DSL, VDSL und Kabel

Regierung beschließt das Ende des Routerzwangs

14.08.2015 von Peter Stelzel-Morawietz
Mit der langjährigen Praxis einiger Internet-Provider, ihren Kunden Zwangsrouter auszuliefern, ist bald Schluss. Das hat das Bundeskabinett jetzt beschlossen, die Verbraucher können aufatmen.

„Die Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und die Anbieter von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten dürfen den Anschluss von Telekommunikationsendeinrichtungen an das öffentliche Telekommunikationsnetz nicht verweigern, wenn die Telekommunikationsendeinrichtungen die grundlegenden Anforderungen nach § 3 Absatz 1 erfüllen“. Was in der Juristensprache des Gesetzesentwurfs der Bundesregierung etwas sperrig klingt, bedeutet im Klartext nichts anderes als das Ende des Routerzwangs. Denn bisher konnten und durften Internet-Anbieter die Zugangsdaten für die Konfiguration der DSL-, VDSL- und Kabel-Router geheim hielten und Konfigurations- und Nutzungsmöglichkeiten einschränken, wenn sie ihren Kunden einen vorkonfigurierten Router zur Verfügung stellten.

Zwangsrouter wird es in Deutschland künftig nicht mehr geben: Jeder DSL- und Kabelkunde kann seinen Router demnächst frei wählen, z.B. eine leistungsfähige Fritzbox.
Foto: AVM

Dieser Praxis wird mit dem neuen Gesetz, das noch mit der Mehrheit der Großen Koalition beschlossen werden muss, nun ein Riegel vorgeschoben. Zwar können die Provider den Bürgen weiterhin Telekommunikationsendeinrichtungen überlassen,sie dürfen aber deren Anschluss und Nutzung nicht zwingend vorschreiben. Die Internet-Unternehmen müssen ihren Kunden also zukünftig die freie Wahl des Zugangsgerätes überlassen. Bisher vertraten einige Netzbetreiber – juristisch in Ordnung – den Standpunkt, der Router sei „Teil des öffentlichen Telekommunikationsnetz“.

Freie Wahl für DSL-, VDSL- und Kabelkunden

Die Neuregelung gilt unabhängig von der Art und Infrastruktur des Netzes. Während die DSL-Leitungen der (ehemaligen) Telekommunikationsfirmen eine Sternstruktur aufweisen (Punkt zu Punkt), sind die (TV-) Kabelnetze baumartig aufgebaut. Insbesondere bei den Kabelprovidern war es bisher übliche Praxis, ihren Kunden zwangsweise ein bestimmtes Kabelmodem zur Verfügung zu stellen – und die Verbraucher dafür monatlich zahlen zu lassen.

Die freie Routerwahl gilt zukünftig ausdrücklich für alle Netze, also sowohl für klassisches DSL, schnelles VDSL und Breitbandkabel. Damit ist auch Schluss mit fiesen Fallen, bei denen sich Kunden sogenannten provisionierten Routern gegenübersahen. Die betroffenen bekamen zwar beispielsweise eine Fritzbox, doch diese waren speziell präpariert für das Netz des Providers, so dass die Kunden nur dieses spezielle – und natürlich eingeschränkte – Gerät nutzen konnten.

Nun muss noch der Bundestag dem //www.bmwi.de/DE/Themen/Digitale-Welt/Netzpolitik/freie-routerwahl.html:Gesetzesentwurf der Regierung zustimmen, die Mehrheit gilt wegen der Regierung aus CDU, CSU und SPD aber als sicher. Anschließend tritt das neue Gesetz in Kraft, konkrete Auswirkungen für die Bürger hat es aber erst ein halbes Jahr später. Denn die Umsetzung der neuen Regelungen erfordert bei den Providern erhebliche administrative bzw. technische Umstellungen, für die die Unternehmen sechs Monate Zeit haben. (PC Welt/mje)

Die beliebtesten WLAN-Router im Mittelstand – Rangliste
Platz 1: AVM FRITZ!Box 7490
Bei den TecChannel-Lesern steht die vor rund zwei Jahren vorgestellte Fritzbox 7490 hoch im Kurs.
Platz 2: Lancom 1781 Business Router-Serie (1781VAW, 1781AW, 1781EW+)
Den zweiten Platz belegt Lancom mit der 1781er Familie. Die Produkte sind vor allem bei technisch-versierten Anwendern beliebt.
Platz 3: AVM FRITZ!Box 7390
Auf dem Papier unterscheidet sich die 7390 kaum von der größeren Fritzbox 7490. Allerdings unterstützt sie kein 802.11ac-WLAN.
Platz 4: Linksys WRT54GL 
Trotz veralteter Technik schaft es der Linksys WRT54GL auf Platz 4. Grund für seine Beliebtheit dürften hauptsächlich die alternativen Firmware-Versionen sein.
Platz 5: TP-Link TL-WR841 (TL-WR841N, TL-WR841ND) 
WLAN-Router für rund 20 Euro und weniger? TP-Link zeigt mit der Baureihe WR841, dass dies möglich ist. Wer also mit einem einfachen Router auskommt, sollte sich die Modelle einmal anschauen.
Platz 6: AVM FRITZ!Box 7360
Die 7360 wird auch gern von etlichen Providern an All-IP-Anschlüssen bereitgestellt. im Vergelich zu ihren größeren Brüdern fehlt aber eine ISDN-Unterstützung.
Platz 7: AVM FRITZ!Box 3390
Ein WLAN-Router mit VDSL-Unterstützung wird gesucht? Dann könnte die 3390 interessant sein. Im Gegensatz zu anderen Fritzboxen fehlt ihr die Telefonie-Unterstützung.
Platz 8: AVM FRITZ!Box 7330
Ohne VDSL-Support kommt die 7330 auf den Markt, unterstützt dafür aber analoge Telefonanschlüsse.
Platz 9: AVM FRITZ!Box 3272
Ein einfacher DSL-Router und er soll unbedingt von AVM stammen? Dann ist die 3272 eventuell eine Überlegung wert.
Platz 10: AVM FRITZ!Box 3370
Die 3370 zählt ebenfalls zu den Fritzboxen ohne Telefonfunktion. WLAN offeriert sie im 2,4 und 5 GHz-Band.