Windows-Bedienung erleichtern

Taskleiste und Explorer anpassen

02.08.2023 von Roland Freist
Selbst einfache Dinge wie das Dateimanagement macht Microsoft in seinem Betriebssystem unnötig kompliziert. Wir stellen hier Tricks, versteckte Funktionen und zusätzliche Software vor, die Ihnen den PC-Alltag und das Arbeiten mit Windows deutlich erleichtern.
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Selbst einfache Dinge wie das Dateimanagement macht Microsoft in seinem Betriebssystem unnötig kompliziert. Wir stellen hier Tricks, versteckte Funktionen und zusätzliche Software vor, die Ihnen den PC-Alltag und das Arbeiten mit Windows deutlich erleichtern.

Mit seinem verschachtelten Dateisystem, Hunderten Menü, Funktionen und Ordnern ist schon Windows allein ein höchst komplexer Organismus. Hinzu kommen die Apps und Anwendungen, welche die Komplexität noch einmal steigern. Wer mit diesem System schnell und effizient arbeiten will, passt es am besten an seine Anforderungen und Arbeitsweise an. Denn glücklicherweise ist Microsoft-Betriebssystem keinesfalls starr, - vielmehr lässt es sich in weiten Teilen verändern. Das gilt nicht nur für das Design, sondern gerade auch für die Bedienung.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie den Desktop und den Explorer modifizieren, welche Tools von Drittherstellern die Bedienung vereinfachen und wie Sie die in Windows integrierten Zusatzfunktionen für mehr Barrierefreiheit sinnvoll einsetzen.

Windows-Desktop perfekt organisieren

Bei häufig benötigten Programme lohnt es sich, eine Verknüpfung auf dem Desktop anzulegen. Dann können Sie die gesuchte Software schnell über das Icon auf dem Startbildschirm per Doppelklick starten.

Der Desktop ist nicht einfach nur eine bunte Oberfläche für die darunter liegenden Programme und Funktionen. Richtig eingesetzt, ist er ein wirkungsvolles Werkzeug für die Arbeitsorganisation.

So empfiehlt es sich beispielsweise, alle Anwendungen, die Sie regelmäßig benötigen, auf dem Desktop zu verlinken, um sie immer schnell im Zugriff zu haben. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktop, wählen "Neu -› Verknüpfung", suchen im folgenden Fenster den Pfad zur EXE-Datei des Programms heraus und schließen den Vorgang nach einem "Weiter" mit der Eingabe eines Namens und einem Klick auf "Fertig stellen" ab.

Schneller geht's über den Explorer: Hangeln Sie sich zur EXE-Datei der Anwendung vor, klicken diese mit der rechten Maustaste an und wählen Sie "Weitere Optionen anzeigen (nur Windows 11) -› Verknüpfung erstellen". Ein Hinweis erklärt, dass Sie an dieser Stelle keine Verknüpfung anlegen können, und fragt, ob Sie die Verknüpfung stattdessen auf dem Desktop erstellen möchten". Ein Klick auf "Ja" erstellt das Programm-Icon auf dem Desktop. Das Gleiche funktioniert auch mit anderen Dateien wie etwa mit Dokumenten, an denen Sie gerade arbeiten.

Nach und nach füllt sich der Desktop so mit immer mehr Icons. Um den Überblick zu bewahren, können Sie sie in Ordnern sammeln. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops, wählen "Neu -› Ordner" und geben ihm einen aussagekräftigen Namen. Nun ziehen Sie mit der Maus die passenden Dateien in den Ordner. Nach einem Doppelklick öffnet sich der Explorer und zeigt die enthaltenen Files.

Die Freeware Desktop OK speichert die Icon-Konstellation bei verschiedenen Bildschirmauflösungen und stellt sie bei Bedarf wieder her. Das funktioniert mit einem Dateitransfer auch auf anderen Rechnern.

