Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

vertical auf dem Systemhauskongress CHANCEN

"Wir haben wohl einen Nerv getroffen"

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Auf dem Systemhauskongress wird vertical-CEO Paul Martin einen Einblick in die „Fuck-the-Routine“-Praxis geben, gute wie auch schlechte Erfahrungen teilen. „Es muss nicht jeder die gleichen Fehler nochmal begehen“, sagt er und gibt im Interview einen ersten Einblick.

ChannelPartner: Meine erste, spontane Reaktion, als ich Ihr Unternehmens-Motto "#Fuck the Routine" las war: "Ja! Großartig!" Da ist jemand unbequem und mutig. Spannend! Wie reagieren Ihre Kunden?

Paul Martin: Super positiv! Vor meinen ersten Meetings mit neuen Visitenkarten, die den # enthalten, war ich noch leicht nervös, wie wohl die Kunden reagieren würden. Aber es sorgt eigentlich immer für einen Lacher, bricht das Eis und wird somit zu einem hervorragenden Gesprächsaufhänger, da man sofort im Thema "Im Deutschen Mittelstand muss sich was ändern" landet. Wir haben wohl einen Nerv getroffen.
Viele Unternehmen wissen nicht mehr wirklich weiter und stehen dementsprechend dem Thema der Digitalen Transformation eher hilflos gegenüber …

ChannelPartner: Wie leben Sie das Prinzip im eigenen Unternehmen?

Paul Martin, CEO und Co-Founder der vertical GmbH
Paul Martin, CEO und Co-Founder der vertical GmbH
Foto: vertical

Paul Martin: Wir schauen ständig nach vorne, hinterfragen uns selbst und schauen wie wir Dinge besser machen können, um erfolgreicher zu werden. Aus diesem Grund haben wir eine komplexe Unternehmenstransformation durchlaufen und arbeiten heute, mit viel Automation, komplett cloudbasiert. Dabei wollen wir als Unternehmen weiterhin wachsen und sind hochmotiviert, neue Wege zu gehen. Das spiegelt die "Fuck the Routine"-Einstellung bei uns wieder - im Vergleich zu einem etablierten Großunternehmen.
Aber natürlich ist es auch für uns unbequem, sich immer wieder selbst herauszufordern. Aus der Komfortzone herauszutreten und sich einzugestehen, dass das, was man mühevoll über Jahre aufgebaut hatte, einen zwar zu einem gewissen Punkt geführt hatte, aber für die Zukunft nicht mehr das richtige Konzept sein kann.

ChannelPartner: Mein zweiter Gedanke: Den Köder schluckt vermutlich jeder sofort. Bis es an die Umsetzung geht. Da herrscht das Prinzip Schwerkraft. Wie stark hängen Ihrer Erfahrung nach Ihre Kunden am Bestehenden?

Paul Martin: Die gute Nachricht ist, dass die meisten Unternehmen verstanden haben, dass die Welt sich verändert und man sein Unternehmen entsprechend weiterentwickeln muss, um zukünftig mithalten zu können. Ob einem das gefällt oder nicht, spielt dabei keine Rolle, denn es passiert. Gar nichts zu tun, hieße für die meisten Unternehmen, langfristig zu sterben - während die Transformation gleichzeitig die Chance ist, sich völlig neu am Markt zu positionieren und der Konkurrenz davonzulaufen. Also, quasi eine doppelte Motivation.
Aber Sie haben schon recht, viele Unternehmen tun sich noch schwer mit der Exekution. Das hat verschiedene Gründe. Meistens fehlt es zunächst tatsächlich an der zündenden Idee, für was die Unternehmen in der Zukunft stehen wollen. Viele Firmen scheuen aber natürlich auch die Investitionen sowie die harten Entscheidungen, die mit der Veränderung einhergehen würden.

»

Systemhauskongress CHANCEN

IT-Dienstleister sind Treiber und Getriebene der Digitalen Transformation. Sie stehen damit vor einer doppelten Herausforderung. Auf dem Systemhauskongress am 28. und 29. August 2019 in Düsseldorf loten wir aus, welche Rolle IT-Dienstleister künftig übernehmen werden.
Alle Infos unter www.systemhauskongress-chancen.de!

ChannelPartner: Sie sind 2002 mit Ihrem Unternehmen vertical gestartet - mit der Mission, es IT-Anwendern möglichst einfach zu machen, moderne und sichere IT - Cloud, Automation, Managed Services - zu nutzen. Angesichts Ihres Gründungsjahres kennen Sie sowohl das klassische Projektgeschäft, als auch alle Varianten des MSP-Geschäfts. Wie hoch ist der Anteil an Managed- und Cloud-Services aktuell?

Paul Martin: Wir machen ca. 70 Prozent unseres Umsatzes mit "as a Service"-Produkten. Unternehmerisch ist das, im Vergleich zu vorher, wesentlich entspannter, da wir über Planungssicherheit verfügen und man somit viel ruhiger schlafen kann.
Allerdings kostet die Transformation vom Projektgeschäft zu "as-a-Service" Modellen, neben viel Überzeugungsarbeit von Mitarbeitern und Kunden, auch erstmal ordentlich Umsatz - da dieser sich nun viel langfristiger verteilt.

ChannelPartner: Wie gelang Ihnen der Shift vom klassischen ins Managed- und Cloud-Modell?

Paul Martin: Das erzähle ich natürlich gern ausführlich bei der Veranstaltung. Vor allem auch, was gar nicht funktioniert hat, versprochen!

ChannelPartner: Wie weit ist Ihrer Einschätzung nach die digitale Transformation bei Ihren Kunden tatsächlich gediehen?

Paul Martin: Wir schaffen mit unserem "IT as a Service" Modell erstmal das Fundament der Digitalen Transformation im Bereich Cloud und Workspace-Modernisierung.
Die eigentliche Transformation des Geschäftsmodells unserer Kunden, als Beratungs- und Umsetzungskompetenz, haben wir erst kürzlich in unser Portfolio aufgenommen, da es hervorragend zu unserem IT-Geschäft passt. Hier können wir authentisch Erfahrungen aus unserer eigenen Transformationsgeschichte einfließen lassen - denn viele Kunden brauchen in diesem Bereich ganz klar Hilfe. Entsprechend sind unsere Kunden IT-seitig heute schon komplett State-of-the-Art ausgestattet.
Das hilft aber nicht sonderlich weiter, wenn das Geschäftsmodell selbst künftig nicht mehr funktionieren wird. Hier stehen wir also in den meisten Fällen noch ganz am Anfang.

ChannelPartner: Auf dem Systemhauskongress werden Sie in Ihrer Best Practice Keynote einen Einblick in die "Fuck-the-Routine"-Praxis geben. Welche Aspekte werden Sie beleuchten?

Paul Martin: Ich will einfach meine guten wie auch schlechten Erfahrungen teilen - es muss nicht jeder die gleichen Fehler nochmal begehen D.h. ich werde unsere Systemhaus-Historie aufzeigen und erklären, was uns letztlich dazu bewogen hat, unser Geschäftsmodell über den Haufen zu werfen. Und das, obwohl unser Geschäft damals bereits gut funktioniert hatte. Dann berichte ich natürlich auch, welche Erfahrungen wir gemacht haben und was letztlich bei unserer Transformation herausgekommen ist.