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Deutsche bewerten Digitalisierung positiv

Wie digital ist Deutschland wirklich?

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Wie erleben die Deutschen die Digitalisierung im Alltag? Dieser Frage ging Civey im Auftrag von Cisco nach und befragte mehr als 5.000 Bundesbürger.
Die Mehrheit der Befragten glaubt, dass sich mit der Digitalisierung ihr Leben verbessert.
Die Mehrheit der Befragten glaubt, dass sich mit der Digitalisierung ihr Leben verbessert.
Foto: Zapp2Photo - shutterstock.com

Ein positives Ergebnis vorweg: Allen Unkenrufen zum Trotz steht die Hälfte der Deutschen dem Thema Digitalisierung positiv und aufgeschlossen gegenüber. Eine schallende Ohrfeige gibt es dagegen für Politik und Wirtschaft, wenn es um den Stand der Digitalisierung im internationalen Vergleich geht. Über 60 Prozent ordnen das Land wenig schmeichelhaft in das untere Drittel oder gar in die Schlussgruppe ein. Wenig stolz kann die Wirtschaft auch auf ein anderes Ergebnis sein. Danach befragt, wo die Deutschen die Digitalisierung am stärksten wahrnehmen, nennen über 35 Prozent die Freizeit. Den Bereich Arbeit geben lediglich 23 Prozent zu Protokoll und im Gesundheitswesen sind es sogar nur beschämende 3,3 Prozent.

Einerseits stehen die Deutschen der Digitalisierung mit Neugierde gegenüber, andererseits sind sie genervt.
Einerseits stehen die Deutschen der Digitalisierung mit Neugierde gegenüber, andererseits sind sie genervt.
Foto: Cisco

Dies sind Ergebnisse der Studie "So digital ist Deutschland wirklich" mit mehr als 5.000 Teilnehmern, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von Cisco durchführte. Rund zweieinhalb Jahre nach Start des Investitionsprogramms "Deutschland Digital" (Cisco investiert 500 Millionen Dollar in Deutschlands Digitalisierung) wollte Cisco wissen, wie die Digitalisierung bei den Menschen tatsächlich angekommen ist. Wie erleben die Deutschen die Digitalisierung im Alltag, wo ist sie besonders spürbar, wo fehlt sie noch und wo ordnen die Menschen die Bundesrepublik im internationalen Vergleich ein - aus dem eigenen Erleben, nicht auf Basis harter Fakten.

Neugierig und genervt

Im internationalen Vergleich geben die Deutschen ihrem Land eher schlechte Noten.
Im internationalen Vergleich geben die Deutschen ihrem Land eher schlechte Noten.
Foto: Cisco

Kalt lässt das Thema Digitalisierung dabei kaum jemanden in Deutschland. Doch die Meinungen der Bürger sind gespalten. Rund ein Viertel der Deutschen empfindet gegenüber der Digitalisierung hauptsächlich Neugier, ähnlich viele (22,8 Prozent) aber Genervtheit oder Überdruss. Bei jeweils rund zehn Prozent dominieren Unsicherheit und Sorge. Das zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die Digitalisierung selbst weiter voran zu treiben, sondern auch die Menschen mitzunehmen.

Genervtheit könnte allerdings auch ein Indiz dafür sein, dass es vielen nicht schnell genug vorangeht. So fielen ja, wie oben erwähnt, die Antworten auf die Einordnung von Deutschland im internationalen Vergleich wenig schmeichelhaft aus. Auf die Frage, wie weit das Ausland in Sachen Digitalisierung sei, sind 27 Prozent der als "Reiseweltmeister" bekannten Deutschen der Meinung, dass es im Ausland deutlich mehr digitale Angebote gibt als hierzulande.

Darunter fallen Dinge wie etwa mobiles Internet, mobiles Bezahlen oder digitale Verwaltung.. Knapp 34 Prozent sagen, es gäbe dort "eher mehr". Damit sehen 61 Prozent der Deutschen andere Länder bei digitalen Services besser aufgestellt als die Bundesrepublik. Nur 12 Prozent sehen Deutschland gleichauf. Der Anteil derjenigen, die Deutschland besser aufgestellt sehen als das Ausland, ist kaum der Rede wert.

Die Digitalisierung ist vor allem in der Freizeit zu spüren, so die Befragten.
Die Digitalisierung ist vor allem in der Freizeit zu spüren, so die Befragten.
Foto: Cisco

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung unseren Alltag spürbar verändert. Doch gerade im internationalen Vergleich steht Deutschland besser da, als wir selber oft glauben", kommentiert Oliver Tuszik, bislang Deutschland-Geschäftsführer und künftig weltweiter Channel-Chef bei Cisco, die Ergebnisse. Darüber hinaus legt die Studie nahe, dass sich die Deutschen schnellere Fortschritte bei der Digitalisierung wünschen.

Wo die Deutschen den größten Handlungsdruck sehen

Den größten Nachholbedarf sehen die Deutschen im Bereich Bildung: Satte 44 Prozent nennen Schulen und Universitäten als die Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf. Dahinter folgt die Verwaltung (22 Prozent). Auch bei Gesundheitswesen und Arbeitswelt gibt es Luft nach oben. Dass der Nachholbedarf der Verwaltung nicht nur an Vorurteilen der Bürger liegt, zeigt die Tatsache, dass auch Beamte diese am zweithäufigsten (23,3 Prozent) benennen.

Wie Technologie das Leben verändert

Den größten Nachholbedarf sehen die Deutschen bei der Bildung - aich bezüglich der Digitalisierung.
Den größten Nachholbedarf sehen die Deutschen bei der Bildung - aich bezüglich der Digitalisierung.
Foto: Cisco

Befragt nach den Auswirkungen der Digitalisierung, überwiegen die positiven Bewertungen: 46 Prozent der Deutschen finden, dass die Digitalisierung ihr Leben besser macht. Nur 21 Prozent äußern sich negativ. Die Mehrheit der Deutschen denkt auch, dass Technologie ihr Leben einfacher macht - 61 Prozent sagen das. Auch in der Altersgruppe über 65 Jahren ist über die Hälfte dieser Meinung.

Gleichzeitig führt die Digitalisierung aber zu einem Gefühl von Unsicherheit: Nur ein Viertel ist der Meinung, dass Digitalisierung das Leben sicherer macht. 51 Prozent denken, Alltagsdinge werden unsicherer. Ein Unsicherheitsgefühl, das gerade für die Hersteller smarter Produkte ein Weckruf sein sollte.