Auch für Programmgruppen können Sie solche Ordner anlegen und beispielsweise unter "Office-Programme" Links zu Word, Excel & Co. zusammenfassen.

Für mehr Ordnung auf dem Desktop sorgt Desktop OK. Die Freeware sichert die einmal gewählte Icon-Anordnung der Icons per Mausklick. Wenn sich die Symbole verschoben haben, kehren Sie mit Desktop OK jederzeit wieder zum gespeicherten Zustand zurück. Das Tool kommt auch mit verschiedenen Bildschirmauflösungen klar, so dass Sie bei einem Wechsel sofort wie gewohnt weiterarbeiten können. Wer Besitzer mehrerer Computer ist, kann die Icon-Anordnungen als Dateien speichern und darüber auf einem anderen Rechner laden.

Taskleiste für den Schnellstart nutzen

Um Programme ständig griffbereit zu haben, können Sie sie auch in der Taskleiste ablegen. Sie ist ständig sichtbar und eignet sich deshalb besonders gut fürs schnelle Zugreifen. Seit Windows 11 Version 22H2 lässt sich die Leiste wieder einfach bestücken: Dazu ziehen Sie entweder eine Programmverknüpfung vom Desktop oder eine EXE-Datei aus dem Explorer per Drag & Drop auf die Leiste am unteren Bildschirmrand. Oder Sie klicken das Programm mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontextmenü "Weitere Optionen anzeigen -› An Taskleiste anheften".

Seit Windows 11 Version 22H2 können Sie Programme wieder per Kontextmenü an die Taskleiste heften. Mit einem Trick gelingt das auch mit Dateien.

Das Hinzufügen von Datei-Verknüpfungen zur Taskleiste ist hingegen nicht vorgesehen. Mit einem Trick funktioniert auch das: Klicken Sie die Datei im Explorer mit der rechten Maustaste an, und gehen Sie auf "Weitere Optionen anzeigen -› Verknüpfung erstellen". Klicken Sie die Verknüpfung mit der rechten Maustaste an und wählen Sie "Eigenschaften". Schreiben Sie ins Feld "Ziel" vor die Pfadangabe das Wort Explorer, gefolgt von einem Leerzeichen. Klicken Sie auf "Anderes Symbol" und wählen Sie ein Icon für die Datei aus - ansonsten setzt Windows das Explorer-Symbol ein. Bestätigen Sie mit "OK". Klicken Sie die Verknüpfung mit der rechten Maustaste an und gehen Sie auf "An Taskleiste anheften".

Natürlich eignet sich auch das Startmenü als Sammelpunkt für häufig benötigte Anwendungen. Um Software ins Startmenü zu heben, klicken Sie eine Programmverknüpfung auf dem Desktop oder eine EXE-Datei im Explorer mit der rechten Maustaste an und wählen "Weitere Optionen anzeigen -› An 'Start' anheften".

Übrigens: Nach dem Klick auf "Alle Apps" präsentiert Ihnen Windows im Startmenü eine lange Liste der installierten Programme. Um schnell zu einer bestimmten Anwendung zu gelangen, klicken Sie ganz oben auf den Buchstaben "A" und im nächsten Fenster auf den Anfangsbuchstaben der gewünschten Software.

Funktionen für die erleichterte Bedienung

Windows besitzt eine umfangreiche Ausstattung mit Funktionen, die Menschen mit Sehschwäche die Bedienung des Betriebssystems erleichtern. Etliche dieser Optionen fasst die Einstellungen-App unter „Barrierefreiheit“ zusammen. So können Sie beispielsweise die Sprachausgabe aktivieren, die den Text im aktiven Fenster vorliest. Alternativ dazu finden Sie unter „Textgröße“ einen Schieberegler, um die Schriftdarstellung zu verbessern. Auf die Icon-Namen wirkt er sich leider nicht aus.

