WLAN und LAN scannen, analysieren und testen

Praktische iOS-Apps für die Netzwerk-Verwaltung

26.03.2014 von Moritz Jäger
Mit den richtigen Apps werden iPhone und iPad vom Spielzeug zum Werkzeug. Netzwerk-Profis können sich mit den vorgestellten 14 Apps den Arbeitsalltag oft erleichtern.

iPhone und iPad können noch viel mehr als Fotos mit fragwürdigen Filtern verschönern und diese über diverse soziale Netzwerke verteilen. Mit den richtigen Apps verwandeln sich die Apple-Produkte in Scanner und Prüf-Tools für richtige Netzwerke. Die meisten Applikationen sind kostenlos oder sind zumindest in einer kostenlosen Testversion im iTunes Marktplatz.

Netzwerk-Apps für iPhone und iPad
Netzwerk-Apps für iPhone und iPad
Fing, der Netzwerkscanner, auf dem iPad...
Netzwerk-Apps für iPhone und iPad
iSSH ist ein vollwertiger Emulator für SSH, Telnet, xterm und vieles Protokolle mehr.
Netzwerk-Apps für iPhone und iPad
Auch mit dem iPhone kann man damit auf entfernte Terminals zugreifen.
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Microsoft liefert einen RDP-Viewer für iOS, hier auf dem iPad.
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RDP klappt auch auf dem iPhone, macht aber auf dem Tablet mehr Spaß.
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Net Status überwacht Server und Netzwerkkomponenten und warnt, falls diese ausfallen.
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Der Network Analyzer ist mehr auf die Analyse von Netzwerken spezialisiert.
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Wahlweise klappt das auch auf dem iPhone.
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Subnet Insight ist ein flinker Scanner, der zahlreiche Informationen liefert.
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Subnet Insight gibt es auch für das iPhone
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Syslog bringt Logging-Funktionen auf iPad...
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...und iPhones. Der Syslog Server läuft aber nur, wenn Sie ihn dediziert starten.
Netzwerk-Apps für iPhone und iPad
Fing ist wahrscheinlich einer der besten Netzwerk-Scanner für mobile Geräte. Die Applikation ist nicht nur rasend schnell, sondern auch einfach zu bedienen.
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Mit dem Airport-Dienstprogramm lassen sich Netzwerkprodukte von Apple vom iPhone steuern.
Netzwerk-Apps für iPhone und iPad
Das klappt auch vom Apple-Tablet aus.
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Der Netzwerkscanne IP Network Scanner auf dem iPad.
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Den IP Network Scanner gibt es auch für das iPhone.
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LanScan auf dem iPhone.
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Das Networking Toolkit hilft beim Berechnen von Subnets und Co.
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Die Shodan Suchmaschine auf dem iPad.
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Alternativ klappt Shodan auch auf dem iPhone hervorragend.
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WiFi Perf erlaubt die Durchsatz-Messung von WLAN-Netzwerken.
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Ein Beispiel für eine Messung per WiFi Perf.
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zScan Pro auf dem iPad.
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zScan Pro auf dem iPhone.

Networking Toolkit

Das Networking Toolkit bringt drei simple Funktionen mit: einen Rechner für Subnets, einen für das Netzwerk und einen für Wildcard-Masken. Die Anwendung beschränkt sich dabei auf das Nötigste und ist einfach aber effektiv aufgebaut. Die Applikation ist zudem kostenlos und ohne Werbung - selbst wenn man die Funktionen nur selten braucht, die App ist auf dem iPhone von Netzwerk-Profis gut aufgehoben.

Networking Toolkit: Die App hilft bei der Berechnung häufiger Planungsaufgaben im Netzwerk.
Foto: Paul Borghese

Subnet Insight

Subnet Insight überprüft Ihr Netzwerk und scannt alle Hosts im jeweiligen Subnet. Gefundene Endpunkte werden übersichtlich dargestellt und mit einem passenden Icon versehen. Die App nutzt die Mac-Adresse des jeweiligen Endpunktes, um ein passendes Icon zu finden. Das ist praktisch und sieht gut aus. Zusätzlich sind auch Funktionen wie Host Fingerprinting, Namensauflösung oder Port Scanning mit enthalten.

Auf Wunsch startet Subnet Insight einen Scan automatisch, sobald ein der Nutzer sein iOS-Gerät mit einem WLAN verbindet. Die App kann frühere Scans auswerten umso beispielsweise historische Daten auszuwerten und Hosts anzuzeigen, die früher mit dem System verbunden waren. Die App kostet für das iPhone 5,49 Euro, iPad-Nutzer erhalten eine HD-Version für 6,99 Euro.

