Beta-Tester-Tipps

Wie Sie Fehler in iOS 14 aufspüren

Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf und verantwortet ein Team zur mobilen Lösungsentwicklung bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Er versteht es seine Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er nebenberuflich auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig und betreibt einen eigenen Podcast (Beta-Schmerz) rund um das iOS-Ökosystem.
Indem sie Vorabversionen auf Herz und Nieren testen, leisten die Teilnehmer von Apples Beta-Programmen einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Launch der finalen iOS- und iPadOS-Versionen.
Beta-Tester stellen sicher, dass iOS-14-Features wie die neuen Widgets später auch auf verschiedensten Modellen mit unterschiedlichsten Konfigurationen laufen.
Beta-Tester stellen sicher, dass iOS-14-Features wie die neuen Widgets später auch auf verschiedensten Modellen mit unterschiedlichsten Konfigurationen laufen.
Foto: PSGflash - shutterstock.com

Das Testen von Beta-Versionen ist immens wichtig - für Apple, Endanwender, aber auch für Unternehmen. Es geht dabei um nicht mehr oder weniger als die Sicherstellung der Sicherheit der IT-Umgebung, einen stabilen Betrieb von Geräten und Apps, aber auch die Minimierung späterer Ausfallzeiten bei Produktivsetzung. Nur wenn die verbundenen IT-Systeme, das MDM-System, die iOS-Geräte und die darauf installierten (kritischen) Geschäftsanwendungen - aus dem AppStore oder als Enterprise Build - weiter funktionieren, war die Beta-Phase erfolgreich.

Selbst Apple kann nicht jedes Szenario intern testen, sondern ist zusätzlich von der Unterstützung und der Bereitschaft der Anwender und Unternehmen abhängig, wenn es darum geht, Fehlerfälle zu identifizieren, zu protokollieren und gemeinsam zu beheben. Apple unterhält daher eine Reihe von Beta-Programmen, die für verschiedene Zielgruppen verfügbar sind. Je nachdem, welche Rolle oder Verantwortlichkeit Sie in Ihrem Unternehmen haben, oder ob Sie als Privatanwender interessiert sind, können Sie über eine der folgenden Websites an einem von Apples Beta-Softwareprogrammen teilnehmen:

AppleSeed for IT

AppleSeed for IT ist ein Seeding-Programm, das sich an IT-Fachleute sowie Unternehmen und Bildungseinrichtungen richtet. In diesem Programm stellt Apple eine Vielzahl von Software und Informationen für seine Plattformen kostenlos zum Testen zur Verfügung. Begleitet wird dies von einer häufig ausführlichen Dokumentation und zugehörigen Versionshinweisen. Um sicherzustellen, dass neue Funktionen auch in der Umgebung der jeweiligen Firmen und Unternehmen funktionieren, stellt Apple außerdem Testpläne für diese zur Verfügung.

Jedes Unternehmen hat spezifische Infrastrukturen, eigene unternehmenskritische Anwendungen und Dienste. Daher ist es für Apple unerlässlich, diese Beta-Phasen zu begleiten. Auch Rückmeldungen in Form von Umfragen sind hier keine Seltenheit. Gerade entdeckte Probleme, die ein Unternehmen davon abhalten würden, das neueste Betriebssystem zu implementieren, interessieren Apple hier besonders.

Administratoren können definieren, welche Rollen aus dem Apple Business Manager auch Zugriff auf das Programm AppleSeed for IT haben dürfen.
Administratoren können definieren, welche Rollen aus dem Apple Business Manager auch Zugriff auf das Programm AppleSeed for IT haben dürfen.
Foto: Mark Zimmermann

Teilnehmen kann theoretisch jeder mit einer verwalteten Apple ID, wie sie über den Apple Business Manager oder Apple School Manager durch einen Administrator angelegt werden kann. Es kann allerdings sein, dass die Rolle, der eine angelegte verwaltete Apple ID zugeordnet ist, kein Recht bekommt, das Programm Appleseed for IT zu nutzen.

