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Expert-Vorstand Volker Müller

"Wir sind vom stationären Handel überzeugt!"



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".

"Expert braucht keine Online-Umsätze im großen Stil"

Wie sieht Ihr Zwischenfazit nach einem Jahr Multi-Channel-Geschäft aus? Können Sie mit dem Online-Shop nennenswerte Umsätze erzielen?

Eine typische Expert-Filiale
Eine typische Expert-Filiale
Foto: Expert

Müller: Der Online-Shop ist für uns eher ein Marketinginstrument. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wir haben über den Online-Store zuletzt pro Tag 500 Exemplare von Windows 8 verkauft. Das ist grundsätzlich schön, doch für unseren Umsatz spielt dies nur eine ganz untergeordnete Rolle. Angesichts des Gesamtumsatzes haben wir weder die Not noch den Ehrgeiz, mit unserem Online-Shop Umsätze im großen Stil zu erzielen.

Sehen Sie nicht die Gefahr, dass die Online-Umsätze bereits in naher Zukunft ein Volumen erreichen, das für das stationäre Geschäft von Expert eine ernsthafte Bedrohung darstellt?

Müller: Nein. Sehen Sie: Das Versandhandelsgeschäft hatte immer einen Umsatzanteil von 25 Prozent. Diesen Anteil muss die Internetbranche nach dem Wegbrechen der Katalogversender erst einmal erreichen. Natürlich muss man einen neuen Vertriebskanal immer ernst nehmen, wie zum Beispiel in den 1980er-Jahren, als mit Media-Saturn ein neuer Wettbewerber auf den Markt kam, der den Handel unter Druck setzte. Unsere Aufgabe ist es daher, das eigene Profil zu schärfen und uns jeden Tag neu zu erfinden. Wettbewerb darf man nie leicht nehmen, man sollte aber nicht Gefahr laufen, den jeweiligen Trend einfach nur nachzuahmen.

Ihr Wettbewerber EP hält sich mit einem eigenen Online-Geschäft ebenfalls zurück, signalisiert mit der Beteiligung an Notebooksbilliger.de aber, dass man auf die Option E-Commerce nicht verzichten will. Könnten Sie sich auch für Expert den Einstieg bei einem etablierten Online-Händler vorstellen?

Müller: Das ergibt für unsere Gesellschafter und unsere Struktur keinen Sinn. Die großen Angebote dieser Art sind auch alle über meinen Schreibtisch gewandert. Doch für uns ist es vernünftiger, an der Struktur des stationären Modells zu arbeiten und jeden Tag noch ein bisschen besser zu werden. Eine Firma wie Notebooksbilliger.de ist für uns keine sinnvolle Erweiterung.

Als Alternative zum Hardwareverkauf im Internet scheint sich im Verbundgruppenumfeld derzeit das Online-Angebot von Dienstleistungen herauszukristallisieren. Gibt es auch bei Expert vergleichbare Pläne?

Müller: Ja, im Rahmen unseres Online-Aktivitäten bieten wir unseren Kunden ganz unterschiedliche Module an. In Kürze können die Kunden beispielsweise auf unserer Internetseite direkt einen individuellen Termin mit einem Fachberater vereinbaren

Zentrale der Expert AG in Langenhagen
Zentrale der Expert AG in Langenhagen
Foto:

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Das Online-Angebot von Dienstleistungsprodukten planen Sie aber nicht?

Müller: Für Serviceprodukte sehen wir nach heutigem Stand keinen Bedarf.

Für das zurückliegende Kalenderjahr haben Sie gerade ein Wachstum von 6,9 gemeldet. Wie sehen Sie mittelfristig die Zukunftschancen von Expert?

Müller: Wir erwarten auch für die Zukunft ein deutliches Plus. Mit dem Anspruch, uns jeden Tag neu zu verbessern, sehen wir noch viel Platz, um auch künftig weiter erfolgreich wachsen zu können. (mh)