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18.06.2015 - 

Keine einfache Sache

Wenn der Headhunter anruft

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Es klingt einfach: Der Headhunter ruft an, man verabredet ein erstes Treffen und hat kurz darauf den Traumjob – ohne eigene Bewerbung, kostenlos und beinahe mühelos. So die Wunschvorstellungen von vielen. Doch weit gefehlt.

Von den Stolperfallen weiß Karriereberater Wolfgang Wagner zu berichten: "Viele Kandidaten sind erst einmal überrumpelt und lassen sich auf Gespräche ein, ohne eine klare Zielposition damit zu verbinden." Ein Treffen mit einem Personalberater habe aber nur einen Sinn, "wenn ich als Bewerber genau weiß, wohin ich will, was der nächste Karriereschritt sein soll." Nur aus Neugier zu agieren, führe in die Sackgasse, ist der Coach überzeugt.

Der Anruf eines Headhunters ist in der Regel eher erfreulich. Trotzdem fühlen sich viele davon überrumpelt.
Der Anruf eines Headhunters ist in der Regel eher erfreulich. Trotzdem fühlen sich viele davon überrumpelt.
Foto: olly - Fotolia.com

Er gibt zu bedenken, dass Headhunter von ihren Kunden ein klares Anforderungsprofil erhalten. Der Wunschkandidat müsse sowohl fachlich als auch persönlich passen, gerade wenn es um eine Führungsposition geht. Jeder Wechselwillige sollte sich also Gedanken machen, wie seine nächste Position aussehen könnte, sollte seinen Führungsstil reflektieren und natürlich die Erfolge aus seinen bisherigen Jobs parat haben.

Mit welchen Fragen die Kandidaten konfrontiert sind, zeigt der Coach anhand zweier Beispiele aus seiner Praxis.

Fall 1: Kommunikator statt Sanierer

Herbert A. kann auf eine glänzende Karriere verweisen: Ausgestattet mit einem Uni-Diplom und einer technisch-akademischen Weiterbildung stieg er schnell auf: Auf die ersten Führungspositionen folgte eine längere Tätigkeit als Abteilungsleiter, dann Bereichsleiter und schließlich CIO.

Alles prima, konnte man denken. Headhunter ließen nicht lange auf sich warten. Eingeladen wurde er, aber nicht eingestellt. Unter den üblichen drei Kandidaten war er immer an Nummer zwei oder drei, kam also nie zum Zug. Gemeinsam mit Coach Wagner analysierte er die Gründe für sein "Scheitern".

Karriereberater Wolfgang Wagner: "Jeder Wechselwillige sollte sich Gedanken machen, wie seine nächste Position aussehen könnte, sollte seinen Führungsstil reflektieren."
Karriereberater Wolfgang Wagner: "Jeder Wechselwillige sollte sich Gedanken machen, wie seine nächste Position aussehen könnte, sollte seinen Führungsstil reflektieren."
Foto: Privat

In seiner vorletzten Station hatte es Diskussionen um seinen Führungsstil gegeben. Er sah sich als offenen Erklärer, der viel Wert auf die Kommunikation mit Mitarbeitern und Führungskräften legte. Die Headhunter suchten aber einen Sanierer. Eigentlich hätte er dies schon frühzeitig bemerken können, denn zur Unternehmenskultur hatte der Headhunter nicht viel sagen wollen.

Als Lösung empfahl Wagner dem IT-Manager, seine Erwartungen an den neuen Job klar zu äußern und abzulehnen, wenn wichtige Informationen fehlten. Letztlich entschied sich der Kandidat dafür, ins Interims-Management einzusteigen, da hier eher die Aufgabe im Vordergrund stand, die an konkreten Erfolgen messbar war.

Karriereberaterin Birgit Zimmer-Wagner, versiert in Fragen der persönlichen PR, riet ihm, sich mehr um sein öffentliches Reputationsmanagement zu kümmern und seine Kommunikationsstärke positiv zu nutzen. So organisierte sie ihm zum Beispiel Vorträge auf einigen Veranstaltungen.

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