Sie können die Desktop-Symbole jedoch einfach vergrößern, indem Sie bei aktivem Desktop die Strg-Taste drücken und am Mausrad drehen. Auch der Mauszeiger lässt sich aufblähen, Sie finden die Einstellungen unter „Mauszeiger und Toucheingabe“. Das Universalwerkzeug zum Lesen von kleinen und schlecht erkennbaren Texten und Betrachten von Details ist jedoch die „Bildschirmlupe“. Achten Sie darauf, dass hier „Bild- und Textkanten glätten“ aktiviert ist.

Für Personen, die einzelne Farben schlecht voneinander unterscheiden können, bietet Windows eine Reihe von Farbfiltern an.

Personen, die einzelne Farben schlecht voneinander unterscheiden können und beispielsweise eine Rot-Grün-Schwäche aufweisen, finden unter „Farbfilter“ eine Möglichkeit, die Windows-Darstellung entsprechend anzupassen. Unter „Kontrast- Designs“ wiederum stellen Sie den Desktop auf einen maximalen Kontrast um.

Bedienungshilfen gibt es jedoch nicht nur in der „Einstellungen“, sondern auch in der Systemsteuerung unter „Center für erleichterte Bedienung“. Dort finden Sie beispielsweise unter „Verwenden der Maus erleichtern“ eine Option zum Aktivieren einer Tastaturmaus. Damit können Sie den Mauszeiger komplett über den Ziffernblock auf Ihrer Tastatur steuern.

Unter „Computer ohne Maus oder Tastatur bedienen“ aktivieren Sie andererseits die Bildschirmtastatur von Windows, mit der Sie Tastatureingaben per Maus erledigen. Nach einem Klick auf „Spracherkennung verwenden“ gelangen Sie zu den Optionen für die eingebaute Sprachsteuerung.

Menschen mit Hörproblemen bietet Windows schließlich an, die Systemsounds in grafische Signale zu übersetzen. Unter „Text oder visuelle Alternativen zum Wiedergeben von Sounds verwenden“ können Sie etwa einstellen, dass bei eingehenden Warnungen der Bildschirm zu blinken beginnt.

Explorer für schnelles Arbeiten im PC-Alltag anpassen

In den Browser-Einstellungen von Windows finden Sie eine versteckte Option, die das Autovervollständigen für die schnelle Ordnersuche im Explorer aktiviert.

Auch die Arbeit mit dem Explorer lässt sich optimieren. Damit Sie nach dem Öffnen des Programms sofort in einem häufig benötigten Ordner landen, brauchen Sie eine spezielle Verknüpfung: Klicken Sie mit der rechte Maustaste auf den Desktop und anschließend auf "Neu -› Verknüpfung". Tragen Sie als Pfad den Befehl

ein, im Beispiel, um den Ordner C:\ Temp zu öffnen. Geben Sie der Verknüpfung einen aussagekräftigen Namen wie "Temp- Verzeichnis", und klicken Sie auf "Fertig stellen". Diese Verknüpfung können Sie nun wie beschrieben auch in die Taskleiste und ins Startmenü kopieren.

Schneller arbeiten Sie mit dem Explorer auch, wenn Sie die Autovervollständigen-Funktion einschalten. Sie liegt an einer Stelle, wo man sie niemals vermuten würde: nämlich in den Einstellungen des Internet Explorers. Der ist zwar in Windows 11 nicht mehr enthalten, die Einstellungen existieren jedoch weiter - und beziehen sich jetzt auf den modernen Edge-Browser. Eine der Optionen steuert auch die Autovervollständigung des Explorers.

So geht's: Klicken Sie auf das Suchfeld in der Taskleiste, tippen Sie inetcpl.cpl ein und wählen Sie den Treffer für das "Systemsteuerungselement" an. Das öffnet das Fenster "Eigenschaften von Internet". Wechseln Sie zum Register "Erweitert", setzen Sie ein Häkchen von "AutoVervollständigen verwenden", und bestätigen Sie mit "OK". Falls der Explorer geöffnet war, schließen Sie ihn nun und starten ihn neu. Tragen Sie den ersten Buchstaben des gewünschten Ordners ins Eingabefeld ein. Der Explorer präsentiert Ihnen nun sofort eine Liste mit den in Frage kommenden Verzeichnissen. Durch die Eingabe weiterer Buchstaben schränken Sie die Auswahl weiter ein.

