Smart Speaker mit Display

Echo Spot mit Amazon Alexa und 2,5-Zoll-Display im Test

13.02.2018 von Hans-Christian Dirscherl
Echo Spot ist das neueste Mitglied der Amazon-Echo-Familie mit Alexa-Sprachsteuerung. Wir haben den pfiffig aussehenden Echo Spot mit 2,5-Zoll-Touchscreen getestet.
Echo Spot mit Amazon Alexa und 2,5-Zoll-Touchscreen im Test

Aussehen und Hardware

Echo Spot wirkt durchaus gefällig. Er ist 104 mm x 97 mm x 91 mm (B x T x H) groß und wiegt laut Amazon 420 Gramm. Echo Spot ist sozusagen die Miniaturausgabe von Echo Show. Echo Spot besitzt also einen farbigen Touchscreen, der aber nur eine Bildschirmdiagonale von 2,5 Zoll (64 Millimeter) besitzt – bei Echo Show ist der Bildschirm 7 Zoll groß. Im Unterschied zum größeren Echo Show ist der Echo Spot zudem halbrund, er erinnert an einen Wecker für den Schlafzimmer-Nachttisch oder an eine Uhr für die Küche: Falls Sie sich zwischendurch tatsächlich einfach nur die Uhrzeit anzeigen lassen wollen, können Sie dafür ein beliebiges Foto als Hintergrund wählen und zwischen unterschiedlichen Ziffernblättern wählen. Außerdem sind vier Mikrofone und ein 2-Watt-Lautsprecher verbaut.

Uhrzeitanzeige

Der Echo Spot besteht aus Kunststoff. An der Oberseite des Gehäuses befinden sich die mechanischen Schalter für das Ausschalten von Mikrofon und Kamera sowie für das Lauter- und Leiserstellen des Tons. Die Soundqualität ist okay für ein derart kleines Gerät. Audio-Liebhaber schließen aber ohnehin zusätzliche Boxen an. Dafür ist ein 3,5-mm-Klinkenanschluss an der Rückseite neben dem Stromanschluss vorhanden. Alternativ können Sie externe Geräte auch via Bluetooth verbinden.

Anders als bei Echo Plus hat Amazon aber keine Zigbee-Bridge in Echo Spot integriert. Sie können also zum Beispiel keine Hue-Leuchten direkt an Echo Spot anschließen, sondern benötigen dafür zusätzlich die Hue-Bridge.

Einstellungen

Inbetriebnahme

Die Einrichtung geht ruckzuck über die Bühne, Echo Spot führt den Benutzer dabei vollständig durch den Installationsprozess. Sie müssen lediglich ein WLAN-Passwort (WLAN-n mit 2,4 und 5 GHz wird unterstützt) und Ihr Amazon-Konto eingeben – ohne Amazon-Konto können Sie Echo Spot (wie auch alle anderen Echos) nicht in Betrieb nehmen.

Danach sollten Sie den Standort von Echo eingeben und gegebenenfalls Spracheinkauf deaktivieren, falls Sie nicht direkt per Sprachbefehl einkaufen wollen. Der exakte Standort ist zum Beispiel nötig, damit Alexa den richtigen Wetterbericht anzeigt und die Verkehrslage korrekt schildert. Ein eigenes Hintergrundbild ist ebenfalls schnell eingerichtet, indem Sie ein Bild von Ihrem Smartphone auswählen.

Mikrofon und Kamera gesperrt

Falls Sie Echo Spot für Telefonate mit Ihren Kontakten nutzen oder mit diesen Nachrichten austauschen wollen, müssen Sie diese Funktion in der Alexa-App erst freigeben und zudem Ihre Kontakte (für die eine Telefonnummer hinterlegt sein muss) auf dem Smartphone für die Alexa-App freigeben. Die Alexa-App zeigt Ihnen dann an, mit welchen Ihrer Kontakte ein Chat über Alexa/Echo möglich ist.

Falls Sie die Drop-in-Funktion nutzen wollen, müssen Sie das bei jedem für den Alexa-Chat zur Verfügung stehenden Kontakt explizit machen.

Bedienung

Wie alle Echos bedienen Sie Echo Spot über Sprachbefehle an Alexa. Doch zusätzlich können Sie über den Touchscreen wischen und drücken und von dort auch Informationen empfangen. Wenn Sie von ganz oben nach unten wischen, blenden Sie zudem das Einstellungsmenü ein. Hier regulieren Sie auch die Display-Helligkeit. Mikrofon und Kamera können per Tastendruck abgeschaltet werden. Den Funktionsumfang von Echo Spot beziehungsweise Alexa können Sie wie gehabt über Skills erweitern.

