Youtube, Vimeo, Dailymotion, Videoload

Zehn Videoportale im Test

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.

Platz 9 - Sevenload.de: Einer für alles?

Die Sevenload-Startseite wirkt chaotisch und zeigte technische Schwächen.
Die Sevenload-Startseite wirkt chaotisch und zeigte technische Schwächen.
Foto: Stefan von Gagern

Sevenload will eine Community für Web-TV, Videos, Fotos und Freunde sein und gehört mit dem Start im Jahr 2005 schon zu den alteingesessenen Videoportalen. Das Alter sieht man der Startseite des Portals aber auch deutlich an: Videos, Navigationselemente und Werbebanner liegen klein und chaotisch auf der Seite herum. Bei näherem Blick zeigen sich schnell Schwächen im logischen Aufbau: So liegen "Community", "Video" und "Bilder" oben in der Hauptnavigation, links in der grauen Leiste bleiben aber in jedem dieser Bereiche Videokanäle stehen. Leere Bereiche wie "Specials" oder "sevenload präsentiert", die außer diesen Überschriften nichts zu bieten haben, unterstreichen den Eindruck eines zerfaserten, unstrukturierten Aufbaus. Ein tieferer Blick bestätigt: Bei Sevenload enthält die Startseite nicht nur die meisten Objekte in unserem Test (insgesamt 150), sondern zieht diese von mehr als 20 verschiedenen Domains. Gelegentlich traten im Erreichbarkeitstest nicht überraschend Content-Timeouts auf.

Das Registrieren ist zwar relativ einfach, doch Erleichterungen, mit denen andere Anbieter punkten können (wie die Anmeldung via Facebook-Konto) gibt es hier nicht. Beim Hochladen von Inhalten nervt Sevenload mit Pflichtangaben und altbackenen Formularen. Da vergeht schnell der Spaß.

Sevenload verzichtet auf eine feste Kategorisierung von Videoclips. Wer stöbern will, ist also auf die Suche angewiesen. Diese wartet zwar nicht mit Begriffsergänzungen auf, bietet aber überraschend gut sortierte Ergebnisse - reiterbasiert nach Kanälen, Videos, Playlisten und Gruppen.

Die Hauptsache scheinen hier die oft von Werbepartnern und Medienunternehmen gebrandeten WebTV-Kanäle zu sein.
Die Hauptsache scheinen hier die oft von Werbepartnern und Medienunternehmen gebrandeten WebTV-Kanäle zu sein.
Foto: Stefan von Gagern

Innerhalb der Kanäle wird der sevenload-User dann aber as Gefühl nicht los, er befinde sich auf einer uralten YouTube-Version. Ebenfalls störend fällt oft die aufdringliche Werbung auf. Löblich wiederum gestaltet sich die Szenenauswahl, die das Springen in längeren Clips erleichtert. Großzügig sind die 1,5 Gigabyte Upload-Volumen.

Fazit: Das Angebot im Web-TV kann sich bei Sevenload sehen lassen. Das nicht zeitgemäße Design trübt an vielen Stellen den Spaß. In Sachen Videosharing hinkt Sevenload weit hinterher.