Context-Analyse im Juli 2019

Die Umsätze mit großformatigen Displays steigen

09.09.2019 von Ronald Wiltscheck
Im Juli 2019 stiegen die Umsätze mit großformatigen Displays überdurchschnittlich an, dieser Trend dürfte sich im Laufe des Jahres sogar noch verstärken.

In Westeuropa wurden im Juli 2019 fast 30 Prozent mehr touch-fähige interaktiven Displays abgesetzt als im Juli 2018, so das Ergebnis einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Context. Grund: das Interesse der Kunden an diesen zum Teil touch-fähigen interaktiven Monitoren stieg enorm an. Außerdem verstärkte die Einführung der neuen 4K-Modelle von Promethean, ViewSonic und Dell diese Nachfrage noch zusätzlich.

Anfang September 2019 wurde auf der IFA in Berlin der lang erwartete 50,5-Zoll-Microsoft Surface Hub 2S vorgestellt.
Foto: Microsoft

Anfang September 2019 wurde auf der IFA in Berlin der lang erwartete 50,5-Zoll-Microsoft Surface Hub 2S vorgestellt (ChannelPartner berichtete), damit dürfte sich der positive LFD-Trend vom Juli 2019 bis Jahresende fortsetzen. Allerdings wird sich gleichzeitig der Wettbewerb zwischen den LFD-Anbietern verstärken, da der Surface Hub trotz seiner vielen nützlichen Funktionalitäten einer der kleinsten und teuersten der neuesten Generation von LFDs ist, so die Analyse von Context. Denn es gibt auf diesem Markt durchaus auch interaktive 75 bis zu 86 Zoll große Bildschirme mit 4K-Auflösung.

Der Umsatz mit allen großformatigen Displays (Large Format Displays, LKF), also auch mit den nicht nicht-berührungssensitiven, passiven Monitoren, die etwa im Digital Signage-Bereich eingesetzt werden, stieg im Juli 2019 gegenüber Juli 2018 in Westeuropa um 19 Prozent an. Besonders stark nahm die Nachfrage nach 65-Zoll-Monitoren (plus 57 Prozent) und 75-Zoll-Bildschirmen (plus 43 Prozent) zu.

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Touchscreen-LFDs trugen mit 29 Prozent mehr an verkauften Geräten überdurchschnittlich zu diesem Wachstum bei. Diese interaktiven Monitore machen Stückzahl-mäßig mittlerweile über 18 Prozent des gesamten LFD-Volumen aus, und das sie teurer sind als die nicht-touch-fähigen Bildschirme, decken sie fast 30 Prozent des gesamten LFD-Umsatzes an. Doch auch diese interaktiven Bildschirme werden im Laufe der Zeit immer billiger. Trotz 29 Prozent mehr abgesetzter Geräte stieg der damit verknüpfte Umsatz nur um 16 Prozent an. Die sinkenden Preise feuern die Nachfrage nach hochauflösenden Bildschirmen zusätzlich an. Mittlerweile machen diese 4K/UHD-Monitore 77 Prozent der verkauften interaktiven LFDs aus.

Context-Senior-Analystin Dominika Koncewicz: "Es wird verstärkt in interaktive Klassenzimmerlösungen investiert."
Foto: Context

Context-Senior-Analystin Dominika Koncewicz macht die zunehmend kollaborative Arbeitsweise in den Unternehmen als Hauptgrund für die stark gestiegene Nachfrage nach interaktiven LFDs aus: "Kunden wollen die Produktivität und Agilität ihrer Mitarbeiter erhöhen". Auch im dritten Quartal 2019 rechnet die Analystin mit gutem LFD-Geschäft bei Resellern und Distributoren. Denn da fängt das neue Schuljahr an und es wird verstärkt in interaktive Klassenzimmerlösungen investiert.

"Die steigende Nachfrage nach interaktiven Display-Lösungen wird sich fortsetzen - insbesondere in den größten westeuropäischen Märkten wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich", fügte Dominika hinzu. In Deutschland dürfte der "DigitalPakt Schule" für zusätzlichen LFD-Projektschub bei Fachhändlern und Systemhäusern sorgen.

Absatz von interaktiven LFDs nach Stückzahlen im Vergleich von Juli 2018 zu Juli 2019

Land

Stückzahlen

Deutschland

36%

Österreich

62%

Schweiz

-25%

Großbritannien

19%

Irland

39%

Frankreich

86%

Italien

113%

Spanien

101%

Portugal

57%

Polen

211%

Niederlande

8%

Belgien

105%

Schweden

1.960%

Finnland

-29%

Dänemark

-75%

Norwegen

-43%

Absatz von interaktiven LFDs nach Stückzahlen im Vergleich von Juli 2018 zu Juli 2019
Quelle: Context, September 2019