Tipps zur verbalen und nonverbalen Kommunikation

Körpersprache im Meeting

21.02.2018 von Michael  Kaune
Der Einfluss von Mimik, Gestik, Haltung und Gefühlen auf die eigene Wirkung in Sitzungen wird oft unterschätzt. Ein erfolgreiches Auftreten im Meeting wird aber nur erreicht, wenn Kongruenz zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation gelingt. Wie Sie das schaffen und üben können, lesen Sie hier.
 
  • Der Körper spricht, auch wenn man nicht verbal kommuniziert.
  • Vor und im Meeting sollte man unbedingt auf seine Gedanken und Gefühle achten.
  • Die eigene sowie die Körperwahrnehmung von anderen kann trainiert werden.

In Zeiten von Back to Office sind Präsenzmeetings wieder auf die Tagesordnung. Gerade, wenn es um Kundenprojekte und ähnliches geht, ist ein konsequenter Austausch mit Vorgesetzten und Kollegen besonders wichtig. Vielen Teilnehmern ist dabei gar nicht bewusst, dass sie, auch wenn sie nicht verbal kommunizieren, so doch ständig mit ihrem Körper sprechen. Der Grund: Auch nonverbale Signale, das heißt jede Art von Körpersprache, sei es Mimik, Gestik oder Haltung, transportieren Botschaften. Stimme, Wortwahl, Tonlage und Körpersprache haben großen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit und Wirkung. Dessen sind sich die wenigsten wirklich bewusst.

Die Mimik der Gesprächspartner in Meetings kann viel über deren Einstellung zum Thema verraten.
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Wer zum Beispiel in ein Meeting geht und dabei schon an eine beteiligte Person denkt, mit der eher negativen Erfahrungen verbindet, wird Körpersprache und Mimik mit großer Wahrscheinlichkeit unbewusst darauf ausrichten. Das heißt, eher einen verärgerten, gestressten und angespannten Eindruck machen. Deshalb der Rat: Vor und im Meeting unbedingt auf Gedanken und Gefühle achten, denn sie werden durch das eigene Verhalten sowie die Körpersprache sichtbar.

Verbale und nonverbale Kommunikation

Oft ist es auch der Fall, dass man in Meetings, Sitzungen oder Gesprächen nicht immer sagt, was man denkt und wie man sich fühlt. Doch genau das führt häufig zu Irritationen auf der anderen Seite. Vielleicht kennen Sie diese Gefühl? Irgendetwas war da komisch im Meeting, aber man kann nicht genau sagen was… Das kommt von den unbewussten Signalen des Körpers.

Mit solchen unbewussten Gesten reagiert der Körper auf seinen Gesprächspartner, auf die Gesprächssituation. Die Signale im Gesicht oder die Körperhaltung verändern sich dabei meist unbewusst. Insbesondere Gefühlszustände wie Freude und Ärger, aber auch Angst und Anspannung machen sich durch unbewusste Körpersignale deutlich bemerkbar.

Wir nehmen das Verhalten zumeist unterschwellig wahr, können es dann nicht richtig erklären und doch haben wir ein "Gefühl"… das Meeting ist irgendwie gut gelaufen oder da war etwas, was irgendwie gestört und nicht gepasst hat, etc. Der Grund: Erst wenn verbale und nonverbale Kommunikation zusammenpassen, kommt etwas glaubhaft und authentisch bei uns an. In diesem Fall spricht man von Kongruenz. Mimik und Körpersprache, Stimme und die verbale Aussage passen dann zueinander oder aber auch nicht.

Ein Beispiel: Sie erklären vor den IT-Teamleitern den aktuellen Stand eines neuen Projektes und sagen: "Lasst uns starten." Die Antwort aller ist: "Ja, los…" Doch im Gesicht eines Gesprächspartners sehen Sie zum Beispiel die typische Ärger- beziehungsweise Skepsisfalte auf der Stirn oder einen einseitig hochgezogenen Mundwinkel oder Augenbraue. Das alles passt in diesem Moment nicht mit der verbalen Aussage zusammen.

Es ist nicht kongruent. Und genau das lässt Sie unsicher werden. Oder aber durch die Mimik aller Anwesenden entsteht ein stimmiges Bild und damit Glaubwürdigkeit und Authentizität, nämlich exakt dann, wenn das Gesagte, also das verbale mit der Körpersprache, dem nonverbalen übereinstimmt.

Die eigene und fremde Körpersprache lesen

So gibt es unwahrscheinlich viele körpersprachliche und mimische Gesten, die interpretiert werden können. Zum Beispiel:

Doch Vorsicht. Allein ein Kratzen an der Nase, Anfassen am Ohrläppchen, ein durch die Haare streichen, das Verschränken der Arme, Schweigen, oder eine ab- oder zugewandte Arm- oder Fußhaltung etc. heißt nicht zwangsläufig dieses oder jenes, noch macht es eine genaue Analyse der Körpersprache möglich.

Man sollte sich hüten, solche Situationen vorschnell zu analysieren und eventuell "falsch" zu interpretieren. Es ist wichtig, sich erst intensiver mit dem Thema Mimik und Körpersprache zu beschäftigen, nicht um bestimmte Posen zu trainieren, sondern vielmehr um die eigene und später dann auch die Körperwahrnehmung von anderen zu verbessern. Das gelingt relativ einfach:

Beobachten Sie sich selbst. Nehmen Sie sich selbst einmal wahr. Wie sitzen oder stehen Sie selbst in Meetings oder Besprechungen? Beobachten Sie andere Menschen und ihre Mimik und Gestik (auch oder besonders in Meetings). Wie ergeht es Ihnen dabei? Welche Gefühle, Gedanken und Reaktionen entstehen bei Ihnen als Zuhörer? Wiederholen Sie diese Beobachtungen bei sich selbst. Verändert sich etwas bei Ihnen, was nehmen Sie wahr?

Als nächstes sollten Sie versuchen, mit Mimik und Körpersprache zu arbeiten, zu sprechen und zu variieren. Nutzen Sie dafür einen Spiegel. Übertreiben Sie dabei auch gerne, um Veränderungen zu erkennen. Ab wann setzen zum Beispiel Wirkungen ein? Lassen Sie mal ganz bewusst nur Ihr Gesicht sprechen ohne den Körper. Überlegen und üben Sie. Wie sieht es aus, wenn Sie freudig, traurig, überrascht, selbstbewusst, neugierig, verärgert oder gelangweilt schauen? Wie verändern sich Ihr Ausdruck und Ihre Wirkung, wenn Sie den Kopf zur Seite neigen, heben oder absenken?

Beobachten und nehmen Sie bewusst wahr, wie die Reaktion Ihrer Gesprächspartner auf Ihre Körpersprache und Mimik ist. Setzen Sie bestimmt und gezielt Gesten ein, um genauer eine Reaktion zu erhalten.

Üben Sie und reflektieren Sie Ihr eigenes Verhalten. In welchen Situationen haben Sie welche Reaktionen durch den Einsatz von Körpersprache und Mimik erreicht? Wenn Sie dafür ein Gefühl entwickelt haben, können Sie Ihre Körpersprache gezielter einsetzen.