Huawei wehrt sich

"Wir sind kein staatliches Unternehmen"

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Huawei Deutschland wehrt sich in einer Stellungnahme gegen die Behauptungen des BND-Chefs Bruno Kahl.

Huawei Technologies Deutschland hat in einer der PC-WELT vorliegenden Stellungnahme die Vorwürfe des BND-Präsidenten Bruno Kahl zurückgewiesen. Der Chef des Bundesnachrichtendienstes hatte am Dienstag vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Deutschen Bundestages vor einer Einbeziehung von Huawei beim 5G-Netz in Deutschland gewarnt. Wie erst kürzlich bekannt geworden war, hatte sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel trotz des Drucks aus den USA und Angst vor Spionage dafür eingesetzt, Huawei am Aufbau des deutschen 5G-Netzes zu beteiligen.

BND-Präsident Bruno Kahl hatte dann am Dienstag darauf hingewiesen, dass das 5G-Netz eine "kritische Infrastruktur der Zukunft" sei. Dabei verwies er auf den Einfluss der Regierung in China auf chinesische Unternehmen. Deutschland solle bei solchen "Kernsicherheitsinteressen" daher entsprechend nicht chinesische Unternehmen beteiligen.

"Entgegen den Behauptungen des BND-Präsidenten ist Huawei Technologies kein staatliches Unternehmen, sondern ein rein privates, das sich vollständig im Besitz seiner Mitarbeiter befindet", heißt es in der uns vorliegenden Mitteilung. Huawei betont anschließend, dass das Unternehmen sich in keiner Abhängigkeit zur Kommunistischen Partei Chinas oder dem chinesischen Sicherheitsapparat befinde. "Für diese Behauptungen gibt es keinerlei faktische Evidenz und wir weisen sie entschieden zurück", so Huawei.

Huawei verweist auf seine "hervorragende Sicherheitsbilanz" der vergangenen 30 Jahre, in denen die Huawei-Technologie in mehr als 170 Ländern im Einsatz sei. Dazu arbeite das Unternehmen mit 45 der 50 größten Telekommunikationsunternehmen der Welt zusammen. Außerdem wird betont, dass Huawei ein Mitglied mehrerer globaler 5G-Standardisierungsorganisationen ist und damit auch von Anfang an beim Thema 5G in Fragen der Netzwerksicherheit involviert sei.

Abschließend heißt es im Statement von Huawei:

Der von der Bundesregierung vorgeschlagene Weg, der für alle Anbieter höhere und einheitliche Sicherheitsstandards festlegt, ist aus unserer Sicht der richtige. Mit Hilfe erweiterter Erklärungen und prozessorientierter Prüfungen werden alle Technologieanbieter gleichermaßen eingeladen, sich fair am Wettbewerb um die Bereitstellung von 5G-Technologie zu beteiligen, wenn sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dieser fakten- und standardbasierte Ansatz ist von exemplarischer Bedeutung für die Bewältigung globaler Herausforderungen der Cybersicherheit. Software-Updates können und werden selbstverständlich ebenfalls ständiger Prüfungen durch Netzbetreiber, Auditoren und IT-Sicherheitsbehörden unterzogen und stellen keine unkontrollierbaren Einfallstore für Cybersicherheitsrisiken dar.

Wem gehört eigentlich Huawei?

Huawei wurde von Ren Zhengfei als Privatunternehmen gegründet und das Unternehmen befindet sich größtenteils im Besitz der Mitarbeiter. Wobei die eigentliche Kontrolle durch eine Vertreterkommission erfolgt, die auch den Vorstand und den Aufsichtsrat wählt. Im Ausland umstritten ist allerdings, wie hoch der direkte oder indirekte Einfluss der chinesischen Regierung ist.

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