Grosser Vergleichstest

Die Digitalkameras mit der besten Bildqualität

17.03.2009 von Verena Ottmann
12 Megapixel für 99 Euro? Was sich wie ein Superschnäppchen anhört, entpuppt sich oft als das Gegenteil.

12 Megapixel für 99 Euro? Was sich wie ein Superschnäppchen anhört, entpuppt sich oft als das Gegenteil. Denn um diesen Preis zu erreichen, müssen die Hersteller bei den Kamerakomponenten sparen - auf Kosten der Bildqualität. Lesen Sie in unserem Vergleichstest, welche Kamera die besten Bilder macht, und woran Sie und Ihre Kunden potentiell gute Modelle erkennen.

Die Bildqualität einer Digitalkamera hängt in der Regel von drei Faktoren ab: dem Bildsensor (CCD oder CMOS), dem Objektiv und der Bildverarbeitung durch den Prozessor. Ist beispielsweise das Objektiv einer Kamera qualitativ minderwertig, können Bilder an den Rändern eine tonnen- oder kissenförmige Verzeichnung aufweisen. Benutzt ein Bildsensor nur eine begrenzte Anzahl Fotodioden, reduziert sich die Auflösung, und Aufnahmen werden unscharf. Auch eine zu starke JPG-Kompression - für die die Bildverarbeitung zuständig ist - kann Bildfehler produzieren.

Leider kann man einer Digitalkamera nicht ansehen, ob sie gute Bilder macht oder nicht. Es gibt jedoch einige technische Ausstattungsmerkmale, bei denen Sie hellhörig werden sollten:


Hohe Auflösung = starkes Bildrauschen
Lassen Sie sich nicht vom Megapixelwahn der Hersteller anstecken. Je höher die Auflösung einer Kamera ist, desto mehr Fotodioden sitzen auf einem Sensor. Da dieser meist nicht mit der Auflösung "mitwächst", müssen die Dioden näher zusammenrücken. Dadurch kommt es zu Störungen, dem so genannten Bildrauschen. Wählen Sie daher eine Kamera mit 8 bis 10 Megapixeln (darunter gibt's kaum noch Modelle) Dann haben Sie die größten Chancen auf wenig Bildrauschen. Unser Testsieger, die Casio Exilim Pro EX-F1, arbeitet nur mit 6 Megapixeln, produzierte aber das bisher niedrigste Rauschergebnis unseres Testfelds.

Dynamikumfang: Hohe Kontraste und viele Helligkeitsabstufungen
Eine gute Digitalkamera kann hohe Kontraste ohne Ausbrennen von Lichtern und Schatten wiedergeben (Eingangsdynamik). Zudem sollte sie möglichst viele Zwischenstufen zwischen den hellsten und den dunkelsten Bildbereichen darstellen (Ausgangsdynamik). Eine Kamera, die beides hervorragend meisterte, ist die Canon Powershot A480. Mit ihr werden Sie also auch kontrast- und detailreichere Motive exakt abbilden können.


Das Schnäppchenjagd: Teuer ist nicht unbedingt besser
Der Preis einer Kamera hat nur bedingt Einfluss auf die Bildqualität. Zwar hat ein hochwertiges Innenleben auch seinen Wert. Nicht jede teure Kamera macht aber automatisch auch gute Bilder. Bestes Beispiel: Die Samsung L100, die nur 90 Euro kostet, aber immerhin auf Platz 6 unserer Topliste landete. Andererseits ist unser Spitzenreiter, die Casio Exilim Pro EX-F1 mit rund 760 Euro das derzeit teuerste Modell in unserem Kompaktkamera-Testfeld.

Die Digitalkameras mit der besten Bildqualität
Platz 3: Kodak V803
Die V803 von Kodak eignet sich durch ihr kompaktes und robustes Äußeres auch für unterwegs. Dabei ist sie schick, in acht Farben erhältlich und einfach zu bedienen. Ihre Bildqualität konnte bis auf das zum Teil starke Rauschen ebenfalls überzeugen. Die Ausstattung ist dem Preis angemessen.
Platz 5: Fujifilm Finepix F50fd
Fujis Finepix F50fd schlug sich wacker in unseren Tests. Lediglich der Auflösungsverfall zum Bildrand hin machte ihr zu schaffen - immerhin beschränkte er sich jedoch im Gegensatz zu manch anderer 12-Megapixel-Kollegin nur auf den Weitwinkel-Bereich.

