F-Secure warnt

Web versinkt im Datenmüll

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Die Suche nach wertvollem Content im Web wird immer schwieriger, das behauptet Security-Anbieter F-Secure.

Die Suche nach wertvollem Content im Web wird immer schwieriger, das behauptet F-Secure. Nach Ansicht des finnischen Security-Anbieters steigt derzeit die Zahl von Webseiten, die lediglich sich wiederholende oder minderwertige Inhalte vervielfältigen. Lauf F-Secure kommen damit Suchmaschinen nicht zurecht, und für den User ist es deutlich schwieriger geworden, gewünschte und nützliche Inhalte im Internet zu finden. Mittels ihres eigenen Spam-Filters konnten die Datensicherheitsexperten jetzt Vermutungen bestätigen, dass jeden Monat mehrere Millionen Webseiten mit bestenfalls durchschnittlichem Neuigkeitsgehalt online gehen.

Zu Beginn 2011 stieß der unter anderem in Harvard und Berkeley lehrende Wissenschaftler und Unternehmer Vivek Wadhwa eine größere öffentliche Diskussion an. Er berichtete, dass seine Studenten nicht in der Lage waren, relevante Informationen mit Hilfe der Suchmaschine Google zu finden, da die Suchergebnisse durch Spam-Webseiten und sogenannte "Contentfarmen" verwässert wurden. Wadhwa äußerte in diesem Zusammenhang die Befürchtungen, "dass Contentfarmen das Internet in eine riesige Müllhalde verwandeln, dass viele Webseiten lediglich den Inhalt von anderen Webseiten - wie zum Beispiel TechCrunch - reproduzieren und dass Google keinerlei Veranlassung sieht, diese Entwicklung einzudämmen, da das Unternehmen damit hohe Webeeinnahmen erzielt."

Google hat kürzlich seinen Suchalgorithmus verbessert, um den Page-Rank minderwertiger Webseiten entsprechend anzupassen. Dem Unternehmen zufolge trägt diese Veränderung bereits Früchte: 11,8 Prozent der gesamten Suchergebnisse wurden neu bewertet. Jedoch sind davon auch bekannte und renommierte Webseiten wie das British Medical Journal betroffen, das deswegen in der Trefferliste nur noch sehr weit hinten zu finden ist.

Auf der Suche nach sinnvollem Content

F-Secure verzeichnet ebenfalls eine größer werdende Anzahl von Webseiten, die die Suchergebnisse verfälschen. Mit ihrem Cloud basierten so genannten "real-time" Protection Network bewerten die Finnen täglich das Renommee von Millionen Webseiten. Dabei stieg die Menge der von F-Secure als kritisch eingestuften URLs während der letzten 15 Monate drastisch an: Anfang 2009 waren es noch 44 Millionen fragwürdiger Webadressen, Ende März 2011 bereits 120 Millionen, so die Rechnung des Sicherheitsanbieters.

"Das Web wächst unaufhörlich und besteht mittlerweile vorwiegend aus minderwertigem oder wiederverwertetem Content, den Spammer dazu nutzen, ihre Werbeeinnahmen zu erhöhen. Unsere Datenbankspezialisten arbeiten unaufhörlich an der Verbesserung von Methoden, noch schneller relevanten von irrelevanten Content trennen zu können. Zurzeit importiert, identifiziert und filtert unser Webseiten-Scanner Millionen Webseiten täglich. Unser mittelfristiges Ziel ist es, diese Leistung auf hundert Millionen Seiten täglich zu steigern," kommentiert Sean Sullivan, Security Advisor bie F-Secure, die selbst erzielten Resultate bei der Bewertung von Websites.

"Das Web wächst auch zunehmend kontextabhängig. Die Verbreiter von Malware und Spam nutzen daher neue Technologien, die speziell nach IP-Adressen suchen, um ihren Content gezielt an die User zu bringen. Die Webseite, die in einem Land als sicher gilt, kann in einem anderen Land außerordentlich gefährlich sein." (rw)