Auflösungserscheinungen

Was hinter den Entlassungen bei BitDefender steckt

27.05.2011 von Ronald Wiltscheck
Eigentlich gelten Harald Philipp und Uwe Hanreich als erfolgreiche Manager in der Security-Branche. Warum haben sie dann BitDefender verlassen?

Eigentlich gelten Harald Philipp und Uwe Hanreich als erfolgreiche Manager in der Security-Branche. Warum haben sie dann BitDefender verlassen?

Die neuen Deutschland-Geschäftsführung bei BitDefender: Charles Arizmendi (COO)und Florin Talpes (CEO).

Mitte Mai 2011 verweilte BitDefenders Managing Director Nordeuropa Peter Barlow in München und wollte ChannelPartner die neue Struktur des Security-Herstellers vorstellen, leider kam es aufgrund von Terminkollisionen nicht zu einem persönlichen Gespräch. Nun hat Barlow bestätigt, dass Sales Director Uwe Hanreich BitDefender verlassen hat: "Herrn Hanreich wurde innerhalb der Probezeit gekündigt, da seine Performance nicht den Erwartungen entsprach", so Barlow gegenüber ChannelPartner. Anderen Quellen zu Folge hat Hanreich das Unternehmen auf eigenen Wunsch hin verlassen.

Hanreich ist erst Anfang 2011 zu BitDefender gestoßen und löste hier Lothar Symanofsky als Vertriebsleiter ab. Der Ex-Kaspersky-Manager wollte den Security-Anbieter aus Dortmund in Richtung Value Add hinführen, wie er im Gespräch mit ChannelPartner Ende März 2011 versicherte. Zwei VADs sollten in Deutschland unter Vertrag genommen werden. Das neue Partnerprogramm, das Anfang April 2011 in Kraft getreten ist, versprach viele neue Geschäftsmöglichkeiten für Vertriebspartner (ChannelPartner berichtete).

Schon bei Kaspersky hat Hanreich einen guten Job gemacht, das haben ChannelPartner gegenüber mehrere zuverlässige Quellen bestätigt. Insoweit verwundert es doch stark, dass er bei BitDefender nicht die nötige Performance erbracht haben soll. Ein anderer Marktkenner wiederum zeigte sich Ende 2010 doch sehr überrascht, dass Kaspersky einen so guten Mann habe ziehen lassen können.

Erst Philipp, dann Hanreich

Das gleiche gilt übrigens auch für Harald Philipp, der bei Bullguard als Geschäftsführer einen sehr guten Job gemacht hat und daraufhin Mitte 2007 von BitDefender abgeworben wurde. Dort startete er erst als Vertriebsleiter und wurde rasch zum Geschäftsführer befördert. Umso verwunderlich nahm der Markt die Nachricht auf, dass Philipp Ende Februar 2011 BitDefender verlassen hat. "Das Beschäftigungsverhältnis wurde gekündigt, da die Performance vom Herrn Philipp nicht den Erwartungen entsprach", so klar äußert der für Nordeuropa zuständige Managing Director Barlow. Also schon wieder jemand, der ausgerechnet bei BitDefender nicht die nötige Performance erbringt?

Uwe Hanreich hat BitDefender Ende Mai 2011 verlassen

Nach dem Ausscheiden von Philipp übernahm Hanreich die Verantwortung für das deutsche Vertriebsteam. Die Position des Managing Directors DACH hat BitDefender mit dem Board of Directors besetzt: Florin Talpes (CEO), Niculae Dinca (CFO), Charles Arizmendi (COO) und eben Peter Barlow, Managing Director für die Region Nordeuropa.

Es soll außer den erwähnten auch noch weitere Entlassungen bei BitDefender in Dortmund gegeben haben - im Vertrieb und im technischen Support. "Im Augenblick besteht unser Vertriebsteam aus insgesamt sieben Personen", so Barlow. "Aufgrund unseres Bekenntnisses zum deutschen Markt sind wir dazu verpflichtet, unsere Performance permanent auf den Prüfstand zu stellen, dazu gehört es auch, gleichermaßen unsere Kompetenzen wie auch die personellen Strukturen zu hinterfragen", so erklärt der Managing Director die Umbesetzungen.

Aus gut informierten Kreisen hat ChannelPartner erfahren, dass in der deutschen BitDefender-Niederlassung sich nur noch zwei Mitarbeiter um Fachhändler kümmern, eine weitere Sachbearbeiterin wickelt lediglich die eingehenden Order ab. Damit soll sich die gesamte Belegschaft in Dortmund von ehemals 17 auf zehn Personen reduziert haben, weitere Mitarbeiter sollen sich schon nach neuen Jobs umschauen.

Fachhandelsbetreuung nur noch aus Rumänien aus?

Harald Philipp hat BitDefender bereits Ende Februar 2011 verlassen.

Zwei voneinander unabhängige Quellen haben nun auch das Gerücht bestätigt, BitDefender werde die technische Unterstützung der Business-Kunden und der Vertriebspartner nur noch von der Unternehmenszentrale in Bukarest aus leisten. Dem widerspricht Barlow: "Der Support für unsere Business-Kunden und ChannelPartner wird nach wie vor von unserem deutschsprachigen Team durchgeführt. Neben der telefonischen Unterstützung bietet die deutsche Niederlassung unseren Kunden auf Wunsch auch On-Site- sowie einen ergänzenden Pre-Sales-Support, der von zusätzlichen Mitarbeitern durchgeführt wird."

Andere von ChannelPartner befragte Experten, die namentlich nicht genannt werden wollen, geben BitDefender keine große Zukunft mehr und empfehlen Resellern, lieber mit anderen Security-Anbietern zusammen zu arbeiten. Über die weitere Entwicklung bei BitDefender hält Sie ChannelPartner auf dem Laufenden. (rw)