Eine etwas andere Art, Daten zu speichern

12.07.2000
Mit Firewire beginnt sich nach und nach eine weitere Schnittstelle zu etablieren. Beispielsweise bietet Comline neuerdings eine externe Festplatte mit einem IEEE-1394-Anschluss an. ComputerPartner testete ein Gerät unter Windows ME und Windows 2000.

Aie Idee, Daten auf einer externen Festplatte transportierbar und austauschbar zu machen, ist nicht neu. Die ersten Versuche in diese Richtung waren im Computergehäuse eingebaute Wechselrahmen. Die Nutzung solcher Rahmen ist aber nur dann möglich, wenn zum Beispiel der Rechner einen Rahmen des gleichen Herstellers besitzt. Lösungen mit dem Parallelanschluss sind dagegen wegen des geringen Durchsatzes nur bedingt sinnvoll. Bleiben noch externe SCSI-Festplatten, die aber einen entsprechenden Adapter verlangen und zudem teuer sind.

Die Firewire-Technologie ist nun - nicht zuletzt durch die hohe Bandbreite - auf dem besten Weg, eine ernst zu nehmende Alternative zu werden, auf schnelle und einfache Art externe Festplatten zu nutzen. Der vorliegende Test zeigt jedoch, dass die Leistungsfähigkeit von IDE-Festplatten aber nicht annähernd ausgeschöpft wird.

Auspacken und loslegen?

Comline versendet die Festplatte, die in einem Plastikgehäuse im I-Mac-Design montiert ist, in einer Pappschachtel. Nach Angaben des Unternehmens werden je nach Marktlage Festplatten unterschiedlicher Anbieter verwendet. ComputerPartner erhielt eine 20,4-GB-Festplatte von Seagate aus der U10-Reihe mit der Bezeichnung "ST320423A". Zum Lieferumfang gehört neben einem Stromkabel auch ein IEEE-1394-Firewire-Anschlusskabel. Eine CD mit der Software "Disk Control 1.1 Firewire 2.4 Mac" der Firma El-Gato, die den Betrieb am Macintosh erlaubt, ist ebenfalls Teil der Lieferung.

Ein Adapter zum Anschluss des externen Festplattenlaufwerks gehört allerdings nicht zur Standardausrüstung. Comline liefert aber - gegen gesonderte Rechnung - einen OHCI-konformen IEEE-1394-Firewire-Adapter von Texas Instruments mit zwei Anschlüssen. Kleiner Hinweis am Rande: Für den Betrieb von Firewire-Peripheriegeräten ist unbedingt ein OHCI (Open Host Controller Interface) nötig. Leider entsprechen nicht alle derzeit auf dem Markt erhältlichen Firewire-Adapter dieser Anforderung.

Als einen großen Nachteil empfand ComputerPartner des Weiteren, dass die externe Festplatte ohne Literatur in Form eines Handbuchs oder einer CD ausgeliefert wird. Es lässt sich lediglich ein Handzettel finden, der dem Kunden einen Hinweis auf die "Einschaltprozedur"gibt.

Technik und Installation

Die zum Einsatz kommende IDE-ATA/66-Festplatte dreht mit 5.400 Umdrehungen pro Minute und besitzt einen 512 KB großen Cache. Das Laufwerk entspricht somit nicht dem neuesten Stand der Technik. Neben der Platte sind ein Netzteil, ein Lüfter und eine Platine mit der ATA-1394-Bridge sowie Treiberbausteine für die zwei 1394-Ports implementiert.

Das externe Festplattenlaufwerk wird über die Anschlüsse an der Rückseite mittels des Firwire-Kabels mit dem Adapter verbunden. Über das mitgelieferte Stromkabel werden die Festplatte und der Lüfter mit Strom versorgt. Die Protokoll-Umsetzung von ATA auf IEEE-1394 erfolgt im Laufwerk selbst durch den Bridge-Baustein SYM13FW500 von Symbios Logic.

