MÄRKTE EUROPA/Aktienkurse mit Rückenwind aus Asien freundlich

01.11.2012
-Von Herbert Rude

-Von Herbert Rude

Mit guten Wirtschaftsdaten aus Asien ziehen die Kurse an den europäischen Aktienmärkten bis zum Mittag an. Der DAX steigt um 0,6 Prozent oder 42 auf 7.302 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legt in gleichem Maß zu. "Anleger stocken zum Monatsbeginn Aktienpositionen auf", sagt ein Händler. Mit dem ersten Handelstag im November starte bei einigen Vermögensverwaltern und Hedge-Fonds das Geschäftsjahr. Außerdem gilt die Phase von November bis Januar zumindest am US-Aktienmarkt als besonders stark, allein im November hat der Dow Jones seit 1930 durchschnittlich 0,8 Prozent gewonnen. Allerdings ist das Geschäft wegen des Allerheiligen-Feiertags dünn.

Positive Signale kommen von Einkaufsmanager-Indizes aus China, Indien und Taiwan. Die chinesische Industrie ist im Oktober auf einen moderaten Erholungskurs eingeschwenkt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 50,2 von 49,8 Zählern im Vormonat. Damit liegt er über der Marke von 50, die als Schwelle zwischen Rezession und Wachstum gilt.

"Insgesamt bestätigen die Daten den Aufwärtstrend, wie es bereits die Wirtschaftsdaten im September getan hatten", sagte Citigroup-Ökonom Ding Shuang. Nach Ansicht von CFLP-Analyst Zhang Liqun deuten die Einkäuferindizes an, "dass die Wirtschaft die Talsohle erreicht und sich stabilisiert hat". Am Nachmittag wird der ISM-Einkaufsmanager-Index für die USA veröffentlicht. Erwartet wird für den Monat Oktober ein leichter Rückgang auf 51 von 51,5. Impulse könnten auch vom ADP-Arbeitsmarktbericht in den USA ausgehen. Kurz vor den Präsidentschaftswahlen in der kommenden Woche dürfte den Arbeitsmarktdaten eine hohe Aufmerksamkeit zuteil werden.

Der Euro gibt gegen den Dollar etwas nach, er steht bei 1,2945 US-Dollar. Händler verweisen auf Euro-Verkäufe durch die Schweizer Notenbank (SNB). Durch die Festsetzung einer Obergrenze des Franken gegen die Einheitswährung musste die Notenbank in massivem Umfang Euros kaufen. Die Schweizer haben die Stimmungsverbesserung für den Euro nach dem energischen Eingreifen der EZB genutzt, um Teile dieser Bestände abzubauen. Wie die SNB mitteilte, ist der Euro-Anteil an Fremdreserven Ende September auf 48 von 60 Prozent gefallen.

Mit Blick auf Griechenland will die Troika, bestehend aus EU, IWF und EZB, noch vor dem 12. November einen Vorschlag präsentieren, wie die Schulden des Landes gesenkt werden können. EU-Währungskommissar Olli Rehn sprach von Verhandlungen "in einem sehr guten Geist". Bei der Telefonkonferenz zwischen Finanzministern der Eurozone kam es am Mittwoch wie erwartet zu keinen Ergebnissen.

Im DAX setzen FMC und Fresenius die Talfahrt vom Mittwoch nach zahlreichen Herunterstufungen fort. Die Aktien leiden damit noch unter den Nachwehen der enttäuschenden Quartalsberichte. Die FMC-Aktie verliert 2,2 Prozent und das Fresenius-Papier 2,1 Prozent. Weiter verkauft werden auch Deutsche-Börse-Papiere mit einem Abschlag von 1,5 Prozent auf 41,11 Euro. Auch hier haben die Zahlen nicht überzeugt. BMW-Titel rücken dagegen um 2,3 Prozent vor auf 62,85 Euro. Die Anleger hoffen auf gute Absatzzahlen aus den USA am Nachmittag. Zudem haben die Analysten der Citigroup das Kursziel auf 68 von 65 Euro erhöht.

Nicht überzeugt sind Händler vom Quartalsausweis von Drägerwerk. Die Geschäftszahlen seien durchwachsen ausgefallen, und der Margenausblick gefalle nicht. Drägerwerk-Papiere verlieren 3,6 Prozent auf 72,80 Euro. Nach einer Herunterstufung auf "Neutral" verlieren Kontron-Papiere 2,0 Prozent auf 3,55 Euro.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 steigen um 1,1 Prozent. Der Verkauf des Skandinavien-Geschäfts scheint näher zu rücken. "Der Verkauf hilft auf der einen Seite der Bilanz des Unternehmens", so Will Smith, Analyst bei Barclays. Auf der anderen Seite kämen allerdings Zweifel auf, wo das Unternehmen in Zukunft wachsen werde. ProSiebenSat.1 habe mit Discovery Communications, Providence und Nordic Capital drei Bieter, die jeweils mehr als 1,3 Milliarden Euro für SBS bieten.

Royal-Dutch-Shell-Aktien steigen nach Veröffentlichung des Quartalsberichts um 0,9 Prozent. Nach dem "Desaster" von British Gas vom Vortag hat der Konzern überzeugende Zahlen vorgelegt. BG-Aktien stehen abermals unter Druck und verlieren 5 Prozent auf 1.077 Pence. Für die Papiere der BT Group geht es dagegen um mehr als 7 Prozent nach oben. Der Gewinn des Telekommunikationskonzerns hat sich besser als erwartet entwickelt. Die Aktien der Lloyds-Gruppe steigen um mehr als 6 Prozent. "Unseres Erachtens nach macht das Unternehmen exzellente Fortschritte im Kerngeschäft", kommentiert Shore Capital die Quartalszahlen des Finanzkonzerns.

INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.516,96 +0,53% Stoxx-50 2.536,23 +0,44% DAX 7.300,79 +0,55% FTSE 5.814,71 +0,55% CAC 3.448,31 +0,56% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 141,57 -15 DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.33 Uhr Mi, 17.35 Uhr EUR/USD 1,2958 0,18% 1,2935 1,2958 EUR/JPY 103,7234 0,24% 103,4735 103,4593 EUR/CHF 1,2072 -0,02% 1,2075 1,2067 USD/JPY 80,0300 0,04% 79,9990 79,8415 GBP/USD 1,6167 0,26% 1,6125 1,6111

DJG/hru/cln

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