Was ist eigentlich Powerline?

18.05.2006
Hinter dem Begriff Powerline verbirgt sich eine Datenübertragung über das normale Stromnetz.

Hinter dem Begriff Powerline verbirgt sich eine Datenübertragung über das normale Stromnetz. Die Idee, das Stromnetz für Schaltfunktionen zu nutzen, ist nicht neu. Schon früher nutzten Elektrizitätswerke die Energieversorgungsleitungen, um beispielsweise die Straßenlaternen ein- oder auszuschalten. Ein großes Problem war ehemals die geringe Geschwindigkeit, mit der die Daten übertragen werden konnten. Mittels raffinierter Dekodierungstechnik werden heute aber Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBits pro Sekunde erreicht.

Zur Übertragung der Daten wird ein kleiner Kurzwellensender geringer Leistung verwendet - schließlich erfolgt die Anbindung an den Empfänger ja drahtgebunden über das Stromnetz. Zur Modulation dient ein ähnliches Verfahren wie bei ADSL, sodass eine hohe Transferleistung erzielt wird.

Da zur Übertragung der Daten ein Kurzwellensignal verwendet wird, brauchen nicht einmal die Leitungen direkt miteinander verbunden sein. Es genügt, wenn sie über eine kurze Strecke parallel zueinander verlaufen.

Dieser Punkt ist wichtig, wenn in einem Haus die einzelnen Stockwerke jeweils nur über eine einzelne Phase verfügen. Am Einkopplungspunkt im Haus (Zählerkasten) verlaufen die drei Phasen bautechnisch bedingt schon mehrere Meter parallel. Das genügt, um mit einem einzelnen Sender in allen Stockwerken ein Signal zu bekommen.

Vorteil von Powerline: Einfache Installation - die einzelnen Sender und Empfänger brauchen nur jeweils in eine x-beliebige Steckdose gesteckt werden - und schon ist die Verbindung garantiert.

Nachteile: In Mehrfamilienhäusern kann durch Kopplung zwischen den Stromleitungen auch der Nachbar am Datenaustausch teilhaben und beispielsweise auf Kosten eines anderen surfen. Durch die Verwendung von Hochfrequenz als Trägermedium wird das gesamte Stromnetz mit allen angeschlossenen Geräten (vom Toaster bis zum Bügeleisen) zur Antenne. Die eingestrahlte Leistung ist zwar recht gering, aber der Elektrosmog im Haus nimmt in jedem Fall zu.

Außerdem ist, gerade in Altbauten, die Verkabelung nicht immer fachgerecht ausgeführt. In den meisten Fällen klappt die Übertragung zwar bis in den letzten Winkel, jedoch nicht immer mit der angegebenen Transferrate. Einbrüche bis zu 40 Prozent sind keine Ausnahme, sondern öfters die Regel.

Trotz der gerade beschriebenen Mängel ist Powerline aber die beste und einfachste Methode, ein recht schnelles und vor allem einfach zu demontierendes Netzwerk in Mietwohnungen einzurichten. (jh/cm)