Die Suchfunktion des Explorers ist verbesserungswürdig. Zwar bietet sie Dutzende Optionen für die Suche nach Dateien und sucht auch nach Dateiinhalten etwa in Word-Dokumenten. Sie ist allerdings langsam und umständlich zu bedienen. Erheblich schneller arbeitet Everything (auf Heft- DVD). Die Freeware hat zwar keine Funktion zur Desktopsuche, kann also nicht in die Dateien hineinschauen. Bei der Suche nach Dateinamen liefert sie jedoch nahezu sofort passende Ergebnisse.

Folder Painter bietet an, die Ordner im Explorer mit einer von 14 Farben zu kolorieren.

Windows stellt (fast) alle Ordner in der gleichen gelben Farbe dar. Nur in wenigen Fällen, wie etwa beim Sync-Ordner von Onedrive, setzt das Betriebssystem ein andersfarbiges Symbol ein. Mit Folder Painter können Sie jedoch eine Farbkodierung für Ihre Verzeichnisse entwerfen und beispielsweise Download-Verzeichnisse rot kennzeichnen. Auf diese Weise sind gesuchte Ordner oft schneller zu finden. Folder Painter ist sogar so intelligent, dass es versteckte Ordner automatisch in einem blasseren Farbton anzeigt. Während der Installation des Tools setzt es sich im Kontextmenü des Explorers fest. Wenn Sie dann mit der rechten Maustaste auf einen Ordner klicken und auf "Weitere Optionen anzeigen (nur Windows 11) -› Ordner Symbol ändern" gehen, können Sie unter 14 Farben auswählen.

Microsoft setzt beim Windows-Explorer traditionell auf die Ein-Fenster-Technik, das macht das Kopieren und Verschieben von Dateien unnötig umständlich und unübersichtlich. Zwar können Sie problemlos weitere Instanzen des Programms starten. Besser sind jedoch Tools, die von vornherein zwei Fenster mitbringen, beispielsweise der Double Commander. Der Dateimanager bringt zudem weitere Funktionen wie Tabs für den schnellen Wechsel zwischen Laufwerken und einen Viewer für verschiedene Dateitypen.

Mehr Mausfunktionen mit Herstellersoftware aktivieren

Viele moderne Computer-Mäuse verfügen über mehr als nur zwei Tasten und ein Scrollrad. Spezielle Gaming-Modelle bieten dem Spieler gleich sieben oder acht Tasten an, die sich frei mit Funktionen belegen lassen. Aber auch Mäuse für den Office-Arbeitsplatz bringen oft schon vier oder mehr Tasten mit. Sie können den Tasten per Treibersoftware vorgegebene Funktionen oder auch eine Tastenkombination zuweisen. Auf diese Weise lassen sich viele Bedienfunktionen in Windows schneller und einfacher ausführen.

Mit dem Microsoft- Maus- und Tastatur- Center weisen Sie den Tasten Ihrer Maus Funktionen, Makros und Tastenkombinationen zu.

Microsoft stellt für seine Mäuse das Maus- und Tastatur-Center bereit. Mit dieser Software können Sie per Tastendruck etwa den Windows-Desktop ein- und ausblenden, das Startmenü und die Einstellungen-App aufrufen oder ein Makro ausführen. Auch die Bedienung der Zwischenablage ist auf diese Weise möglich. Das Pendant von Logitech heißt Logitech Options. Beide Programme arbeiten meist nur mit Mäusen des jeweiligen Herstellers zusammen.

(PC-Welt)