Platz 1: Casio Exilim Pro EX-F1

Mit 6 Megapixeln ist die EX-F1 sicherlich nicht up to date. Kann eine Kamera mit dieser Auflösung überhaupt gegen die Konkurrenz bestehen? Aber ihr Clou liegt sowieso in der Serienbildfunktion mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Ausstattung: Die Casio Exilim Pro EX-F1 macht als Besonderheit bis zu 60 Bilder pro Sekunde in voller 6-Megapixel-Auflösung. Zwar hält die Kamera mit CMOS-Sensor dieses Tempo nur für eine Sekunde durch - für mehr reicht der Zwischenspeicher (noch) nicht. Dennoch gefiel uns dieses Feature sehr. Auch im Videomodus legt das Modell einen Zahn zu: Bis zu 1200 fps nimmt es bei 336 x 96 Pixeln auf. Wer mehr Wert auf Qualität legt, kann stattdessen den HD-Modus mit 1920 x 1080 Pixeln und 60 Halbbildern pro Sekunde einsetzen. Und damit Sie die Videos in voller Pracht auf dem Fernseher ansehen können, bietet die F1 einen HDMI-Ausgang.

Fotofreunde dürfen sich dagegen über den RAW-Modus sowie den belegbaren Objektivring freuen, über den Sie das Zoom oder die Fokussierung manuell steuern. Auch Schärfe, Sättigung und Kontrast lassen sich manuell einstellen. Der Bildstabilisator steht in vier Modi zur Verfügung: Die Automatik geht gegen Hand- und Motivbewegungen vor. "Kamera-AS" schützt nur vor Wacklern der Hand, "Bild-AS" gegen solche des Motives, wobei bei dieser Option lediglich die Empfindlichkeit erhöht wird. Ein Demo-Modus zeigt Ihnen die Auswirkungen von "Kamera-AS".

Handhabung: Die F1 ist hauptsächlich über zwei Drehregler und ein Wippkreuz zu bedienen. Mit dem ersten Drehregler wählen Sie den Modus bei den Einzelbildaufnahmen - also Automatik (rotes Rechteck), Blendenvorwahl (A) und Zeitvorwahl (S) - sowie die Motivprogramme (BS = Best Shot). Der zweite Drehregler kümmert sich um die Serienbildfunktion, beziehungsweise stellen Sie hier auch den Einzelbildmodus ein: Es sind Serienbilder mit Blitz (maximal 20 mit 2 Megapixeln) und ohne Blitz (bis zu 60 pro Sekunde) möglich. Außerdem kann die Kamera Bilder nachträglich aufzeichnen, in dem sie alles, was mit halb durchgedrücktem Auslöser eingefangen wird, im Zwischenspeicher ablegt und nach dem Auslösen rückwirkend abspeichert. Belichtungsreihen sind über Belichtungswert, Fokusebene oder Weißabgleich möglich. Eine Zeitlupenfunktion zeigt Ihnen bei halb durchgedrücktem Auslöser ein bewegtes Motiv in Zeitlupe auf dem Display an. Haben Sie Ihre Wunschpose gefunden, drücken Sie den Auslöser durch.

Schließlich hat die F1 noch ein Wippkreuz, über das Sie durch die verschiedenen Untermenüs navigieren. Praktisch: Die Videofunktion lässt sich über einen separaten Knopf starten, den Sie bequem mit dem rechten Daumen erreichen und über den Sie auch die Videoqualität einstellen. Weniger gefiel uns jedoch das Handbuch zur Kamera. Da unter jedem deutschsprachigen Punkt auch immer die niederländische sowie die finnische Übersetzung steht, ist das Handbuch sehr unübersichtlich. Darüber hinaus sind die Beschreibungen mancher Funktionen auch nur im Handbuch-PDF auf der CD zu finden.

Bildqualität: Man möchte meinen, Casio hätte bei der F1 nur auf die tolle Ausstattung geachtet, und die Bildqualität stünde nur an zweiter Stelle. Unsere Tests bewiesen jedoch das Gegenteil: Bis ISO 800 stellten wir nur wenig Bildrauschen fest. Lediglich bei ISO 1600 waren die Ergebnisse dann nicht mehr akzeptabel. Die Helligkeit ließ von der Bildmitte zum Rand dagegen gar nicht nach, und auch der Wirkungsgrad war für eine 6-Megapixel-Kamera sehr gut.

Einziger Kritikpunkt: Die Auflösung der Kamera ließ im Telebereich zur Bildmitte hin etwas nach, was ungewöhnlich ist. Normalerweise passiert so etwas eher zum Bildrand. Dennoch gab selbst dieser Messwert keinen Anlass zur Sorge. Der Dynamikumfang war ebenfalls hoch, so dass Sie mit dieser Kamera auch kontrastreichere Motive noch mit allen Details einfangen.