Fing - Network Scanner

Fing ist wahrscheinlich einer der besten Netzwerk-Scanner für mobile Geräte. Die Applikation ist nicht nur rasend schnell, sondern auch einfach zu bedienen. Die App findet alle aktiven Geräte im aktuellen Netzwerk und zeigt die IP-Informationen, die Mac-Adresse sowie die Herstellerinformationen. Zusätzlich lassen sich die Ports aller gefundenen Geräte überprüfen, Fing liefert eine Reihe von Port-Einträgen bereits mit, die sich aber auf Wunsch auch anpassen lassen. Die Applikation gibt es für iPhone und iPad, sie ist zudem kostenlos.

IP Network Scanner

Eine Alternative zu Fing kommt von Eric Redlinger und nennt sich IP Network Scanner. Auch diese ist enorm schnell und findet aktive Geräte im Netzwerk. Neben den Ergebnissen (die sich sortieren, importieren oder exportieren lassen) bietet die Applikation Funktionen wie Ping, Wake on LAN oder Port Scans. Die App gibt es in zwei Ausführungen, die Vollversion kostet 8,99 Euro. Wer die App zunächst kostenlos ausprobieren möchte, findet alternativ eine kostenlose Lite-Version. Diese ist allerdings auf fünf Geräte limitiert, wem die App gefällt, kann direkt per In-App-Kauf upgraden. Den IP Network Scanner gibt es für iPad und iPhone.

zScan Pro

Wer mehr Wert auf ausführliche Scans legt, für den passt vielleicht eher die App zScan Pro. Diese kann IP-Ranges und TCP/UPD scannen und unterstützt dabei auch Multi-Threading. Die App kann außerdem die verschiedenen Banner-Informationen der überprüften Ports abgreifen, unterstützt werden unter anderem FTP-, Telnet-, SSHD-, SMTPD-, http-, IMAP-, SMB-, Oracle- oder DNS-Banner.

zScan Pro: Die App ist ein umfangreicher Netzwerkscanner für iPad und iPhone.
Foto: XiaoBo Chen

Die App kostet 2,69 Euro, liefert aber dafür monatliche Updates, mit der sich etwa Schwachstellen auf überprüften Systemen aufspüren lassen. Aktuell beherrscht zScan Pro etwa ein SSH2 Passwort Audit, kann erkennen, ob ein System bekannte Schwachstellen in seiner NGNIX-Installation nutzt. zScan Pro richtet sich daher eher an Penetration Tester oder IT-Verantwortliche, die auch den Bereich Sicherheit abdecken. Die App gibt es für iPad und iPhone.

Shodan

Shodan: Die Suchmaschine findet Netzwerkkomponenten.
Foto: App2O

Was Google für Webseiten ist, ist Shodan für Netzwerkgeräte, die im Internet hängen. Die meisten gefundenen Netzwerkkomponenten sind dabei unabsichtlich im Web gelandet, meist sind die Einstellungen fehlerhaft konfiguriert.

Die App arbeitet analog zur Suchfunktion auf der Website von Shodan und zeigt Ergebnisse bequem in der App an. Shodan ist an sich kostenlos, wer den unbeschränkten Zugriff auf die Anwendung möchte (die etwa auch Geräte per Telnet oder HTTPS findet), kann einen Premium-Account abschließen.

WiFiPerf

WiFi Perf: Mit der App lässt sich die Leistung eines WLANs ausmessen und optimieren.
Foto: AccessAgility

iPerf ist in bekanntes Tool, mit dem man die Leistung seines Netzwerkes überprüfen kann. Die Software nutzt TCP- und UDP-Streams um den Durchsatz von Netzwerkhardware überprüfen kann. Die Macher von WiFiPerf nutzen die aktuelle Codebasis von iPerf3, die übrigens nicht mit den Vorgängern kompatible ist, um einen passenden Client für iOS zu schreiben.

Die 4,49 Euro teure App für iPad und iPhone kann sich mit dem Gegenstück auf einem anderen iOS-Gerät, einem Mac oder Linux-Rechner verbinden. Die Konfiguration ist simpel, während des Tests zeigt die Durchsatz grafisch an.

Network Analyzer

Die App Network Analyzer legt den Schwerpunkt auf die Analyse von Netzwerken. Es ist zwar auch ein Port-Scanner mit an Bord, die meisten Funktionen beschäftigen sich aber mit der Analyse, Aufbereitung und Darstellung der jeweils überprüften Netzwerke. Dazu gehören auch Informationen wie ein Whois- und DNS-Lookup sowie Module zum Test der Netzwerkgeschwindigkeit und zur Netzwerkinformation. Die App kostet 2,69 Euro für iPhone und iPad, dazu gibt es eine Lite-Version, die aber weniger Funktionen liefert.

