Analyse von Kaspersky

Wie Cyber-Kriminelle Online-Spieler ausrauben

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Anlässlich der gerade stattfindenden Spiele-Messe "gamescom" veröffentlicht Kaspersky aktuelle Statistiken darüber, wie und wo Gamer von Cyberkriminellen derzeit am meisten bedroht werden. Laut dem Security-Anbieter gibt es derzeit etwa 3,3 Millionen verschiedene Schadprogramme, die es auf Online-Spieler abgesehen haben. Und die Situation hat sich seit Anfang 2012 noch verschärft. Nach Analysen von Kaspersky Lab gab es im Dezember 2011 "nur" 2,7 Millionen Gaming-Schädlinge.

Anlässlich der gerade stattfindenden Spiele-Messe "gamescom" veröffentlicht Kaspersky aktuelle Statistiken darüber, wie und wo Gamer von Cyberkriminellen derzeit am meisten bedroht werden. Laut dem Security-Anbieter gibt es derzeit etwa 3,3 Millionen verschiedene Schadprogramme, die es auf Online-Spieler abgesehen haben. Und die Situation hat sich seit Anfang 2012 noch verschärft. Nach Analysen von Kaspersky Lab gab es im Dezember 2011 "nur" 2,7 Millionen Gaming-Schädlinge.

Viele Online-Gamer gehen sehr leichtfertig mit ihren Accounts um. Bildnachweis: gamescom 2012, Messe Köln
Viele Online-Gamer gehen sehr leichtfertig mit ihren Accounts um. Bildnachweis: gamescom 2012, Messe Köln
Foto: Gamescom 2012, Messe Köln

Doch was bezweckt diese spezielle Malware? Laut Christian Funk, Virenanalyst bei Kaspersky, versucht ein Großteil der Game-Schädlinge an die Account-Daten der Online-Spieler heranzukommen: "Der Diebstahl virtueller Gegenstände und ganzer Accounts ist eine Nische im Bereich Cyberkriminalität, jedoch eine sehr lukrative", so der Gaming-Security-Experte. "Immer mehr Spieler sind bereit, reales Geld für virtuelle Güter auszugeben, um so den Weg zum perfekten Charakter abzukürzen und einen Vorteil gegenüber anderen Spielern zu erlangen."

Deutschland Nr. 5 in Europa

In Europa finden die meisten Attacken auf Online-Spieler in Spanien statt. Im dem Zeitraum April bis Juni 2012 wurden dort laut Kaspersky 78.000 Angriffe auf Online-Spieler durchgeführt, in Polen waren es 75.000 und in Italien 54.000 Attacken auf Gamer. Es folgen Frankreich (30.000), Deutschland mit 16.000 Angriffen auf Platz fünf.

 Christian Funk, Gaming-Security-Experte bei Kaspersky: "Der Diebstahl virtueller Gegenstände und ganzer Accounts ist eine sehr lukrative Nische im Bereich Cyber-Kriminalität"
Christian Funk, Gaming-Security-Experte bei Kaspersky: "Der Diebstahl virtueller Gegenstände und ganzer Accounts ist eine sehr lukrative Nische im Bereich Cyber-Kriminalität"
Foto: Kaspersky

Laut Christian Funk sollten Gamer ihre Accounts am besten durch gute Passwörter schützen: "Der Schlüssel zum virtuellen Hab und Gut ist das Passwort, dessen Stärke und Einzigartigkeit bestimmt damit die Account-Sicherheit." Starke Passwörter sollten aus einer zufälligen Aneinanderreihung von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Sie sollten mindestens acht Stellen lang und einzigartig sein - gerade wenn damit der Zugang zu einem wertvollen Account wie der von Spielern geschützt wird.

Zudem sollten Gamer ihre Rechner mit den darauf laufenden Betriebssystemen und Programmen aktuell halten, das heißt alle Updates installieren, Sicherheitsdienste der Spieleanbieter nutzen sowie eine aktuelle Sicherheitslösung einsetzen, die im Idealfall die Leistungsfähigkeit des PCs nicht beeinträchtigt. Manch eine am Markt verfügbare Security-Suite verfügt über einen speziellen Gaming-Modus, mit dem der Spieler sicher und ungebremst in virtuelle Welten eintauchen kann.

Gamer sollten darüber hinaus immer den gesunden Menschenverstand walten lassen, meint der Virenanalyst von Kaspersky. Gerade Phishing-Attacken verbergen sich häufig hinter professionell aufbereiteten E-Mails mit dem Ziel, Account-Daten zu stehlen. Daher sollten Anwender nie auf in E-Mails enthaltene Links klicken und Internetadressen immer manuell beziehungsweise über die Verwendung von Lesezeichen eingeben. (rw)