Fujitsu Siemens-Chef Kemp: Unser Umsatz stagniert

10.07.2003
Die Abhängigkeit des Computerbauers Fujitsu Siemens (FSC) vom deutschen Markt - hier erwirtschaftet das Unternehmen rund 50 Prozent seiner Umsätze - führt dazu, dass man in der Deutschland-Zentrale in Bad Homburg für dieses Jahr mit stagnierenden Umsätzen rechnet. Trotzdem, so sagte Geschäftsführer Ulrich Kemp gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD), werde der Gewinn für das abgeschlossene Geschäftsjahr 002/03 (Ende: 31. März) leicht über dem des Vorjahres liegen. Der nach Marktanteilen größte Computerbauer Europas mit Hauptsitz im niederländischen Maarssen hatte im Geschäftsjahr 2001/02 rund 5,3 Milliarden Euro Umsatz getätigt. Als Vorsteuergewinn blieben acht Millionen Euro übrig. Ganz sicher ist sich Kemp mit seiner Prognose jedoch nicht. Nachdem entgegen der Planung der Anteil des europäischen Geschäftes sinkt, der Deutschland-Anteil aber steigt, so Kemp, erwarte man "noch einige positive Signale" für die zweite Hälfte 2003. Woher die kommen sollen, scheint unklar, nachdem Kemp davon ausgeht, dass der deutsche IT-Markt in diesem Jahr um zwischen fünf und zehn Prozent schrumpfen werde. Zwar setzt man in Bad Homburg offensichtlich auf Marktanteilzuwächse - "wir werden Marktanteile gewinnen", so Kemp gegenüber der FTD -, doch angesichts der Kämpfe um Rechner-Marktanteile dürfte der Zuwachs von einem Margenschwund begleitet sein. "Der seit anderthalb Jahren bestehende Trend in der Industrie, Projekte zu verschieben, hält an", stellt Kemp fest. Da Fujitsu Siemens 80 Prozent seines Umsatzes mit Firmenkunden mache, sei die Firma vom Investitionsstop beziehungsweise der Verschiebung von IT-Projekten direkt betroffen. Dem versucht FSC mit verstärkten Partnerinitiativen entgegen zu steuern. "Kleine und mittelständische Unternehmen zu erreichen, ist alleine nicht möglich", weiß Kemp. Den Anteil des kostspieligen Endverbrauchergeschäfts zu steigern, hält er für wenig sinnvoll: "Im Regelfall wächst man im Konsumentenbereich nicht profitabel." Laut dem Marktforschungsunternehmens hält Fujitsu Siemens in Deutschland einen Marktanteil von 22 Prozent - Stand erstes Quartal 2003 - und liegt damit vor Hewlett-Packard und Dell. Gemessen allerdings an den Marktanteilen der be Unternehmen vor dem Joint-Venture im Jahr 1999 mit insgesamt 35 Prozent ein deutlicher Verlust. Dazu Kemp gegenüber der FTD: "So eine Fusion kostet immer Kraft und Umsatz." Europaweit liegt FSC mit einem Marktanteil von rund acht Prozent hinter Hewlett Packard mit 20 und Dell mit zwölf Prozent.(wl)

Die Abhängigkeit des Computerbauers Fujitsu Siemens (FSC) vom deutschen Markt - hier erwirtschaftet das Unternehmen rund 50 Prozent seiner Umsätze - führt dazu, dass man in der Deutschland-Zentrale in Bad Homburg für dieses Jahr mit stagnierenden Umsätzen rechnet. Trotzdem, so sagte Geschäftsführer Ulrich Kemp gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD), werde der Gewinn für das abgeschlossene Geschäftsjahr 002/03 (Ende: 31. März) leicht über dem des Vorjahres liegen. Der nach Marktanteilen größte Computerbauer Europas mit Hauptsitz im niederländischen Maarssen hatte im Geschäftsjahr 2001/02 rund 5,3 Milliarden Euro Umsatz getätigt. Als Vorsteuergewinn blieben acht Millionen Euro übrig. Ganz sicher ist sich Kemp mit seiner Prognose jedoch nicht. Nachdem entgegen der Planung der Anteil des europäischen Geschäftes sinkt, der Deutschland-Anteil aber steigt, so Kemp, erwarte man "noch einige positive Signale" für die zweite Hälfte 2003. Woher die kommen sollen, scheint unklar, nachdem Kemp davon ausgeht, dass der deutsche IT-Markt in diesem Jahr um zwischen fünf und zehn Prozent schrumpfen werde. Zwar setzt man in Bad Homburg offensichtlich auf Marktanteilzuwächse - "wir werden Marktanteile gewinnen", so Kemp gegenüber der FTD -, doch angesichts der Kämpfe um Rechner-Marktanteile dürfte der Zuwachs von einem Margenschwund begleitet sein. "Der seit anderthalb Jahren bestehende Trend in der Industrie, Projekte zu verschieben, hält an", stellt Kemp fest. Da Fujitsu Siemens 80 Prozent seines Umsatzes mit Firmenkunden mache, sei die Firma vom Investitionsstop beziehungsweise der Verschiebung von IT-Projekten direkt betroffen. Dem versucht FSC mit verstärkten Partnerinitiativen entgegen zu steuern. "Kleine und mittelständische Unternehmen zu erreichen, ist alleine nicht möglich", weiß Kemp. Den Anteil des kostspieligen Endverbrauchergeschäfts zu steigern, hält er für wenig sinnvoll: "Im Regelfall wächst man im Konsumentenbereich nicht profitabel." Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC hält Fujitsu Siemens in Deutschland einen Marktanteil von 22 Prozent - Stand erstes Quartal 2003 - und liegt damit vor Hewlett-Packard und Dell. Gemessen allerdings an den Marktanteilen der be Unternehmen vor dem Joint-Venture im Jahr 1999 mit insgesamt 35 Prozent ein deutlicher Verlust. Dazu Kemp gegenüber der FTD: "So eine Fusion kostet immer Kraft und Umsatz." Europaweit liegt FSC mit einem Marktanteil von rund acht Prozent hinter Hewlett Packard mit 20 und Dell mit zwölf Prozent.(wl)