LANScan

Der Netzwerkscanner LANScan besticht vor allem durch seine Geschwindigkeit. Dazu kommt ein enorm einfach zu verstehendes Interface, das die gefundenen Geräte und ihre Informationen übersichtlich darstellt. Neben den "normalen" Scans per TCP Connect kann LAN Scan auch die ARP-Tabelle überprüfen, um Geräte zu finden, die sich möglicherweise vor Scans verstecken. Zusätzlich unterstützt die 3,59 Euro teure App die Protokolle NetBios und Bonjour.

Aiport Dienstprogramm

Apple bietet nicht nur Smartphones und Rechner, sondern auch Netzwerk-Hardware in Form der Airport Router. Diese lassen sich nicht per Web-Interface steuern und konfigurieren, Admins richten die Netzwerkhardware über ein spezielles Airport Dienstprogramm ein. Mac-Nutzer haben dieses bereits installiert, wer seine Netzwerkkomponenten aber von iPad und iPhone verwalten möchte, der findet die passende Anwendung kostenlos im iTunes Store.

Airport: Das Dienstprogramm zeigt auf dem iPad Apple-Router an.
Foto: Apple

Diese zeigen nicht nur den Aufbau des Netzwerks grafisch an, zusätzlich lassen sich Informationen über das Netzwerk und verbundene Geräte abrufen oder Funktionen wie die WLAN-Sicherheit oder Router-Einstellungen wie DHCP einstellen und anpassen.

iSSH

Manchmal reicht eine normale Statusabfrage, ab und zu müssen Administratoren direkt auf die jeweiligen Server und Endpunkte zugreifen. Und ab und zu muss dies vom Smartphone erfolgen, weil einfach kein Desktop verfügbar ist - hier hilft iSSH für iPhone und iPad.

Die App unterstützt SSL, Telnet, VNC und RDP, per EDGE, 3G oder WiFi. Admins können sich über iSSH so einfach auf die jeweiligen Systeme aufschalten.

Die Applikation kostet 8,99 Euro.

Syslog

Syslog ist ein Klassiker bei der Fehlersuche im Netzwerk. Das Protokoll ist Bestandteil fast aller Netzwerkkomponenten sowie der meisten Business-Applikationen und kann Admins regelmäßig mit Informationen zum Zustand der jeweiligen Systeme versorgen. Normalerweise werten dedizierte Server diese Log-Infos aus, in einzelnen Fällen, etwa wenn Änderungen vorgenommen wurden, lohnt es sich, die Daten genau im Blick zu behalten.

Syslog kann das Protokoll direkt auf dem iPhone und iPad auswerten und Informationen anzeigen. Wichtig dazu ist aber, dass die App per WLAN mit dem zu überwachenden Netzwerk verbunden ist. Die App kostet 0,89 Euro.

Net Status

Die App ist weniger ein Scanner als vielmehr eine Statusanzeige, die Netzwerkgeräte überwachen kann. Dazu ist kein Client auf dem jeweiligen System notwendig, Net Status überprüft einfach, welche Dienste die jeweiligen Endpunkte anbieten. Weichen diese Einträge von der zuvor festgelegten Liste verfügbarer Dienste ab, wirft Net Status eine Fehlermeldung aus.

Die Applikation ist nur für iPhones erhältlich (auf iPads kann man sie allerdings ebenfalls skaliert starten) und kostet 3,59 Euro.

Microsoft Remote Desktop

In der Microsoft-Welt regiert das RDP-Protokoll für den Remote-Zugriff auf Desktop- und Server-Systeme. Egal ob man dieses Protokoll mag oder nicht, RDP ist Bestandteil aller Windows-Systeme, entsprechend kann man ohne großen Installationsaufwand von zusätzlichen Produkten Verbindung aufnehmen.

Microsoft liefert für iOS selbst die passenden Apps, um RPD vom Tablet oder iPhone aus verwenden zu können. Dabei setzt Microsoft auf RemoteFX, das mit Server 2008 R2 SP1 und Windows Server 2012 eingeführt wurde. Die Verbindungen sind nicht nur im LAN, sondern per Remote Desktop Gateway auch von außerhalb möglich. Die App kann wahlweise den kompletten Desktop oder einzelne Applikationen anzeigen.

Microsoft Remote Desktop gibt es für iPhone und iPad, die App ist kostenlos.

Fazit

iPhone und iPad können zwar nicht bei allen Aufgaben von spezialisierten Netzwerk-Tools und -Programmen, wie wir sie etwa in diesem Beitrag auflisten, mithalten. Mit den passenden Apps lassen sich aber viele Aufgaben, für die man normalerweise einen Rechner starten müsste, vom Smartphone oder Tablet aus bequem ausführen. (cvi)