Betrugsprävention

Wie der App Store betrügerische Transaktionen verhindert

Eugen Wegmann ist Redakteur bei der IDG Tech Media GmbH.
Apple aktualisiert die Analyse zur Betrugsprävention im App Store für das Jahr 2021 – immer mehr fehlerhafte oder schädliche Apps.
Apple hat seine Analyse zur Betrugsprävention im App Store für das Jahr 2021 aktualisiert.
Apple hat seine Analyse zur Betrugsprävention im App Store für das Jahr 2021 aktualisiert.
Foto: Apple

Vergangenes Jahr veröffentlichte Apple erstmals eine Analyse zur Betrugsprävention (wir berichteten), aus der hervorging, dass das Unternehmen seine Kunden vor möglicherweise betrügerischen Transaktionen im Wert von über 1,5 Milliarden Dollar geschützt habe. Offensichtlich will Apple nun regelmäßig einen solchen Bericht vorlegen, denn der Technik-Gigant aus Cupertino veröffentlicht jetzt ein Update fürs Jahr 2021.

Während der Wert der potenziell schadhaften Transaktionen stabil bei 1,5 Milliarden Dollar geblieben ist, stieg die Anzahl der risikobehafteten Apps von „fast einer Million“ im Jahr 2020 auf 1,6 Millionen Apps. Wirklich gefährlich war Apple zufolge nur ein geringer Teil der Apps, die durch die App-Review gefallen sind. So enthielten rund 35.000 Apps versteckte oder undokumentierte Funktionen, während 157.000 weitere Apps „als Spam, Nachahmungen oder irreführend für Anwender:innen eingestuft wurden“.

Insgesamt handelt es sich dabei um eine beachtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass im App Store laut Statista insgesamt rund 4,8 Millionen Apps erhältlich sind.

Die Zahlen für das Jahr 2021 im Überblick.
Die Zahlen für das Jahr 2021 im Überblick.
Foto: Apple

So schützt der App Store vor betrügerischen Transaktionen

Wie vergangenes Jahr nennt Apple im Bericht drei wesentliche Möglichkeiten, wie Anwender:innen um ihr Geld und ihre Daten werden können und was das Unternehmen dagegen unternimmt. Die wichtigste Maßnahme ist der App Review Prozess, der teils durch eine KI, teils manuell durch ein dediziertes Team sicherstellt, dass Apps den Richtlinien des App Store entsprechen. Zu den häufigsten Verstößen gehören betrügerische Bewertungen und Rezensionen, Account-Betrug und Zahlungs- und Kreditkartenbetrug.

Bewertungen und Rezensionen

Den direktesten Kontakt mit Betrugsversuchen dürften Anwender:innen bei irreführenden und teils gefälschten Bewertungen und Rezensionen haben. Nutzer:innen verlassen sich häufig auf die Meinung anderer, doch mit gefälschten Bewertungen wird ihnen eine höhere Qualität und teils andere Funktionen suggeriert. Um das Vertrauen in dieses System aufrechtzuerhalten, hat Apple im vergangenen Jahr 94 Millionen Rezensionen und über 170 Millionen Bewertungen entdeckt und ihre Veröffentlichung verhindert, während 610.000 weitere im Nachhinein nach User-Hinweisen gelöscht wurden.

Betrügerische Entwickleraccounts

Eine weniger transparente Betrugsmöglichkeit sind Entwickleraccounts, die gezielt schadhafte Apps verbreiten. Um dies zu unterbinden, prüft Apple regelmäßig Entwickleraccounts, löst sie bei Verstößen auf und entzieht ihnen damit den Zugang zum Apple Developer Program. 2021 etwa hat das Unternehmen rund eine Million solcher Accounts entweder gelöscht oder direkt bei der Anmeldung abgelehnt.

Zahlungs- und Kreditkartenbetrug

Am schmerzhaftesten für die meisten Anwender:innen dürfte es sein, wenn der Betrug aufs Geld geht. Seit Jahrzehnten ist Zahlungs- und besonders Kreditkartenbetrug ein Übel, das scheinbar nicht in den Griff bekommen werden kann. Und so kommt es auch im App Store häufig dazu, dass mit gestohlenen Kreditkarten bezahlt wird – 3,3 Millionen Stück allein im Jahr 2021. In diesem Zusammenhang hat Apple auch 600.000 Accounts gesperrt und insgesamt Schaden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar verhindert. (Macwelt)

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