Milliardenmarkt

WebTV macht E-Commerce Dampf

15.07.2011 von Armin Weiler
Mit dem Einzug des Internets auf die Fernsehgeräte der Konsumenten kann auch der Einkauf mit der Fernbedienung so richtig loslegen. Der TV-Commerce entwickelt sich schon innerhalb weniger Jahre zu einem Milliardenmarkt. Der Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) zufolge ist der Durchbruch des Interaktiv-Fernsehens bisher zwar ausgeblieben. Internetfähige Geräte können daran jedoch einiges ändern. Online-Shops und Fernsehsender werden dann am stärksten von dem Boom profitieren.
Mit dem Einzug der Internet-fähigen Fernsehgeräte kann der Konsumenten auch dort gleich online einkaufen

Mit dem Einzug des Internets auf die Fernsehgeräte der Konsumenten kann auch der Einkauf mit der Fernbedienung so richtig loslegen. Der TV-Commerce entwickelt sich schon innerhalb weniger Jahre zu einem Milliardenmarkt. Der Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) zufolge ist der Durchbruch des Interaktiv-Fernsehens bisher zwar ausgeblieben. Internetfähige Geräte können daran jedoch einiges ändern. Online-Shops und Fernsehsender werden dann am stärksten von dem Boom profitieren.

Die größte Hürde für den TV-Commerce bildet aktuell die noch geringe Verbreitung Web-fähiger Geräte in den Wohnzimmern der Verbraucher. Angesichts der stark steigenden Nachfrage dürfte die Voraussetzung für den Milliardenmarkt allerdings bald erfüllt sein. Ist dies der Fall, steckt bis 2016 ein Potenzial von bis zu 1,83 Milliarden Euro Umsatz in dem Segment. Nach Empfehlung der Experten, sollten sich Marktteilnehmer jetzt positionieren.

Erfolgsfaktor Benutzer-Freundlichkeit

Neben der Endgeräteverbreitung spielt allerdings auch die geänderte Nutzungssituation eine Rolle für den Erfolg im TV-Commerce. Diese unterscheidet sich von jener im klassischen Online-Handel deutlich. Über Marktstandards, Usability-Fragen und die Verknüpfung des Angebots mit dem Programm besteht derzeit noch kaum Einigkeit. Die Anpassung auf den TV-Bildschirm mit wenig Schrift, einfacher Navigation und der Unterstützung durch Video und Ton sowie "Easy-Check-Out" ohne Eingabe der Nutzerdaten sind nach Ansicht der Berater aber mehr Pflicht als Kür.

Für einen Auftritt auf hybriden Fernsehgeräten stehen den Web-Shops verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Der Internetbrowser ist dafür allerdings eher ungeeignet. Vielmehr bieten sich Apps auf Portalen der Hersteller oder in Kooperation mit den Fernsehsendern an. Erstere verursachen laut MS&C schnell Anpassungskosten. Die Partnerschaft mit TV-Stationen nagt wiederum an den Umsätzen. Eine "Red Button"-Lösung in Verbindung mit den Sendern führt erwartungsgemäß jedoch zu Impulskäufen. Die Schaltfläche öffnet die Shopping-App, um zur laufenden Sendung passende Artikel kaufen zu können. Dabei kann der TV-Commerce "seine Stärken voll entfalten". (pte/rw)