WLAN-Technik

So sieht die Zukunft des Funknetzwerks aus

02.05.2014 von David Wolski
Kaum eine andere Technik hat die Art und Weise, wie Computer und Mobilgeräte verwendet werden, so stark verändert wie die WLAN-Funktechnik. Wir werfen einen Blick auf die Herkunft und die nahe Zukunft des drahtlosen 802.11-Funkstandards.

Die Stärke von Wireless LAN (WLAN) ist kabellose Konnektivität. Die Schwächen sind im Vergleich zum Kabel die schmale Bandbreite und die geringe Reichweite. Unschlagbar sind Drahtlos-Netzwerke aber überall da, wo es darum geht, Geräte mit wenig Aufwand zu vernetzen - speziell wenn diese nicht stationär an einem Ort wie dem Schreibtisch stehen.

Geschwindigkeiten von WLAN-Standards

WLAN-Standard

Maximale Datenrate

Datendurchsatz netto (ohne Overhead)

Frequenzband

Jahr der Einführung

802.11

2 MBit/s

0,9 MBit/s

2,4 GHz

1997

802.11a

54 MBit/s

24 MBit/s

5 GHz

1999 (2007 überarbeitet)

802.11b

11 MBit/s

4,3 MBit/s

2,4 GHz

1999

802.11g

54 MBit/s

19 MBit/s

2,4 GHz

2003

802.11n

600 MBit/s

240 MBit/s

2,4 GHz/5 z

2009

802.11ac

1300 MBit/s

400 MBit/s

5 GHz

2014 (Final)

WLAN (WiFi) ist eine Sonderform von Ethernet und hat den gleichen Vorfahren, der vor 40 Jahren an der Universität von Hawaii in Betrieb ging: Das Alohanet diente dazu, verschiedene Außenstellen auf entfernten Inseln mit einem Zentralrechner auf der Hauptinsel Oahu zu verbinden. Anders als das ebenfalls im Aufbau begriffene Arpanet, Vorläufer des Internets, machte Alohanet die Netzwerkverbindung per Funkstrecke zu einem gemeinsam genutzten Übertragungsweg. Während im Arpanet eine Station nur mit einer anderen direkt über ein Kabel kommunizieren konnte, waren im Alohanet alle Teilnehmer auf einer gemeinsamen Frequenz zu einer Station verbunden - heute würde man dies den "Access Point" nennen. Eine weitere Besonderheit war die Hardware, die mit handelsüblichem Amateurfunk-Equipment realisiert wurde. Das verwendete Band umfasste eine Broadcast-Frequenz um 413,475 MHz und einen Datenkanal um 407 350 MHz. Darauf funkten alle Teilnehmer gleichzeitig und der Access Point erkannte dabei Paketkollisionen. Im Falle einer Kollision bekam die Sendestation keine Empfangsbestätigung und legte eine kurze Wartezeit zufälliger Länge ein, um das Paket noch einmal zu senden. So ließ sich immerhin schon eine Übertragungsrate von 9600 Bit/s erreichen.

Kanalaufteilung im 5-GHz-Spektrum: In Europa muss WLAN (802.11n und 802.11ac) auf diesen Frequenzen darauf achten, Wetterradar und Satellitenkommunikation nicht zu stören. Das Band ist deshalb stark reguliert.

Die 802.11-Standards für Funknetzwerke

Damit sich aus Alohanet ein Funkstandard für höhere Bandbreiten entwickeln konnte, war noch ein größeres Frequenzband erforderlich. 1985 erlaubte die US-Regulierungsbehörde FCC die lizenzfreie Nutzung von "schmutzigen" Bändern im Gigahertz-Bereich. Diese Frequenzen um 900 MHz, 2,4 GHz und 5 GHz wurden vordem kaum für Kommunikation verwendet. Zumal sich hier schon eine Menge Störsender befinden, beispielsweise Mikrowellenöfen und Babyphones. 1988 nutzte der Hardware-Konzern NCR das Spektrum, um Registrierkassen drahtlos zu verbinden, und daraus entstand schließlich der Standard IEEE 802.11. Um die Probleme mit den zahlreichen Störsendern im freien Frequenzspektrum zu umgehen, baut die Technologie auf Frequenzspreizung auf, die ein Signal auf einen größeren Frequenzbereich dehnt und damit weniger störanfällig macht.

