So wird 2011

Drei Fragen an Martin Berchtenbreiter, Microsoft

31.12.2010
Wir haben die wichtigsten Unternehmen im ITK-Markt nach ihren Aussichten für 2011 befragt.

Wir haben die wichtigsten Unternehmen im ITK-Markt nach ihren Aussichten für 2011 befragt. Hier die Antworten von Martin Berchtenbreiter , Senior Direktor Mittelstand und Partner sowie Mitglied der Geschäftsleitung der Microsoft Deutschland GmbH:

Wie schätzen Sie die Aussichten der ITK-Branche für 2011 ein?

Die Aussichten für 2011 könnten nicht besser sein. Viele Unternehmen haben die Krise überwunden und investieren wieder verstärkt in IT. Der Bitkom geht von zwei Prozent Wachstum im IT-Markt in 2011 aus. Und das ist gut so, ist doch IT einer der größten Innovationstreiber in Unternehmen. Das trifft übrigens nicht nur auf Großunternehmen zu. Auch kleine und mittelständische Unternehmen werden in IT investieren. Noch nutzen nur zwei von drei Kleinunternehmen mit bis zu 75 PC-Arbeitsplätzen – insgesamt zirka 1,5 Millionen Unternehmen – keine Servertechnologie. Der große Bedarf bei unseren Kunden, wird unseren Partnern und auch Microsoft 2011 weiter Aufwind geben.

Was kommt 2011 auf Ihr Unternehmen zu?

Wir setzen weiter auf die Cloud und werden viele neue Lösungen wie beispielsweise Office 365, Intune oder CRM Online auf den Markt bringen. Allerdings wird 2011 sicher nicht ein Jahr wie 2009 oder 2010 werden, in denen wir einige unserer größten Produktoffensiven hatten. 2010 sind wir mit dem Rückenwind von Windows 7 und Office 2010 in allen Geschäftsbereichen deutlich gewachsen. Dieses Momentum wollen wir 2011 natürlich beibehalten und investieren dafür auch kräftig.

Im Rahmen unserer neuen GoCloud-Initiative fließen 100 Millionen Euro in Cloud Computing, 20 Millionen davon in unser Partnernetzwerk. Allerdings ist uns auch bewusst, dass wir 2011 viel verändern müssen und dies ist bekanntlich nicht immer einfach. Cloud Computing heißt vor allem für unsere Partner, mit denen wir 95 Prozent unseres Umsatzes realisieren, ein Umdenken in den Geschäftsmodellen und der Kundenansprache. Den Weg in die Cloud werden und müssen wir daher weiterhin gemeinsam mit unseren Partnern sehr bewusst gestalten.

Was werden 2011 die Trends der ITK-Branche sein?

Wir sehen einige Trends, die die Branche maßgeblich bestimmen werden:

  1. 2011 wird aus unserer Sicht ein wahres IT-Investitionsjahr. Haben die Unternehmen in den Krisenjahren eher ihre IT-Baustellen eher notdürftig geflickt, steht nun in vielen Betrieben eine Generalüberholung an.

  2. Der wichtigste IT-Trend ist natürlich Cloud Computing. Die Online-Services haben einen Paradigmenwechsel im Markt ausgelöst. Cloud-Lösungen sind auch einer DER Wachstumstreiber: Laut BITKOM wird sich der Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland bis 2015 nahezu verachtfachen.

  3. Auch die „Consumerization“ der IT wird weiter voranschreiten. In nahezu allen Unternehmensbereichen sind die Digital Natives angekommen. Sie sind mit Internet, Facebook & Co aufgewachsen und wollen auch beruflich Anwendungen und Technologien nutzen, die sie privat bevorzugen.

  4. Mobilität: Der Absatz von Smartphones stieg in Deutschland in diesem Jahr um 39 Prozent. Egal ob PC, Laptop oder Smartphone, Mitarbeiter wollen heute von überall Zugriff auf ihre IT und Dokumente haben. Dahinter stehen das zunehmende Bedürfnis nach Mobilität und schnellerer und einfacherer Kommunikation. Diese neue Art der Arbeit ist spannend und wird auch 2011 die Nachfrage nach IT bestimmen.

  5. Green IT: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden in Zukunft maßgeblich den Erfolg neuer IT Lösungen und Innovationen mit beeinflussen. Schon jetzt zeigen Untersuchungen von Accenture, dass die Nutzung betrieblicher Anwendungen in der Cloud CO2-Einsparungen von über 30 Prozent möglich machen. Auch das ist ein wichtiges Entscheidungskriterium in vielen Unternehmen. Die Diskussion von Greenpeace zur Energieversorgung der Facebook-Serverzentren ist übrigens ebenfalls ein Ausdruck dieses Bewusstseins der Anwender.
    (rw)

Lesen Sie hier, was andere führende Köpfe des ITK-Channels für 2011 erwarten.