Abhängigkeit reduzieren

Lenovo geht in die Breite

21.01.2009
Um nicht nur von einem Produktsegment abhängig zu sein, setzt Lenovo den Ausbau des Produktportfolios fort. Ein weiteres Standbein sollen die Produkte für private Endkunden sein.
Lenovo Deutschland-Chef Marc Fischer rechnet mit einer gebremsten Umsatzentwicklung

Um nicht nur von einem Produktsegment abhängig zu sein, setzt Lenovo den Ausbau des Produktportfolios fort. Am Rande der Lenovo-Händlerveranstaltung "Business Partner Kick Off 2009" in Sonthofen räumte Geschäftsführer Marc Fischer ein, man sei nicht "marktsynchron" aufgestellt gewesen. "Wir wollen die Abhängigkeit von einem Produktsegment reduzieren", betont der Lenovo-Chef und meint damit hauptsächlich Notebooks für Business-Anwendungen. Man habe aber im vergangenen Jahr die Produktpalette erweitert und ernte nun erste Früchte.

Unter anderem hatte das Unternehmen mit der "Idea"-Reihe für das Consumer-Segment ins Leben gerufen. "Leider kamen die Geräte für das Weihnachtsgeschäft eigentlich zu spät, aber wir konnten trotzdem im Dezember noch viel bewegen", berichtet Fischer. Ajoy Philip, Director Server EMEA, zog eine positive Bilanz des auch erst kürzlich gestarteten Server-Geschäfts: "Derzeit verkaufen wir in Deutschland rund 150 Server pro Woche", erklärt Philip. Bis zum Ende des vergangenen Jahres hätten etwa 150 Reseller die Produkte vertrieben.

Lenovo leidet allerdings als chinesischer Platzhirsch besonders unter der schlechten Marktentwicklung im Mutterland. Erst kürzlich wurde angekündigt, weltweit 2.500 Stellen zu streichen. Auch Deutschland wird nicht ungeschoren wegkommen, das weiß auch Marc Fischer. "Wir werden Vertriebs- und Management-Strukturen überprüfen und vereinfachen", kündigt er an. Bis zum Beginn des neuen Geschäftsjahres am ersten April soll die neue Struktur dann stehen. Fischer rechnet durch die "starke Erosion der Durchschnittpreise" zwar mit einem Stückzahlenwachstum, aber mit einer gebremsten Umsatzentwicklung. Trotzdem gibt sich der Deutschland-Chef optimistisch: "Lassen Sie uns die Krise nicht größer machen als sie ist", lautet sein Appell an die Partner.

Lenovo will sich aber nicht nur auf Produktseite breiter aufstellen. Programme wie "Lenovo Campus" für Schüler und Studenten sollen intensiviert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Behördengeschäft: "Wir wollen FSC als bevorzugten Hersteller im Bereich öffentliche Verwaltung ablösen", ist das ambitionierte Ziel von Vertriebsleiter Public, Martin Wild. Man scheint sich bei Lenovo auf die Taktik verständigt zu haben, nach dem angekündigten Ausstieg von Siemens aus dem Joint Venture mit Fujitsu möglichst viele Kunden abzujagen. Das Unternehmen wurde auch als potenzieller Kandidat für eine FSC-Übernahme gehandelt. "Im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Situation war es aber eine weise Entscheidung, von einer Übernahme abzusehen", meint Lenovo-Chef Fischer gegenüber ChannelPartner.

Die besten Bilder vom Lenovo Business Partner Kick Off finden Sie in unserer Bildergalerie.(awe)