Online-Shops: Frauen sind vorsichtiger

05.03.2007
Frauen verhalten sich bei Online Shopping und im Internet vorsichtiger als Männer, hat Symantec heraus gefunden.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind groß - auch was das Verhalten im Internet betrifft. So agieren Frauen vorsichtiger bei ihren Aktionen im Web. Sie laden generell weniger Inhalte herunter, sind "geiziger" mit persönlichen Daten, etwa Kreditkartennummern und behandeln scheinbar attraktive Angebote, die von unbekannten Webseiten stammen, mit größerer Vorsicht als Männer. Das jedenfalls ergab eine Umfrage von Symantec zum Thema "Internet-Nutzung von Männern und Frauen".

Da das Internet in deutschen Haushalten genauso zum täglichen Leben gehört wie Telefon und Fernsehen, sind Frauen kaum weniger aktiv bei seiner Nutzung. Die liebsten Beschäftigungen beider Geschlechter sind dabei der E-Mailverkehr, virtuelle Shopping Touren sowie Bankgeschäfte. Sicherheit wird hier groß geschrieben - bei Männern und Frauen gleichermaßen. Nur etwas über ein Zehntel der Umfrageteilnehmer öffnet jede Seite, die interessant scheint. Die überwiegende Mehrheit lässt Seiten, die nicht geheuer sind, lieber links liegen.

Immuner gegen virtuelle Verlockungen

Tatsächlich aber verhalten sich Männer und Frauen bei ihren Ausflügen ins Netz keineswegs gleich. So nutzen beispielsweise Frauen das Internet nicht so intensiv als Informationsquelle vor geplanten Einkäufen. Auch ist ihnen eine "sichere Seite" wichtiger als verlockende Angebote dubioser Herkunft: Sucht immerhin knapp ein Fünftel der Männer im Internet nach Software, ohne dabei auf die Quelle zu achten, sind es bei den Frauen gerade einmal 7 Prozent. Generell laden sich Frauen seltener Filme, Musik oder eben auch Software herunter, fast die Hälfte der Frauen sieht komplett vom Download jeglicher Art ab.

Sogar beim Einkaufen herrscht weibliche Zurückhaltung: Nur ein Drittel gibt Kreditkartendaten in Online-Shops preis - mehr als die Hälfte der Männer hat damit keine Probleme. Diejenigen Frauen aber, die per Kreditkarte online einkaufen gehen, verlässt an diesem Punkt die weibliche Vorsicht: Nur ein Drittel der Frauen achtet beim Online-Shopping auf eine verschlüsselte Datenübertragung. Hier punkten in Sachen Sicherheit die Männer, von denen immerhin 50 Prozent auf gesicherte Seiten bei Kreditkartenangaben achten.

Eine mögliche Erklärung für diese mangelnde Vorsicht: Frauen haben eine höhere Hemmschwelle bei vermeintlich komplizierten, technischen Vorgängen. Vielleicht ist daher die Bereitschaft größer, solche Sicherheitsvorkehrungen einfach zu ignorieren - eine Annahme, die durch die Tatsache gestützt wird, dass nur 30 Prozent der Frauen auch regelmäßig die Programme auf ihrem Computer aktualisieren. Bei den Männern sind es doppelt so viele.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen zweierlei: Erstens scheinen Frauen grundsätzlich etwas vorsichtiger bei ihren Internetaktivitäten zu agieren, zweitens aber sorgen die zahlreichen Gefahren aus dem weltweiten Netz nach wie vor für Verunsicherung bei vielen Nutzern beiderlei Geschlechts. Insbesondere Meldungen über das Ausspionieren von sensiblen Daten wie Kontoinformationen, Kreditkartennummern, Passwörtern oder PIN und TAN-Nummern verunsichern Anwendern zunehmend.

Spionage-Software schutzlos ausgeliefert

Zwar sind Antivirenprogramm sehr verbreitet - laut einer Symantec-Studie nutzen mehr als 90 Prozent aller Anwender eines auf ihrem Computer - jedoch haben nur rund 48 Prozent eine Software gegen Spionageprogramme und etwa 25 Prozent haben keine Firewall, die zum Beispiel Hacker vom Rechner fernhält. Viele Verbraucher scheinen immer noch der Ansicht zu sein, ihr Rechner wäre für unerwünschte Eindringlinge uninteressant und daher relativ sicher.

Doch weit gefehlt: Rund 80 Prozent der aktuellen Schadprogramme sind heute in der Lage, sensible Daten auszulesen - und machen kaum einen Unterschied zwischen "interessanten" und "uninteressanten" Rechnern. Ob Zurückhaltung beim Online-Shopping hier eine sichere Lösung sein kann, sei dahingestellt. Besser ist in jedem Fall eine wirksame Abwehr gegen die virtuellen Spione. Nur sie gibt dem Anwender (oder der Anwenderin) Sicherheit vor unbemerkt eingeschmuggelten Spähern. (rw)