Rückseite

Der Befehl „Alexa, dunkle das Display ab“ schaltet das Display ab, wenn Sie schlafen wollen. Ein kurzer Touch genügt, um den Touchscreen wieder zu beleuchten. Sie müssen das Display aber nicht immer eigens per Sprachbefehl abdunkeln, sondern können in den Einstellungen auch einen Zeitraum angeben, zu dem es automatisch abgedunkelt wird.

Wetterlage

Startbildschirme

Sie können den Startbildschirm so konfigurieren, dass er die Uhrzeit und das Datum auf dem ersten Screen anzeigt. Einen Wisch weiter gibt es dann den Wetterbericht für Ihren Standort. Auf dem nächsten der vier Startbildschirme macht Alexa Vorschläge für Befehle. Und zu guter Letzt blendet Alexa Nachrichten ein.

Funktionen

Video-Chat und Sprach-Chat

Sowohl Sprach-Chat als auch Video-Chat funktionierten mit unserer Gegenstelle – ein Kollege mit Echo Dot (in diesem Fall natürlich ohne Bild-Übertragung) und Alexa-App auf einem iPhone – auf Anhieb. Sprach- und Bildqualität waren in Ordnung. Diese Video-Telefonie ist die Besonderheit von Echo Show und Echo Spot. Alle anderen Funktionen bieten auch Echo Dot und Echo (Plus).
Die Video-Telefonie funktioniert zwischen Echo-Geräten mit Bildschirm (Show und Spot) und der Alexa-App auf Smartphones und Tablets sowie künftig wohl auch auf Windows-10-Rechnern mit Webcam.

Unser Kollege im Video-Chat.

Beim Video-Chat haben Sie die Wahl zwischen konventionellem Video-Chat und der Drop-in-Funktion. Letztere müssen Sie explizit für den gewünschten Kontakt freigeben. Danach können Sie den für Drop-in festgelegten Kontakt direkt anrufen, ohne dass dieser den Anruf extra entgegennehmen muss. Der Angerufene bemerkt aber, dass er angerufen wird.

Die Drop-In-Telefonie muss man eigens freigeben.

Damit Ihr Gegenüber nicht in einer peinlichen Situation überrascht wird, wird das Kamerabild für die ersten Sekunden des gestarteten Video-Chats total verschwommen wie durch Milchglas aufgenommen übertragen. Diese Milchglas-Darstellung weicht automatisch nach Ablauf von einigen Sekunden einem klaren Bild.

Wir im Video-Chat.

Musik und Hörbücher

Sie können Echo Spot Lieder abspielen und Hörbücher vorlesen lassen. Allerdings stehen Ihnen dafür als Quelle neben Amazon Music und Amazon Music Unlimited nur noch Spotify, Audible und Tune-in sowie einige weitere Webradios zur Verfügung. Lieder und Hörbücher von Apple Music oder Google Play Music oder auch Deezer können Sie über Echo dagegen nicht abspielen.

Einkaufen

Wie mit allen anderen Echos können Sie auch über Echo Spot auf Amazon.de einkaufen. Dabei ist zu beachten, dass jede Person etwas in Ihren Warenkorb legen kann, auch wenn Sie Spracheinkauf in der App abgeschaltet haben. Dieses Problem erklären wir hier ausführlich.

Verkehrslage und Wissensfragen

Die Verkehrslage nennt Alexa zuverlässig in Bezug auf die gespeicherte Heimatadresse. Fragt man Alexa allerdings nach einer frei definierten Route, dann kommt Alexa ins Trudeln: „Alexa, wie lange brauche ich mit dem Auto von München nach Hamburg?“, liefert als Antwort: „Entschuldigung, aber ich bin mir nicht sicher. Derzeit kann ich Telefonummern, Uhrzeiten und Adressen suchen.“ Das kann Google Home besser. „Wie ist die Verkehrslage zwischen München und Hamburg?“ liefert dagegen ein brauchbares Ergebnis.

Auch bei einigen anderen Fragen zeigt Alexa Schwächen. So war Alexa zum Beispiel nicht in der Lage, uns den aktuellen Bitcoin-Kurs zu nennen – Siri und Google Assistant hatten damit keine Probleme. Bei Wissensfragen schwankte die Qualität: Unsere Frage nach dem Datum der Schlacht von Issos ließ Alexa ratlos zurück, zum Dreißigjährigen Krieg dagegen hielt uns Alexa gleich einen längeren Vortrag.

