USA holen auf

Internetauftritte europäischer Firmen top

09.04.2008 von Armin Weiler
Die Homepages von deutschen und gesamteuropäischen Unternehmen bieten einen höheren Qualitätsstandard als jene der internationalen Konkurrenz.

Die Homepages von deutschen und gesamteuropäischen Unternehmen bieten einen höheren Qualitätsstandard als jene der internationalen Konkurrenz. Zu diesem Schluss kommt das unabhängige Beratungsunternehmen Bowen Craggs in einem Index, der die Effektivität von Internet-Präsenzen analysiert. Unter den 75 nach Marktkapitalisierung weltweit größten Unternehmen liegen die Websites acht europäischer Konzerne unter den Top-Ten. An der Spitze findet sich der Internetauftritt des deutschen Elektronikkonzerns Siemens wieder. Ebenfalls in die vorderen Ränge schafft es die Homepage des Energieversorgers E.On auf Platz sieben.

"Grundsätzlich stellt eine Homepage die Visitenkarte des Unternehmens dar. Es gibt jedoch verschiedene Aspekte, auf welche Art und Weise Homepages funktionieren können", meint Harald Summa, Geschäftsführer beim Verband der deutschen Internetwirtschaft eco, im Gespräch mit pressetext. Darüber hinaus würden verschiedene Philosophien und Ansichten darüber existieren, wie Homepages zu gestalten sind. "Ich glaube, der Großteil der Unternehmen hat begriffen, dass ein vernünftiger Internetauftritt relevant ist. Nun geht der Trend auch weg von Websites als klassische und statische Visitenkarten hin zu Portalen, die bestimmte Funktionen erfüllen", erklärt Summa.

Nach dem Platzen der Internet-Blase 2001 wurden Firmenauftritte im Internet stark vernachlässigt. Besonders in den USA machte sich die Enttäuschung über das Web bemerkbar. Mittlerweile würde dem Medium jedoch jene Aufmerksamkeit geschenkt, die es verdiene. Entsprechend holen US-amerikanische Unternehmen gegenüber den führenden europäischen auf. Im Vorjahr haben über 50 Prozent der US-Betriebe größere Überarbeitungen ihrer Webseiten durchgeführt. Auf diese Weise konnte dem Index zufolge der Internetauftritt von Coca-Cola auf Platz zehn vorstoßen und Google (Platz elf) bzw. Microsoft (Platz 13) auf die Ränge verweisen. Insgesamt wurden im Vorjahr nur an einem Drittel der 75 Webseiten Verbesserungsversuche unternommen.

Optimierungen sind besonders an den Homepages aus dem Rest der Welt erforderlich. Unternehmen aus China und Russland füllen das Schlussfeld des Rankings. "Hier hinken Aussehen und Funktion der Unternehmensauftritte der Entwicklung Jahre hinterher", heißt es in einem Bericht der Financial Times. Missstände im regionalen Vergleich zeigt das Ranking auch in Japan auf. So kommt beispielsweise Hondas internationale Seite nicht an den Ableger der US-Präsenz heran. In den Index, der eine Gesamtbewertung der Homepages darstellt und nicht nur einzelne Aspekte fokussiert, fließen ausschließlich Daten von Experten und nicht von Nutzern ein. Erhoben wird, welchen Zweck bzw. welche Funktion eine Website erfüllen soll und wie gut dies umgesetzt werden konnte. So wird der Aufbau einer Seite bewertet, Inhalt und Funktionalität werden in Relation gesetzt. (pte)