Die technische Gestaltung des Funknetzstandards liegt beim Berufsverband der Elektrotechnik- und Elektronik-Ingenieure (IEEE) und ist dort Aufgabe der Arbeitsgruppen zu 802.11. Deren Spezifikationen unterliegen einer stetigen, wenn auch langsamen Weiterentwicklung.

Übersicht: Aufbau eines Funknetzwerks

WLAN unterstützt in den bisherigen Unterstandards 802.11a/b/g/n zwei Übertragungsmethoden: Infrastruktur-Netzwerk und Ad-hoc-Verbindungen. Im WLAN greifen Teilnehmer im Infrastruktur-Modus über einen zentralen Access Point auf das Netzwerk zu, im Heimnetzwerk üblicherweise der WLAN-Router. Dieser sendet an alle Geräte in Reichweite etwa zehn Mal in der Sekunde einen Beacon - den Herzschlag des Netzwerks. Dabei handelt es sich um ein passives Grundsignal, das Teilnehmern die Verfügbarkeit eines Funknetzwerks mitteilt, sowie Netzwerknamen (SSID), MAC-Adresse des Access Points, Angaben zur Übertragungsrate und Verschlüsselungsmethode.

WLAN-Tools
WLAN-Tools
Nicht nur wenn es um den Internet-Zugang unterwegs oder mit dem Smartphone geht, kommen heute zum Großteil drahtlose Netzwerke zum Einsatz. Unsere Tools helfen, diese Netzwerk und die Geräte darin zu verwalten und zu betreuen.
WLAN Tools
Alles ganz neu? Wer die Einstellung für das WLAN unter Windows 8.1 sucht, findet sie nun nicht mehr nur im Netzwerk- und Freigabecenter, sondern kann sie auch in der Kacheloberfläche erreichen.
WLAN Tools: WirelessKeyView
Was tun, wenn niemand mehr den WLAN-Schlüssel kennt? Mit Hilfe der Freeware WirelessKeyView können die auf den Windows-Systemen abgespeicherten Schlüssel wieder ausgelesen werden.
WLAN Tools: WirelessKeyView
Sehr praktisch für die Verwaltung verschiedener Systeme: Die Software WirelessKeyView kann die abgespeicherten WLAN-Passworte eines anderen Windows-Systems einlesen.
WLAN Tools: inSSIDer Home
Die Software inSSIDer Home steht in der Version 3.0 noch auf diversen Online-Portalen zum Download bereit: Sie wird mit ausführlicher Anleitung, allerdings nur in englischer Sprache bereitgestellt.
WLAN Tools: inSSIDer Home
Sehr ausführliche Übersicht: inSSIDer Home zeigt alle WLAN-Netze in Reichweite zusammen mit den wichtigsten Informationen an und kann auch mit 802.11ac-Netzwerken umgehen.
WLAN Tools: Wi-Fi Inspector
Ein praktisches und nützliches Softwarewerkzeug, das aber augenscheinlich nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand ist: Der Wi-Fi Inspector von Xirrus erkannt zwar unser WLAN, deutet aber 802.11ac hier einfach als 802.11n-Netzwerk.
WLAN Tools: Wi-Fi Inspector
Übersichtliche Darstellung: Mit Hilfe des sogenannten Radars bekommen die Nutzer des Wi-Fi Inspectors eine anschauliche Übersicht über die drahtlosen Netzwerke, die sich in Reichweite des Notebooks befinden.
WLAN Tools: Wi-Fi Inspector
Der Verbindungstest mit Hilfe des Wi-Fi Inspectors: Hier führt das Programm intern einen Ping auf die Adressen und einen DNS-Lookup-Test aus. Die Geschwindigkeits- und Qualitätstest des Programms werden hingegen über externe Web-Seiten mit Java- und Flash-Plugins ausgeführt.
WLAN Tools: TamoSoft Throughput Test