Fazit: Mit der EX-F1 gelang Casio ein absoluter Volltreffer. Wer eine Kamera mit vielen tollen Extras sucht - hervorzuheben sind natürlich die diversen Serienfunktionen -, der liegt hier goldrichtig. Denn auch die Bildqualität überzeugte uns. Allerdings müssen Sie für so viel technische Raffinesse auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Testergebnisse und technische Daten

Digitalkameras

Casio Exilim Pro EX-F1

Anbieter

Casio

Weblink

www.casio-europe.com

Garantie

24 Monate

TESTERGEBNISSE

Gewicht

760 Gramm

DC Tau 4.0

Nettodateigröße (Mittelwert, KB)

10956

Wirkungsgrad (Mittelwert, %)

79.0; sehr gut

Max. Verzeichnung Weitwinkel (%)

-0.9; leicht tonnenförmig

Eingangsdynamik (Blendenstufen)

9.3; sehr gut

Ausgangsdynamik (Helligkeitsstufen)

248; gut

Rauschen bei ISO 100

2.45; ausgezeichnet

Scharfzeichnungsstufen

11.4; ausgezeichnet

TECHNISCHE DATEN

Auflösung

5,9 Megapixel

Opt./dig. Zoom

12-/4fach

Brennweite

36 bis 432 mm

Speicher/-Typ

31.9 MB/intern

Optischer Sucher

ja

Displaygröße

2.8 Zoll

Platz 2 bis 5

Platz 2: Fujifilm Finepix S100FS
Mit der S100FS hat Fujifilm zwar einen ziemlichen Brocken im Sortiment (stolze 911 Gramm). Die tolle Ausstattung der Bridge-Kamera, die super Bildqualität und das wertige Gehäuse sollten jedoch auch ernsthafte Fotografen überzeugen.

Ausführlicher Testbericht: Fujifilm Finepix S100FS

Platz 3: Kodak V803
Die V803 von Kodak eignet sich durch ihr kompaktes und robustes Äußeres auch für unterwegs. Dabei ist sie schick, in acht Farben erhältlich und einfach zu bedienen. Ihre Bildqualität konnte bis auf das zum Teil starke Rauschen ebenfalls überzeugen. Die Ausstattung ist dem Preis angemessen.

Ausführlicher Testbericht: Kodak V803

Platz 4: Casio Exilim EX-Z300
In Sachen Technik hat die Casio Exilim EX-Z300 einige Spezialitäten zu bieten, um die sich vornehmlich die neue Mehrkern-CPU kümmert. Aber auch die Bildqualität konnte uns überzeugen, denn die Kamera erwies sich als besonders rauscharm und hatte einen hohen Dynamikumfang. Lediglich die nachlassende Auflösung verpasste unserer Begeisterung einen Dämpfer.

Ausführlicher Testbericht: Casio Exilim EX-Z300

Platz 5: Fujifilm Finepix F50fd
Fujis Finepix F50fd schlug sich wacker in unseren Tests. Lediglich der Auflösungsverfall zum Bildrand hin machte ihr zu schaffen - immerhin beschränkte er sich jedoch im Gegensatz zu manch anderer 12-Megapixel-Kollegin nur auf den Weitwinkel-Bereich.

Ausführlicher Testbericht: Fujifilm Finepix F50fd

Platz 6 bis 10

Platz 6: Samsung L100
Einziger wichtiger Kritikpunkt bei der Samsung L100 war die nur mäßige Eingangsdynamik. Ansonsten machte die Kamera gute Bilder und ließ sich einfach bedienen. Allerdings sollten Sie das proprietäre USB-Kabel immer zum Datentransfer dabei haben.

Ausführlicher Testbericht: Samsung L100

Platz 7: Casio Exilim EX-Z200
Bis auf die doch recht ungleichmäßige Auflösung schnitt die Casio-Kamera in unseren Bildqualitättstests gut ab. Außerdem gefiel uns die einfache Bedienung und die teils außergewöhnlichen Funktionen wie die Gesichtswiedererkennung, die bis zu sechs abgespeicherte Gesichter beim Fotografieren wiedererkennt und darauf fokussiert.

Ausführlicher Testbericht: Casio Exilim EX-Z200

Platz 8: Samsung L310w
Samsungs Einsteigerkamera gefiel uns aufgrund ihres geringen Bildrauschens sehr gut. Allerdings war ihre Auflösung für eine 13-Megapixel-Kamera nur Durchschnitt. Die vielen Funktionen - manuell und automatisch - bieten jedoch ein breites Einsatzspektrum.

Ausführlicher Testbericht: Samsung L310w

Platz 9: Samsung WB500
Samsungs kompakter Superzoomer mit Weitwinkelobjektiv bietet einige technischen Schmankerl. So eignet sich die Kamera dank 24mm-Brennweite, Gesichtserkennung, Beauty Shot, Blinzelwarnung & Co. besonders gut für Porträts. Die Bildqualität war ordentlich, vor allem hinsichtlich des Bildrauschens schnitt das 10-Megapixel-Modell gut ab.

Ausführlicher Testbericht: Samsung WB500

Platz 10: Canon Powershot A480
Wer eine einfach zu bedienende Kamera ohne viel Schnickschnack sucht, ist mit der Canon Powershot A480 gut beraten. Die Kandidatin schlug sich bei den Bildqualitätstests überwiegend gut, nur das zum Teil heftige Bildrauschen trübte unsere Freude. Wer jedoch die Empfindlichkeit nicht über ISO 100 wählt, darf sich über ein tolles Schnäppchen freuen.

Ausführlicher Testbericht: Canon Powershot A480

Von Verena Ottmann, PC-Welt