Workshops richtig gestalten

Worauf es beim Team-Coaching ankommt

Veränderungsschritte

Erforderliche Veränderungsschritte sind dann je nach Situation des Teams z.B. das Erleben,

  1. dass gegenseitige Einbeziehung einen Mehrwert hat

  2. dass Andersartigkeit nicht unsympathisch sein muss

  3. dass man auch im Unbekannten Orientierung finden kann

  4. dass man mehr kann als man denkt

  5. wie Dynamiken im Team entstehen und beruhigt werden können

  6. dass eine direkte Aussprache die Beziehung verbessert statt ihr zu schaden

  7. dass es nicht um Schuldzuweisung gehen muss und jenseits der Schulddenke die Welt der Möglichkeiten anfängt

  8. dass in den Persönlichkeiten der Kollegen mehr steckt, als man bisher vermutete

  9. dass die eigene Leidenschaft (wieder) aufwachen kann

  10. dass die persönlichen Nöte und Bedürfnisse ähnlich sind und das Team darin in einem Boot sitzt

  11. dass es eine tiefere Wahrheit gibt und es hilft, sie auszusprechen

  12. u.v.a.m.

Für diese Themen von Team-Coachings braucht es gezielte Aufgaben und Übungen, die die o.a. Erlebnisse ermöglichen. Dazu braucht man nicht gleich Outdoor-Übungen, deren Erlebnisse oft so intensiv sind, dass sie den Team-Effekt überlagern. Die Aufgabenstellungen können je nach Stil des Teams und der Führungskraft sehr sachorientiert oder auch mehr experimenteller Natur sein.

Eine sehr praxisnahe Variante könnte sein, dass das Team ein reales Meeting abhält, bei dem jedoch nur die Hälfte der Team-Mitglieder teilnimmt und die andere Hälfte gezielte Beobachtungs-Aufgaben erhält, die zum erforderlichen Veränderungsschritt passen, z.B. Durch welche Aussagen und Haltungen entsteht die übliche Dynamik? Oder: Wie kommt hier der Schuldgedanke rein? Welche Aussage würde ihn an welcher Stelle wegnehmen? Die Übung könnte mit der zweiten Halbgruppe wiederholt werden und / oder nach der Besprechung der Beobachtungen gleich in einer weiteren Meeting-Übung umgesetzt werden.

Wer sich hierbei selbst neu erlebt und dabei die positive Wirkung erlebt und gespiegelt bekommt, braucht keinen Maßnahmenplan. Die innere Wirkung ist bereits viel größer.

Eine tiefere Ebene erreichen

Nach meiner Erfahrung hat es eine unerwartet große positive Wirkung, wenn im Workshop erstmalig eine tiefere Ebene von Wahrheiten besprechbar wird, als es im Alltag mit all den sicherheitsorientierten Image-Automatismen möglich war. Wer einmal erlebt, dass diese tiefere Ebene im Kreis der Kollegen und des Chefs möglich ist, kann künftig andere tiefe Wahrheiten einbringen - ein Effekt, der die Wirksamkeit des Teams enorm erhöht. Vertrauen wurde erzeugt statt nur vereinbart.

Maßnahmenpläne und Flipchart-Vereinbarungen sind nur für Workshops auf der rein fachlichen Ebene (operativ bis strategisch) geeignet und werden meistens überschätzt. Die darin erzeugten Commitments braucht es meist nicht, wenn sich der Einzelne als verantwortlich, wirksam und mit seiner eigentlichen Wahrheit integriert erlebt. (OE)

Lesetipp: 8 Tipps für bessere Meetings

Zur Startseite