So kann die Geschwindigkeit im eigenen drahtlosen Netzwerk ermittelt werden: Die kostenlose Software TamoSoft Throughput Test bietet hier eine Server- und eine Client-Komponente an.
WLAN Tools: TamoSoft Throughput Test
TCP- und UDP-Datenströme im WLAN im Überblick: Die Client-Komponente der freien Software „Throughput Test“ stellt sie sehr schön übersichtlich auf dem Bildschirm dar, bietet aber leider keine Möglichkeit an, diese Darstellung direkt zu exportieren.
WLAN Tools: TamoSoft Throughput Test
Taugt das drahtlose Netzwerk für die reibungslose Übertragung von Audio/Video-Datenströmen? Die QoS-Einstellungen der Testsoftware machen eine Überprüfung leicht möglich.
WLAN Tools: WiFi Guard
Sicherheit durch automatische Überwachung des drahtlosen Netzwerks: Mit Hilfe der Freeware WiFi Guard von SoftPerfect ist das leicht möglich.
WLAN Tools: WiFi Guard
Wifi Guard listet die unbekannten Geräte auf: Der Nutzer kann nun schnell feststellen, ob etwa unberechtigte Geräte in seinem WLAN angemeldet sind.
WLAN Tools: WiFi Guard
Nachdem WiFi Guard die Geräte im WLAN gefunden hat, kann der Anwender sie als erkannt kennzeichnen und mit einem eigenen Namen versehen.
WLAN Tools: WiFi-Manager
WLAN-Netze auch vom Android-Gerät aus finden: Die App WiFi-Manager steht mit einem Großteil ihrer Funktionen kostenlos im Google Play Store zum Download bereit.
WLAN Tools: WiFi Manager
Wer lieber eine Liste statt der grafischen Darstellung auf seinem Android-Tablet hat, kann diese beim WiFi Manager ebenfalls auswählen.
WLAN Tools: WiFi Manager
Gute Erläuterungen auch in deutscher Sprache: Die App WiFi Manager unterstützt die Anwender mit entsprechenden Erläuterungen direkt in der Anwendung.
WLAN Tools: ComView for WiFi
Ein Werkzeug für den erfahrenen Netzwerk- und Systemverwalter: Die Informationen, die von der Lösung ComView for WiFi angezeigt werden, erinnern zu Recht an die Anzeige bekannter Sniffer-Programme. Hier können die Netzwerkpakete genau untersucht werden.
WLAN Tools: ComView for WiFi
Auch mit modernen Netzwerkkarten für WLAN-Netze nach dem 802.11ac-Standard kommt die Software ComView gut zurecht – allerdings sollten Anwender zunächst die Liste der kompatiblen Netzwerkadapter auf der Web-Seite des Herstellers studieren.

Ad-hoc dient dazu, ohne zentralen Zugangspunkt direkt eine Verbindung zu einem anderen Teilnehmer aufzubauen, etwa für den Austausch einiger Dateien. Die Koordination aller Details wie Übertragungsrate und Verschlüsselung machen beide Teilnehmer direkt unter sich aus und informieren sich auch nicht über andere Geräte im Netzwerk. Die beiden Modi sind exklusiv, eine gleichzeitige Nutzung von Infrastruktur und Ad-hoc unterstützen die aktuellen Standards noch nicht.

Wenn die Funkverbindung steht, bekommen die verbundenen Geräte auf Netzwerkebene ihre IP-Adressen zugeteilt, falls ein DHCP-Server vorhanden ist, oder melden sich mit fester IP-Adresse an. Da in Funknetzen durch Störungen viele Übertragungsprobleme auftreten, geht ein nicht unerheblicher Teil der gesendeten Daten in die Fehlerkorrektur: Rund die Hälfte der Brutto-Datenrate geht für Redundanz und Übertragungswiederholung dahin.