AppleSeed for IT bietet seinen Teilnehmern die Möglichkeit, in den AppleSeed-Diskussionsforen zu kommunizieren. Unabhängig davon ist es wichtig, dass Sie alle Probleme, auf die Sie stoßen, über den Feedback-Assistenten einreichen. Dieser ist aber nur einer von verschiedenen Wegen, Apple mit Rückmeldungen und Fehlerberichten zu versorgen. So bietet Apple eine Website mit einem Feedback-Assistenten. Die Funktionalität steht ebenfalls als App auf Beta-Geräten (für iOS, iPadOS und macOS) zur Verfügung. Endkunden, die keinen Zugriff auf Appleseed for IT haben und keine Beta-Software einsetzen, können ihr Feedback über die entsprechende Webseite einreichen.

Hat ein Unternehmen zusätzlich eine Support-Vereinbarung für AppleCare for Enterprise oder AppleCare OS, kann es von einem AppleCare Account Manager oder einem Apple-Systemingenieur zusätzliche Unterstützung bei den Tests anfordern. Diese Mitarbeiter von Apple unterstützen Unternehmen dabei, sich schnell mit den Tests zurecht zu finden, Feedback einzureichen und die weitere Entwicklung mitzuverfolgen.

Feedback/Bug Report in Teamarbeit

Aber Feedback muss nicht unbedingt als Einzelperson (eines Unternehmens) abgegeben werden. Der oben bereits erwähnte Feedback-Assistent ist so konzipiert, das er kurze, aber dennoch detaillierte Formulare zur Erfassung eines Problems inklusive der Sammlung von Systemprotokollen und Diagnosedaten auf dem Gerät ermöglicht, wo der Fehlerfall auftritt. Unternehmen haben hier allerdings die Herausforderung, nicht steuern zu können, wer alles Fehlerfälle meldet. Sie wissen auch nicht unbedingt, ob Fehlerfälle von einem Kollegen schon gemeldet wurden oder gar Fehlerfälle von mehreren Mitarbeitern gemeinsam erfasst werden müssen. Außerdem kam und kommt es immer wieder vor, das ein Mitarbeiter einen Fehlerfall dokumentierte, aber zwischenzeitlich das Unternehmen verlassen hat.

Der Feedback-Assistent bekommt daher die Möglichkeit, diese Themenfelder zu adressieren. Mitarbeiter einer Firma können nun gemeinsam mit Apple an Fehlerfällen arbeiten. Damit diese Funktion genutzt werden kann, benötigen Mitarbeiter (gemäß ihrer Rolle im Apple Business Manager/Apple School Manager) entsprechende Berechtigungen von den Admins. Über App Store Connect für das Entwicklerprogramm können ebenfalls Teammitglieder für Feedback konfiguriert werden. Alle Mitarbeiter einer Organisation können nun das Feedback ihrer Teamkollegen einsehen (sofern dieses über den Team-Space gepflegt wird). Ferner können alle Antworten von Apple eingesehen werden.

Bei Bedarf können Mitarbeiter mit administrativer Rolle ein Feedback auch neu zuweisen, so dass ein anderer Mitarbeiter beispielsweise im Falle eines Urlaubs benachrichtigt wird. Häufig benötigt Apple zur Identifikation von Fehlerfällen auch Diagnose-Informationen von einem Gerät. Tritt das Problem auf mehreren Geräten auf, können nun auch Mehrgeräte-Diagnosen (nur in der nativen App auf iOS, macOS und iPadOS) generiert und zur Verfügung gestellt werden.

Hier ist ein weiteres neues Feature in iOS/iPadOS 14 erwähnenswert. Anwender müssen jetzt nicht mehr warten, bis die Erstellung der Diagnose-Informationen abgeschlossen ist, um ihre Fehler bei Apple einzureichen. Der Feedback-Assistent kann die Bereitstellung und den Upload auch im Hintergrund vollziehen - vorausgesetzt, das Gerät bleibt trotz Bug online.

Apple ist allerdings nicht der einzige Anbieter, den Bugs interessieren könnten. Melden Sie Probleme mit Apple-Betas - sofern relevant - auch Ihrem MDM-Hersteller. Auch dieser muss oft Änderungen vornehmen, um neue Apple-Betriebssysteme und andere Drittanbieter-Software innerhalb des Apple-Ökosystems zu unterstützen. (mb)

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