Breitbandausbau auf dem Land

FTTH-Projekt der Telekom nimmt erste Hürde

05.03.2018 von Peter Marwan
Die rund 10.200 Bürger der fränkischen Gemeinde Bad Staffelstein konnten sich seit Dezember für einen Glasfaseranschluss registrieren. Die von der Telekom geforderte Quote von 30 Prozent wurde zum Ende der Vormerkphase im Februar erreicht.

Bad Staffelstein in Franken wird die erste Gemeinde in Deutschland, in der die Telekom FTTH-Anschlüsse anbietet. Das steht jetzt fest, nachdem in der sogenannten Vormerkphase von Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 die erforderlichen 750 Bestellungen eingegangen sind. Die Bürger können damit künftig Internetanschlüsse mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 1 GBit/s nutzen.

Die Telekom hatte ihre Ausbauzusage an eine sogenannte "Vorvermarktungsquote" von 30 Prozent der Haushalte geknüpft. Das bedeutete, dass in der Kernstadt von Bad Staffelstein - also dem Ort ohne seinen Ortsteilen - mindestens 750 Bestellungen eingehen mussten. Insgesamt gibt es in dem Ort rund 2900 Wohngebäude und 4600 Haushalte. Im Ausbaugebiet liegen davon 1406 respektive 3033.

Das Pilotprojekt für den FTTH-Ausbau Glasfaserausbau der Telekom im fränkischen Bad Staffelstein ist erfolgreich angelaufen: In der Vormerkphase haben sich die erforderlichen 30 Prozent der Haushalte eintragen lassen.
Foto: Deutsche Telekom

Die Verlängerung der Vormerkphase bis Ende März bedeute keineswegs, dass die Ziele nicht erreicht wurden, erklärte Telekom-Sprecher Markus Jodl auf Anfrage gegenüber ChannelPartner. Die Frist für die Beantragung von Hausanschlüssen sei lediglich verlängert worden, weil die Telekom noch Potenzial sehe und Spätentschlossenen eine Chance geben wolle. Außerdem ließen sich dann die Bauarbeiten besser planen. Mit denen will die Telekom in der zweiten Märzhälfte beginnen. Der Glasfaserausbau in Bad Staffelstein soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Beim Ausbau setzt die Telekom zum Großteil auf das Trenching-Verfahren. Dabei werden keine Gräben ausgebaggert, sondern lediglich Schlitze in den Bodenbelag gefräst. Dadurch reduziert sich die die für die Baumaßnahmen erforderliche Zeit im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren laut Telekom auf etwa ein Viertel.

Die für den FTTH-Ausbau vorgesehenen Teile der Kernstadt von Bad Staffelstein.
Foto: Deutsche Telekom

Noch 2018 will die Telekom nach dem in Bad Staffelstein erprobten Modell den Glasfaserausbau in weiteren Kleinstädten in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Thüringen angehen. Die nächsten drei Orte sind Bruchsal, Markkleeberg und Hildburghausen. Dort wurde mit der Vorvermarktung am 7. Februar begonnen.

Grundsätzlich gibt es dabei zwei Möglichkeiten. Entweder wird lediglich ein "Auftrag zur unentgeltlichen Herstellung eines Telekommunikationsnetzes" (HTN) abgegeben. Dann wird das Glasfaserkabel bis in den Keller verlegt. Der Anschluss kann später aktiviert werden. Für Kunden, die zusammen mit dem FTTH-Auftrag direkt ein Produkt wie MagentaZuhause buchen, ist zudem die Hausverkabelung kostenfrei. Bei ihnen wird also das Glasfaserkabel bis zum Router in die Wohnung geführt.

Anfang Oktober 2017 hatte die Telekom angekündigt, zunächst 20 Gewerbegebiete in 14 deutschen Städten und Gemeinden mit Glasfaser anzubinden. Mit dem Schritt wurden für 2018 rund 5000 Betrieben Internetzugänge mit bis zu 1 GBit/s in Aussicht gestellt. Bis Ende des Jahres sollen von der Telekom insgesamt 100 Gewerbegebiete in Deutschland mit hohen Bandbreiten bedient werden.

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