Serienfertigung

Adidas stellt Sportschuhe mit 3D-Drucker her

08.04.2017
Die Pilotphase ist abgeschlossen, die ersten 500 Paar Sportschuhe sind bereits produziert - demnächst soll die Speedfactory von Adidas in Ansbach die Serienproduktion aufnehmen. Das Ziel ist klar umrissen: Schneller auf Trends und Kundenwünsche reagieren können.
Adidas plant, seine Schuhe im 3D-Druck-Verfahren deutlich schneller zu produzieren.
Foto: 2p2play - shutterstock.com

Der Sportartikelhersteller Adidas will voraussichtlich im Herbst mit der Serienfertigung von Sportschuhen aus dem 3D-Drucker beginnen. Die Sportschuhe sollen zunächst in der Speedfactory in Ansbach, später auch in einer entsprechenden Fabrik in Atlanta/USA produziert werden, teilte Adidas am Freitag mit. Mittelfristig sollen in jeder der flexibel produzierenden Fabriken jährlich rund 500000 Paar Sportschuhe hergestellt werden.

Das Dax-Konzern will damit flexibler auf Trends reagieren und mit neuen Produkten rascher auf den Markt kommen, erläuterte eine Adidas-Sprecherin. Bisher dauere es von der Entwicklung eines Schuhs bis zum Verkauf der ersten paar Schuhe rund 18 Monate; dieser Zeitraum soll in den Speedfactorys deutlich verkürzt werden. Die Fabrik in Atlanta befinde sich bereits im Bau. In Ansbach solle die Produktion im Lauf des Sommers langsam hochgefahren werden.

In den Speedfactorys soll künftig auch ein neuartiges Herstellungsverfahren integriert werden, das erstmals bei einem neuen Schuhmodell, dem "Futurecraft 3D", angewandt wird. Das Modell werde sich im Wesentlichen durch seine innovative Herstellung der Zwischensohle von anderen Sportschuhen unterscheiden. Im Herbst sollen davon zunächst 5000 Paar in die Läden kommen, kündigte die Adidas-Sprecherin an. Schon nächstes Jahr sollen es 100000 sein.

Anders als bisherige 3D-Druckverfahren werde die Zwischensohle des Modells aus einer Kunstharzflüssigkeit gewonnen. Ein spezielles Verfahren verleihe der sich verhärtenden Kunstharzmasse die gewünschte Passform. Um den Wünschen der Sportler in puncto Dämpfung und Stabilität möglichst gut entsprechen zu können, basiere das Verfahren auf Daten von 17.000 Athleten. Das Herstellungsverfahren dauere etwa 90 Minuten. "Ziel sind künftig 20 Minuten", sagte die Firmensprecherin. (dpa/rs)