Youtube, Vimeo, Dailymotion, Videoload

Zehn Videoportale im Test

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.

Platz 4 - Justin.tv: Auf Sendung gehen

Bei Justin.tv wird jeder selbst zum Streaming-Anbieter.
Bei Justin.tv wird jeder selbst zum Streaming-Anbieter.
Foto: Stefan von Gagern

Normalerweise ist es immer mit einigem Aufwand verbunden, mit einem Live-Stream im Web auf Sendung zu gehen. Bei Justin.tv reicht ein Laptop oder die App (für iPhone und Android), um die nächste Veranstaltung, Privatsendung oder Party in Echtzeit in alle Länder der Welt zu übertragen. Der Anbieter aus San Francisco verspricht zuverlässige Übertragungen, egal ob fünf oder 5000 Leute zuschauen.

Die eigene Live-Sendung lässt sich per Link leicht auf Social-Media-Kanälen und anderen Websites bewerben.
Die eigene Live-Sendung lässt sich per Link leicht auf Social-Media-Kanälen und anderen Websites bewerben.
Foto: Stefan von Gagern

Web-2.0-typisch ist ein Konto sehr einfach und schnell angelegt. Danach kann der Justin.tv-Nutzer schon auf Sendung gehen. Eine Genehmigung für den Zugriff des Flash Players auf Mikrofon und Kamera reicht, um den Livestream zu starten. Für die Sendung lässt sich ein Name erstellen und live auf Facebook teilen. Zudem steht ein Live-Chat mit Zuschauern zur Verfügung. Der Sender kann die Anzahl zugeschalteter Zuschauer während der Sendung beobachten. Um keine Sendung zu verpassen, folgt sich die Fangemeinde gegenseitig. Justin.tv hat Apps für iOS und Android im Programm. Damit lassen sich Videos anschauen oder sogar Streams mit der Smartphone-Kamera von unterwegs aus senden. Ärgerlich ist nur, dass sich der Anbieter die App mit 3,99 Euro recht teuer bezahlen lässt - zumal sich die Stabilität der App in unserem Test nicht gerade als erstklassig erwies.

Justin.tv ist nicht nur ein Tipp für alle, die selbst senden möchten. Zu allen möglichen Themen finden sich Kanäle mit Sendungen. Die Redaktion stellt regelmäßig sehenswerte in der "im Spotlight"-Kategorie vor. Senden und Zuschauen ist bei Justin.tv kostenlos. Zur Finanzierung blendet das Portal Werbebanner und Spots in Sendungen ein. Teils tauchen Werbeeinblendungen zu schmuddligen Dating-Portalen auf, die den sonst seriösen Eindruck schmälern.

Fazit: Justin.tv ist eine innovative Idee, die gut umgesetzt wurde. So werden für jeden Live-Sendungen im Web ohne Aufwand möglich. Zuschauer finden mit etwas Geduld interessante user-generierte Inhalte.