"Bewertungsfirmen" unter Druck

Amazon meldet Erfolge im Kampf gegen Fake-Bewertungen

08.05.2022
Nach langen juristischen Auseinandersetzungen meldet Amazon Erfolge bei der Abwehr gekaufter Bewertungen auf seinen Webseiten.
Nicht immer bewerten "echte" Menschen die von ihnen online erworbenen Produkte. Gegen Fake-Bewertungen von darauf spezialisierten Firmen geht Amazon vor.
Foto: Black Salmon - shutterstock.com

Drei international tätige "Bewertungsfirmen" haben demnach den Verkauf positiver Produktrezensionen und sonstiger Bewertungen auf Amazon eingestellt. Das berichtet der in der weltweiten Amazon-Kundenbetreuung für das Thema zuständige Manager Dharmesh Mehta in einem am Freitag veröffentlichten Blogpost.

Dabei geht es um drei Unternehmen: Fivestar Marketing, Matronex, und AppSally. Diese waren laut Amazon in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien aktiv.

In der Bundesrepublik bekannt ist vor allem Fivestar Marketing. Das Unternehmen war zeitweise im mittelamerikanischen Kleinstaat Belize ansässig und sitzt derzeit in Sofia. "Einziger deutscher Anbieter, der weltweit Bewertungen ausliefert", wirbt Fivestar Marketing auf seiner Webseite. "Top-Rezensionen, perfekt zugeschnitten auf Ihr Unternehmen."

Amazon ist nun nicht mehr dabei: "Bitte beachten Sie, dass Fivestar Marketing das Angebot für Bewertungen und Rezensionen auf der Plattform Amazon vollständig eingestellt hat", heißt es auf der Fivestar-Webseite.

Gegen Fivestar geklagt hatte auch der Burda-Verlag, der sich gegen gekaufte Bewertungen auf dem Urlaubsportal "Holidaycheck" wehrte.

Amazon hatte nach Angaben aus Unternehmenskreisen zuerst 2018 gegen Fivestar geklagt, zuletzt seien noch vier Verfahren anhängig gewesen.

Amazon-Manager Mehta schrieb in seinem Beitrag, dass der Konzern weltweit mehr als 10.000 Angestellte zur Betrugsabwehr einsetze, inklusive falscher Bewertungen. Das Unternehmen geht demnach nun in den USA und Deutschland juristisch gegen einen weiteren Anbieter gekaufter Bewertungen vor, das Hongkonger Unternehmen Extreme Rebate. (dpa/rw)