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14.03.2016 - 

Hasta la vista, Homo sapiens

Zukunft der Arbeit

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Über eines sind sich nahezu alle Experten einig: Mit Trends wie dem Internet of Things, Cognitive Computing oder zukunftsweisender Robotik hat die vierte industrielle Revolution begonnen. Damit endet aber auch schon die Übereinstimmung.

Was bedeutet es, wenn intelligente und selbstlernende Systeme in die Arbeitsprozesse integriert werden? Naht das Ende der Arbeitwelten, so wie wir sie kennen? Und was heißt das für unsere Gesellschaft? Darüber wird derzeit heftig diskutiert. Während die einen die intelligenten Systeme als Arbeitsplatzvernichter geißeln, winken die anderen genervt ab. Schon immer hätten technische Entwicklungen neue Geschäfts- und Produktionsweisen befördert. Dabei seien zwar angestammte Arbeitsplätze verloren gegangen, dafür aber neue Beschäftigungsfelder entstanden.

Hasta la vista, Homo sapiens
Hasta la vista, Homo sapiens
Foto: Sergey Nivens - Shutterstock.com

Abgehängt vom Computer

Im Juli 2015 zerquetschte bei Volkswagen in Baunatal ein Produktionsroboter einen Mitarbeiter in einem nicht abgegrenzten Bereich - nach Aussagen von Volkswagen-Sprecher Heiko Hillwig war menschliches Versagen der Grund, kein Programmierfehler. Trotzdem ging der Vorfall breit durch die Presse, wirft er doch die Frage auf, ob die Menschen die Maschinen, die sie bauen, auf Dauer noch beherrschen werden. Die Frage stellt sich insbesondere, weil Trends wie Machine Learning dafür sorgen könnten, dass sich selbst optimierende Systeme nach und nach den menschlichen Einfluss zurückdrängen könnten.

Der Kampf Mensch gegen Maschine hat die Phantasie schon zu Zeiten Charlie Chaplins angeregt. Immer wieder kommt es zum Showdown zwischen Homo sapiens als Schöpfer und seinem digitalen Geschöpf. Bei Unfällen wie dem bei Volkswagen entbrennt sogleich die Diskussion, wie lange die Menschheit noch die Vorherrschaft über künstliche Systeme haben wird.

1996 gewann IBMs Superrechner "Deep Blue" gegen den amtierenden Schachweltmeister Garry Kasparow in mehreren Partien. Erste Diskussionen über die angebliche Macht der Computersysteme waren die Folge. Computerexperten wiegelten ab. Der Rechenknecht habe mit Brute Force lediglich wahnsinnig schnell Schachstellungen durchgespielt. Das habe mit Intelligenz nichts zu tun.

Im Februar 2011 taten sich die Experten schon etwas schwerer, die Fähigkeiten eines Computers mit einem Achselzucken abzutun. Da hatte wieder ein IBM-Rechner, dieses Mal "Watson", gegen die prominentesten Gewinner der amerikanischen Quiz-Sendung "Jeopardy" gewonnen. Hier war schon nicht mehr so leicht zu erklären, warum ein Rechner das Prinzip der Sendung - auf natürlichsprachliche Antworten galt es die passenden Fragen zu finden - besser beherrschte als der menschliche Kandidat. Noch frappierender war bei diesem Experiment die Tatsache, dass Watson auch ironische Wendungen "verstand". Doch auch hier wiesen Forscher darauf hin, dass lediglich extrem schnell Abermillionen von Datensätzen durchsucht würden, um dann eine passende Antwort zu präsentieren.

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Mensch gegen Maschine

Aktuell sehen Skeptiker wieder ein Ereignis aufziehen, dass das Ende menschlicher Vormacht über den Computer kennzeichnen könnte. Google hatte 2014 das auf künstliche Intelligenz und selbstlernende Systeme spezialisierte britische Unternehmen DeepMind gekauft. Dessen Spezialisten entwickelten die Software "AlphaGo", die im Selbstlernmodus die Systematik und Logik von Spielen erkennt, um diese Erfahrungen dann im Wettbewerb gegen menschliche Spieler umzu-setzen.

Nachdem sich die Software bereits diverse Atari-Spiele selbst beigebracht hatte und erstaunliche Fertigkeiten bewies, kam es im Januar 2016 zum Duell mit dem französischen Meister im "Go"-Spielen, Fan Hui. Der Rechner gewann. Das aus China stammende, mehrere Tausend Jahre alte Spiel ist zwar von den Regeln her einfacher als Schach. Aber jeder Spieler hat pro Spielzug wesentlich mehr Optionen. Deshalb gilt Go als Gradmesser für künstliche Intelligenz (KI). Zwischen dem 8. und 15. März 2016 misst sich Googles Software nun mit der Nummer eins der Welt, dem Go-Dan Lee Sedol.

Bereits heute haben künstliche Intelligenz und selbstlernende Systeme dem Menschen in etlichen Fertigkeiten den Rang abgelaufen. Interessant dabei ist die Frage, welche Auswirkungen die sich ständig weiterent­wickelnden Computersysteme auf die Arbeitswelt und damit letztlich auf unsere Gesellschaften haben werden.