Von oben

Kombination aus Bild und Wort

Der besondere Reiz von Echo Spot ist die Kombination aus Touchscreen und gesprochenem Wort. So liest Ihnen Alexa den Wetterbericht nicht nur vor, sondern zeigt ihn auch an.

Bei Liedern spielt es diese nicht nur vor, sondern zeigt auch deren Texte an. Damit können Sie beispielsweise Ihre Englischkenntnisse nebenbei erweitern, wenn Sie die Lyrics zu englischsprachigen Songs mitlesen. Und bei Kochrezepten ist es ohnehin einfacher, wenn man das Rezept nicht nur vorgelesen bekommt, sondern die Zutaten auch in Ruhe lesen kann. Gerade bei Wissensfragen blendet Echo Spot als Ergänzung zur vorgetragenen Antwort auch noch ein passendes Bild ein. Wobei unser Echo Spot mit Ä, Ü, Ö etc. ein Darstellungsproblem hat: Deutsche Umlaute stellt das Display falsch da.

Darstellungsproblem

Wetterbericht, To-do-Listen und Timer

Ebenso liefert Echo Spot die Wettervorhersage und zeigt To-do- und Einkaufslisten an und liest diese auch vor. Sie können sich außerdem von Echo Spot wecken lassen und Timer setzen - sogar mehrere gleichzeitig laufende Timer mit unterschiedlicher Länge sind möglich. Geben Sie dafür jedem Timer einen eigenen Namen, um die Timer unterscheiden zu können. Natürlich weckt Sie Echo Spot morgens auch. Ein Wecker ist integriert.

Nachrichtenzusammenfassung

Filme

Falls Sie Nachrichten in geballter Dosis haben wollen, lassen Sie sich von der Tagesschau den Nachrichtenüberblick vorlesen. Den angezeigten Bildausschnitt können Sie mit „Alexa, vergrößern“ beziehungsweise „Alexa, verkleinern“ ändern. Das ist beispielsweise dann von Vorteil, wenn für Sie wichtige Teile des Bildes in der größeren Ausgabe abgeschnitten werden. Filme von Amazon Prime lassen sich ebenfalls auf Echo Spot darstellen – ob das auf dem kleinen Display besonders viel Spaß macht, sei einmal dahingestellt.

Alexa kann Stimmen nicht unterscheiden

Was Echo Spot genauso wenig wie die anderen Echos kann: Stimmen unterscheiden. Jeder im Raum kann also Befehle an Alexa schicken, sofern Sie das Mikrofon von Echo Spot nicht abschalten. So lange das Mikrofon eingeschaltet ist, kann Ihnen also jeder etwas in Ihren Amazon-Einkaufswagen legen. Deshalb sollten Sie von Zeit zu Zeit in der Alexa-App unter „Einstellungen, Allgemein, Verlauf“ prüfen, welche Sprachbefehle an Alexa geschickt wurden. Zudem sollten Sie bei Ihrem nächsten Einkauf auf Amazon immer prüfen, was alles in Ihrem Einkaufswagen liegt. Nicht dass Sie versehentlich einen Spaßeinkauf Ihrer Kinder bestätigen.

Seitenansicht

Farben, Preis und Fazit

Amazon liefert Echo Spot seit dem 24.1.2018 aus. Sie können Echo Spot mit weißem oder schwarzem Gehäuse hier für 129,99 Euro kaufen. Wer zwei Echo Spot auf einmal kauft, bekommt 40 Euro Preisnachlass.

Echo Spot ist eine sinnvolle Erweiterung der Echo-Familie. Wer grundsätzlich die Kommunikation über Alexa mag und kein Problem damit hat, dass Alexa in Ihrer Wohnung mithört und im Falle von Echo Spot Sie sogar beobachtet, dürfte Gefallen an dem Gadget finden. Insbesondere für schnelle Video-Telefonate mit Freunden und Verwandten, die ebenfalls Alexa nutzen, eignet sich der Spot gut. Der kleine Bildschirm ergänzt die Sprachausgabe sinnvoll und bietet einen echten Mehrwert. Optisch fügt er sich problemlos in die Wohnung ein.

Wer dagegen großen Wert auf Privatsphäre und Datenschutz legt, sollte grundsätzlich auf alle diese smarten Assistenten wie Echo,Google Home oder den kommenden Apple Homepod verzichten. Denken Sie aber daran, dass auch Ihr Android-Smartphone mit Google Assistant und Ihr iPhone mit Siri mitlauschen kann. Und dann gibt es ja auch noch Cortana auf Windows-Rechnern und Bixby auf Samsung-Geräten. (PC-Welt)