Ausblick: Direktverbindung mit 802.11ad

Nicht für gemeinsame Drahtlos-Netzwerke, sondern für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen wird parallel zu 802.11ac bereits der kommende Standard 802.11ad entwickelt. Obwohl sich die Bezeichnung nur in einem Buchstaben unterscheidet, geht es dem Standard mit dem griffigen Alias "WiGig" doch um etwas ganz anderes: 802.11ad soll USB- SATA- und HDMI-Kabel überflüssig machen und Geräte untereinander verbinden - über kurze Abstände.

WLAN-Tools Android
Fritz App WLAN Lab
Die App vom Fritzbox-Hersteller funktioniert mit allen Routern. Sie ähnelt WiFi Analyzer, bietet aber ein etwas übersichtlicheres Menü und mehr Funktionen – zum Beispiel einen Stabilitätstest der WLAN-Verbindung unter „Mehr“. AVM / Lauffähig ab: Android 2.3 / Sprache: Deutsch / Dateigroße: 1 MB / Preis: kostenlos
Open Signal
Die App ist eigentlich dafür gedacht, Signalqualität und Standort von Mobilfunkmasten zu katalogisieren. Aber sie bietet auch ein Menü für WLAN-Netzwerke: Die erkannten Funknetzwerke können Sie unter „see networks“ auf einer Karte anzeigen lassen. Allerdings fordert die App beim Installieren sehr viele Berechtigungen. opensignal.com / Lauffähig ab: je nach Gerät / Sprache: Deutsch / Dateigroße: 2,46 MB / Preis: kostenlos
WiFi Analyzer
übersichtliches WLAN-Analyse-Tool: Es zeigt Ihnen unter anderem, auf welchen Kanälen WLANs funken, die Signalstärke für die einzelnen Router in einer schicken Tacho-Ansicht sowie eine Listenansicht der verfügbaren Access Points inklusive Signalstärke und genutztem Funkkanal. Zwischen den Fenstern können Sie per Wisch wechseln. Farproc / Lauffähig ab: Android 1.5 / Sprache: Deutsch / Dateigroße: 955 KB / Preis: kostenlos
WiFi Manager
Die App listet die erkannten WLANs auf, samt Infos zu Kanal, Signalstärke (aber nur in Balkenform) und Verschlüsselung. Statt der Listenansicht können Sie auch auf eine Radaransicht umschalten, in der die WLANs als Blase dargestellt sind: Je größer die Blase, desto stärker das empfangene Signal.<br id="ELR_1385550949"/><strong id="ELR_1385549350">Datenblatt:</strong> Kmansoft / Lauffähig ab: Android 1.6 / Sprache: Deutsch / Dateigroße: 1,3 MB / Preis: kostenlos

Aus diesem Grund kommt bei dieser Übertragungstechnik zusätzlich zu 2,4 GHz und 5 GHz noch das lizenzfreie 60-GHz-Band zum Einsatz. Zusammen schaffen die drei Bänder über kurze Strecken eine enorme Datenrate bis zu 7 GBit/s. Die neue 60-GHz-Frequenz erlaubt hohes Tempo, bringt allerdings auch neue Probleme mit sich: Je höher die Frequenz, desto geringer die Reichweite und desto störanfälliger ist die Übertragung. Eine Person im Raum kann die Funkverbindung bereits deutlich dämpfen und Techniken wie etwa Beamforming sind daher Pflicht.

802.11ad soll bis zu zehn Meter funktionieren, und für Geräteverbindungen genügt diese Entfernung. Der Standard nutzt nicht wie 802.11ac eine Netzwerkinfrastruktur mit Access Point, sondern baut eine direkte Verbindung zwischen den Geräten auf. Seit 2009 arbeitet an dem Standard ein Industriekonsortium, dem unter anderem Marvell, Wilocity, Intel, Qualcomm und Broadcom angehören. Die komplette technische Spezifikation und erste Geräte sollen im Laufe des Jahres 2014 auf den Markt kommen. (TecChannel/mb)