Nach dem Windows-2000-Start wurden der Firewire-Adapter sofort erkannt und die Treiber automatisch implementiert. Der Geräte-Manager zeigt daraufhin die neue Festplatte an. Über die Datenträgerverwaltung und den entsprechenden Assistenten war es ein Leichtes, Partitionen zu erstellen und Laufwerksbuchstaben zuzuordnen. Nach dem Formatieren war die Festplatte einsatzbereit.

Auch das Betriebssystem Windows ME erkannte den Adapter auf Anhieb und implementierte die entsprechenden Treiber. Die Festplatte war dann nach einem Systemneustart ansprechbar und betriebsbereit. Bei Windows 2000, Windows 98 Second Edition und Windows ME ist die OHCI-Unterstützung integrierter Bestandteil des Systems. Bei beiden Betriebssystemen, unter denen ComputerPartner testete, ist ein Symbol in der Taskleiste mit der Bezeichnung "Hardware entfernen/auswerfen" sichtbar. Bei Klicken auf dieses Symbol öffnet sich ein Fenster mit der Anzeige "SYM13FW500-Disk-Drive IEEE.1394 SBP2 Device". Das Laufwerk lässt sich dann während des laufenden Betriebes deaktivierten beziehungsweise erneut aktivieren.

Im Praxistest

ComputerPartner verwendete zum Test der Leistungsdaten das "Winbench 99"-Programm. Die durchschnittliche Datenübertragungsrate ergab den Wert 12,2 MB/s. Bei den heute erhältlichen Festplatten mit Datentransferraten von 30 MB/s und mehr ist das nicht gerade ein berauschender Wert. Die durchschnittliche Zugriffszeit beläuft sich auf 19,8 Millisekunden.

Aus diesen Werten ist abzuleiten, dass die eigentliche Leistung der Seagate-Platte nicht erreicht wird. Der Grund ist die Protokollumsetzung durch die ATA-1394-Bridge. Die Durchschnittswerte, die sich im Praxistest (Lesen, Schreiben, Kopieren) ergaben, zeigten einen um zirka 18 Prozent niedrigeren Durchsatz als beim Betrieb der Festplatte an der IDE-Schnittstelle.

Beim eingesetzten Seagate-Modell fällt der Leistungsverlust allerdings noch relativ gering aus, da die Festplatte - bezogen auf die Leistungsdaten - nicht gerade zu den modernsten Komponenten zählt. Alle für Comline in Frage kommenden Platten von Seagate, IBM oder Quantum sind sich von den Leistungsdaten her ähnlich, da schnellere Festplatten durch die oben genannte Protokollumsetzung ausgebremst werden und deshalb keinen Sinn machen.

Die Händlerunterstützung gehört zur Kategorie "Standard". Auf der Website des Unternehmens finden sich Hinweise zum technischen Support über Telefon, Fax und E-Mail. Die Hotline ist von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 18.00 Uhr und freitags von 8.30 bis 16.00 Uhr erreichbar. (hl)

<b>Kurzgefasst</b>

Die externe Firewire-Festplatte von Comline ist eine interessante Lösung, wenn größere Datenmengen mobil nutzbar sein sollen. Der Datenschutz ist ein weiterer positiver Gesichtspunkt: Die Festplatte lässt sich leicht vom System trennen, wodurch kein Zugriff auf die Daten erfolgen kann.

Die problemlose Installation und Inbetriebnahme ist - insbesondere für den nicht professionellen Nutzer - von großem Vorteil. Ein hohes Maß an Flexibilität wird dadurch gewährleistet, dass während des laufenden Betriebs des PCs das Entfernen und erneute Anschließen (Hot Plugging) möglich ist. Da die Transferraten, das Handbuch und der Händler-Support aber kaum befriedigen können, ist nicht mehr als die Note Drei drin.

Anbieter:

Comline GmbH

Gewerbegrund 6

24955 Harrislee

Tel.: 04 61/7 73 03-40

Fax: 04 61/7 73 03-90

www.comlinehq.com

Preis:

VK: 619 Mark

Vertrieb/Distribution:

Comline

Wertung:

Gerät: 3

Lieferumfang: 2

Handbuch: 4

Ease-of-Use: 1

Händler-Support: 3

CP-Tipp: 3

(Bewertung nach Schulnoten)