Deutschland schwächelt

US-Markt für Projektoren profitiert von Schul-Konjunkturspritze

31.08.2009
Während die Projektorenverkäufe in Deutschland, Osteuropa, Afrika und Nahost enttäuschten, wurden in Nordamerika im zweiten Quartal 2009 rund 12,4 Prozent mehr Geräte abgesetzt als im ersten Quartal.

Während die Projektorenverkäufe in Deutschland, Osteuropa, Afrika und Nahost enttäuschten, wurden in Nordamerika im zweiten Quartal 2009 mit 440.322 Stück 12,4 Prozent mehr Geräte abgesetzt als im ersten Quartal. Der Projektorenweltmarkt ist dagegen in dem Zeitraum um 0,4 Prozent geschrumpft, zeigen Zahlen von Industriebeobachter iSuppli.

Anders als in Deutschland zeigt das für Bildung fließende Konjunkturpaket der USA offenbar schon Wirkung. Seit Juli 2009 stellt der Title-IID-Fonds (Enhancing Education Through Technology, zu Deutsch: "Bildung durch Technologie vorantreiben") des American Recovery und Reinvestment Act (ARRA) Mittel in einer Gesamthöhe von 650 Millionen Dollar für die Anschaffung oder den Austausch von Technologie zur Verbesserung der Lehrmethoden an Grund- und Mittelschulen (K-12 classrooms genannt) bereit. Auch Universitäten profitieren von dem Programm.

Die organge Farbe soll Projektoren und PCs an Schulen relativ diebstahlssicher machen.

Ein ähnliches Programm gibt es in Großbritannien schon seit Jahren: BECTA (British Educational Communications and Technolgy Agency) hat dort maßgeblich zu der großen Verbreitung von Projektoren und PCs beigetragen.

Deutsche Vertreter von Beamer-Hersteller blicken oft mit Wehmut über den Ärmelkanal und bedauern, dass die Bundesrepublik dahingehend noch hinterherhinkt. Manche von ihnen hoffen, dass die den Schulen und Universitäten zugute kommenden Konjunkturpakete auch hierzulande schnell Wirkung zeigen, andere befürchten, dass damit erstmal die schlimmsten Löcher gestopft werden, bevor die Lehranstalten an die Anschaffung moderner Kommunikationsmittel nachdenken.

Rund 38 Prozent aller in den USA verkauften Projektoren fließen schon in den Bildungssektor, laut iSuppli ein starker Kontrast zu anderen Regionen.

Der Projektorenmarkt in EMEA (Europa, Nahost und Afrika) ist im zweiten Quartal auch saisonal bedingt um 19 Prozent eingebrochen.

Für das dritte Quartal 2009 wird erwartet, dass auch europäische Konjunkturpakete langsam greifen und die Bildungsausgaben in die Höhe gehen werden. Der Weltmarkt soll daher in den drei Monaten wird auf Wachstumskurs gehen.

Mehr zu diesem Thema:

Für den Projektorenmarkt in Nordamerika rechnet iSuppli im dritten Quartal mit einem Absatzplus von 18,2 Prozent auf 520.578 Stück, der Weltmarkt soll in den drei Monaten gegenüber Q2/09 um 15,4 Prozent auf 1,3 Millionen Stück wachsen. (kh)