Deutsche Anbieter müssen sich mehr anstrengen

Das erwarten Großunternehmen von Security-Anbietern

02.04.2019 von Harald Kesberg
Sollten Großanwender und Anbieter von IT-Sicherheitsprodukten enger zusammenarbeiten? Dazu wurden CIOs und CISOs von DAX-30-Unternehmen befragt.

Digitale Transformation, neue Geschäftsmodelle und neue Technologien erfordern eine intensivere Zusammenarbeit von Großanwendern und Anbietern von IT-Sicherheits Produkten und -Dienstleistungen. Zentrale Begrifflichkeiten sind hier Co-Creation, Kooperation und Kundenorientierung.

Kooperation und gemeinsames Problemverständnis werden für Anwender und Anbieter von IT-Sicherheit immer wichtiger.
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Die Veränderungen der IT-Landschaft führt, zum Beispiel in Folge der Vernetzung der Produktion, zu neuen Risiken in Unternehmen. Das bringt neue und auch zusätzliche Aufgaben für IT- und IT-Security-Verantwortliche, aber auch neue Anforderungen an IT- und IT-Security-Lösungen sowie deren Anbieter. Bislang wurde das Geschäft im Wesentlichen von gesetzlichen Auflagen, etwa dem IT-Sicherheitsgesetz und der DSGVO, oder den Schreckenszenarien des Cybercrime getrieben.

Eine jüngst von TeleTrusT, dem Bundesverband IT-Sicherheit, veröffentliches Whitepaper, das auf der Befragung von Entscheidungsträgern der DAX-30-Unternehmen im IT – und IT-Security Umfeld basiert, weist einen anderen Weg. Das Papier zeigt unter anderem, dass die Anforderungen insbesondere der Großabnehmer an Anbieter von IT-Security-Produkten und -Dienstleistungen einiges über den bisherigen Standard hinausgehen. Insbesondere von Anbietern deutscher Provenienz scheinen zusätzliche Anstrengungen in puncto Vertrieb und Kommunikation erforderlich zu sein.

Die Sprache der Kunden sprechen

Gewünscht wurden unter anderem eine stärkere Arbeitsunterstützung, ein tiefgreifenderes Problemverständnis für die Arbeit von CIOs und CISOs, Kommunikation auf Augenhöhe und eine enge, vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit mit den Anbietern.

Tipps für IT-Profis im Kundengespräch und Beratung
Was IT-Experten im Kundengespräch beachten müssen
Der Softwarevertrieb ist heute ohne das Wissen eines IT-Experten kaum mehr möglich. Doch das Gespräch mit dem Kunden will für Informatiker gelernt sein. Folgende Tipps zeigen, wie IT-Fachleute im Verkaufsgespräch optimal auf den Customer eingehen.
Menschlich sein
Offen und aufrichtig sein: In der Kundenbeziehung menschlich erscheinen.
Gute Vorbereitung
Gut vorbereitet sein auf die Fragen: Was sind die wichtigen Fakten, und was sollte angesprochen werden?
Flexibilität
Flexibel reagieren: Feststellen, was der Kunde gerade in diesem Moment braucht und was ihm wichtig ist.
Kontaktaufnahme
Nicht auf den ersten Schritt des Kunden warten: Berater sollten in der Kundenbeziehung aktiv sein und von sich aus Kontakt aufnehmen.
Integrität
Integer sein: Nichts versprechen, was fachlich nicht erfüllt werden kann.
Zuhören
Zuhören und die Konzentrationsspanne verlängern: Auf den Kunden hören und nicht schon beim ersten Schlüsselwort einen fachlichen Vortrag halten oder unerbetene Ratschläge erteilen.
Richtiges Antwortverhalten
Nicht vorschnell antworten: Vor der Antwort überprüfen, ob der Gedanke des Kunden richtig erfasst wurde.
Ergebnisse zusammenfassen
Konkretisieren: Aus dem Gespräch konkrete To-Dos ableiten, nachverfolgen und rückmelden. Damit behält jeder den Überblick über das Besprochene.
Positive Ausstrahlung
Freude am Thema und den Menschen haben: Das erzeugt eine positive Ausstrahlung.

Vertrauen, Kommunikation und Orientierung sind in Zeiten der Umbrüche die maßgeblichen "Währungen" im Umgang mit Partnern. Für die Adressierung von Großkunden im IT-Security Umfeld bedeutet das letztendlich den Aufbau einer auf stärkere Nachhaltigkeit angelegte, kooperative, vertrauensvolle und glaubwürdige Beziehung zum Kunden. Das bedeutet intensivere Vertriebsanstrengungen, höheren Zeitaufwand und gegebenenfalls auch den Verzicht auf "Quick wins".

Lesetipp: Studie zu Managed Security Services in Deutschland

In der Kooperation mit Entscheidungsträgern im IT- und IT-Security-Umfeld sind aktives Zuhören und die Kommunikation auf Augenhöhe, das Sprechen und Verstehen der "Sprache" von CIOs und CISOs, entscheidende Wegbereiter für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Gefragt sind Problemlösungen und Arbeitserleichterung, weniger Problembereitung und Einwegkommunikation.

Der Faktor Mensch

In diesem Zusammenhang geht es auch zunehmend um die Fähigkeit, psychologische Aspekte zu berücksichtigen, sich in "die Schuhe des anderen" zu stellen, um Empathie, die Fähigkeit, sich in Situationen und Befindlichkeiten des Kunden einzufühlen. Um im Sinne des Harvard-Verhandlungskonzeptes die Bedürfnisse hinter den geäußerten Positionen wahrzunehmen, die Hidden Agendas zu verstehen und so eine Win-Win-Situation zu ermöglichen.