Workplace bei der Bechtle-Tochter Hansevision, die Bereitschaft vieler Unternehmen, jetzt in eine neue Technologie im Bereich der Telekommunikation zu investieren. Die eigentlichen Anforderungen an UCC-Lösungen lägen in der Vereinfachung des Alltags und dem Erhöhen der Produktivität. "Audio- und Videokonferenzen sowie Präsentationen über mehrere Standorte verteilt mit Einbindung von Medien und Whiteboards steigern die Effizienz und senken die Kosten", so Aydemir. "Das Stichwort hier ist Modern Workplace."

"Das Stichwort ist Modern Workplace." Mustafa Aydemir, Consultant UC & Modern Workplace, Hansevision GmbH
"Das Stichwort ist Modern Workplace." Mustafa Aydemir, Consultant UC & Modern Workplace, Hansevision GmbH
Foto: Hansevision

Wolfgang Fehr, Solution Manager Unified Communication & Collaboration bei Computacenter, weist darauf hin, dass viele Kunden "lediglich Gateways als Übergang zwischen All-IP und Altanlagen schalten und damit die Komplexität der Migration auf neue Systeme und Funktionalitäten verschieben". Andere nähmen die Migration als Anlass über eine grundlegende Erneuerung nachzudenken.

Fehr bezeichnet insbesondere ein einheitliches Benutzerkonzept als Pflicht. Stark im Kommen seien zudem "die Integration von Kollaborationslösungen in die Geschäftsprozessapplikationen". Nicht zustimmen mag er allzu kurz kalkulierten Implementationszeiten: "Egal ob Cloud, Hybrid oder On-Premise - UC-Lösungen haben immer eine lange Einführungsdauer." Das gelte erst recht, wenn neue Lösungen grundlegende Veränderungen der Zusammenarbeit mit sich brächten.

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