Microsoft

Windows 8 bringt Unternehmen bisher nur geringen Mehrwert

27.04.2012
Mit Metro-Oberfläche und Touch-Bedienung soll es Windows 8 mit dem iPad aufnehmen. Im Kampf gegen das Apple-Imperium versucht Microsoft, vor allem Consumer für sich zu gewinnen. Was bietet Windows 8 für Unternehmen?

Mit Metro-Oberfläche und Touch-Bedienung soll es Windows 8 mit dem iPad aufnehmen. Im Kampf gegen das Apple-Imperium versucht Microsoft, vor allem Consumer für sich zu gewinnen. Was also bietet Windows 8 für Unternehmen?
von Eric Tierling (freier Journalist im Rheinland)

Foto: Microsoft

Klare Linienführung, reduziert auf das Wesentliche - so beschreibt Microsoft die Philosophie hinter dem Metro-Design mit seiner Kacheloptik. Windows Phone präsentiert sich bereits in diesem Look, und kurz vor Weihnachten 2011 hat die Metro-Oberfläche per Dashboard-Update auf der Xbox 360 Einzug gehalten. Mit Windows 8 sollen Benutzer künftig auch auf PCs das Kachel-Design vorfinden, einheitlich über Gerätegrenzen hinweg. Doch das Smartphone-Betriebssystem und die Spielekonsole von Microsoft sind nun mal auf private Konsumenten zugeschnitten. Viele IT-Verantwortliche fragen sich daher: Womit kann Windows 8 im Unternehmen punkten?

Im Moment - Windows 8 befindet sich noch im Betastadium - lässt sich diese Frage nicht abschließend beantworten. Aber es gibt Hinweise wie den Product Guide for Business. In diesem achtseitigen PDF-Dokument zeigt Microsoft einige Vorzüge des Windows-7-Nachfolgers im Unternehmenseinsatz auf. Der komplementäre Product Guide for Consumers weist übrigens einen Umfang von 34 Seiten auf, was als Indiz gelten kann, dass Windows 8 insbesondere auf den Consumer-Markt und weniger auf Unternehmen abzielt.

Touch geht vor

Microsoft lässt keinen Zweifel daran, dass im Business-Umfeld gleichermaßen die Vorgabe "Touch-first Experience" besteht. Allerdings ist das Gros der Firmen-PCs nicht mit berührungsempfindlichen Monitoren ausgestattet. Da Finger und Tastatur/Maus bei der Metro-Oberfläche parallel verwendbar sind, sollten sich daraus keine Probleme bei der Bedienung ergeben. Sollen Benutzer in den Genuss der Fingersteuerung gelangen, kommen Unternehmen um die Anschaffung Touch-fähiger Bildschirme nicht herum. Sinn gibt dies aber primär für mobile Rechner, denn für stationäre Monitore empfiehlt die Berufsgenossenschaftliche Information "BGI 650" für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze Sehabstände zwischen 0,5 und 0,8 Metern. Bei solchen Entfernungen macht das Tippen auf berührungsempfindlichen Bildschirmen keinen Spaß, denn der ausgestreckte Arm ermüdet schnell.

Apps aus dem Firmenshop

Die Metro-Oberfläche von Windows 8 dient als Startrampe für Apps, die parallel zu klassischen Desktop-Programmen existieren. PCs, die einer Active-Directory-Domäne angehören, können zum Bezug von Apps den öffentlichen Windows-Store außen vor lassen. Stattdessen sieht Microsoft in einem virtuellen Shop die Einrichtung einer geschlossenen Sektion zur gezielten Verteilung unternehmensspezifischer Apps vor. Dieser Bereich befindet sich innerhalb der Firewall-Grenzen des Unternehmens und wird zentral verwaltet.

Wie das Ganze am Ende aussieht und ob ein Mischbetrieb von öffentlichen und privaten Apps praktikabel ist, muss sich noch erweisen. Alternativ können Unternehmen über Applocker-Richtlinien die Installation einzelner Apps blockieren. Um die volle Kontrolle darüber zu behalten, was auf Firmen-PCs laufen darf, lässt sich der öffentliche Windows-Store per Gruppenrichtlinie komplett abschalten.

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