SAP HANA

Große Erwartungen an SAP-Berater

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin in München.
SAP-Consultants bleiben gefragt, egal mit welchen Spezialkenntnissen. Mit der neuen SAP-Datenbanktechnologie HANA kommen weitere Anforderungen auf die Berater zu.
Personalberaterin Dagmar Schimansky-Geier: "Wer auf den SAP-Zug aufspringen möchte, ist gut beraten, das zum Thema HANA zu tun."
Personalberaterin Dagmar Schimansky-Geier: "Wer auf den SAP-Zug aufspringen möchte, ist gut beraten, das zum Thema HANA zu tun."
Foto: 1a Zukunft

von Ingrid Weidner
Erfahrene SAP-Berater gehören seit Jahren zu den gefragtesten und am bes-ten bezahlten IT-Fachkräften. 2012 hatte ihnen die Gehaltsstudie von Computerwoche und Personalmarkt ein Durchschnittseinkommen von knapp 70.000 Euro pro Jahr bescheinigt, mehr konnten nur IT-Projektleiter (77.000 Euro) für sich beanspruchen. Allerdings stellen die Arbeitgeber hohe Anforderungen. „Ein SAP-Berater sollte ehrgeizig sein, fundiertes Prozesswissen und eine hohe Lernbereitschaft mitbringen", sagt Dagmar Schimansky-Geier, die mit ihrer Personalberatung 1a Zukunft SAP-Professionals vermittelt.

Seit der Softwarekonzern mit der High Performance Analytic Appliance (HANA) eine neue Datenbanktechnologie auf Basis des In Memory Computing einführte, ist die Lernbereitschaft vieler SAP-Berater besonders gefragt. Noch gibt es kaum HANA-Profis auf dem Arbeitsmarkt, für eine „echte Erfahrungssammlung ist das Produkt einfach noch zu jung", sagt Nicole Mamier. Die Personalleiterin des SAP-Dienstleisters Realtech in Walldorf legt in Vorstellungsgesprächen Wert auf einen breiten SAP-Wissensschatz bei den Bewerbern. „Wir laden aber auch Spezialisten ein, die sich für SAP interessieren und vorher in anderen IT-Bereichen gearbeitet haben." Begeisterung für die neuen Techniken sei wichtig, dann ließen sich auch Wissenslücken der Kandidaten schließen, so Mamier: „Jeder Berater muss sich mit HANA beschäftigen."

Das mittelständische SAP-Beratungshaus bereitet die eigenen Mitarbeiter mit Aus- und Weiterbildungsprogrammen auf die neue Technologie vor. Kundenunternehmen interessiere vor allem die Frage, wie sie neue technische Möglichkeiten wie minutenaktuelle Abfrage ihrer Datenbestände nutzen könnten und welche Vorteile sie davon hätten.

Realistische Gehälter

Wie Realtech versuchen viele Beratungshäuser, Kompetenzen im Bereich HANA aufzubauen. Accenture als einer der größten IT-Dienstleister will in den nächsten Monaten 1000 seiner Consultants fit machen. Personalberaterin Schimansky-Geier sieht für Berufsanfänger und erfahrene IT-Fachkräfte gute Chancen: „Wer auf den SAP-Zug aufspringen möchte, ist gut beraten, das genau mit diesem Thema zu tun. Die HANA-Technologie und Anwendungen stehen in der Praxis noch am Anfang, entwickeln sich aber vielversprechend."

Der Arbeitsmarkt für SAP-Berater ist nach wie vor gut, bestätigt die Personalberaterin, obgleich „manche Beratungshäuser nicht mehr im Dutzend einstellen, sondern eher projektbezogen neue Mitarbeiter suchen. SAP-Berater sind gefragt, egal mit welchen Spezialkenntnissen." Dennoch sind viele IT-Dienstleister nicht bereit, jeden Preis für die gesuchten Experten zu zahlen. Dieter Schoon ist Personalchef des Bielefelder SAP-Beratungshauses Itelligence, das zum japanischen NTT-Data-Konzern gehört und 3.000 Mitarbeiter beschäftigt: „Wir bilden unsere Leute lieber aus, anstatt sie für teures Geld einzukaufen." Auch große Gehaltssprünge gibt es bei den bodenständigen Bielefeldern nicht. „Wir locken niemanden mit 20 oder 30 Prozent Gehaltserhöhungen an, das bringt nichts", sagt Schoon. Realistische Entlohnung und Karriereperspektiven überzeugten langfristig mehr.

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