Big Data

7 Gründe für neue Speicher-Technologien

12.06.2012
"Das Datenvolumen der Zukunft lässt sich nicht mit Technologien von gestern bewältigen", sagt André Braun, Germany Sales Director Storage bei Dell, und nennt dafür 7 Gründe.
André Braun, Germany Sales Director Storage bei Dell
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Etwa alle zwei Jahre verdoppelt sich das weltweite Datenvolumen, und ein Ende dieser Datenflut ist nicht absehbar: Audio-Files, hochauflösende Bilder und Video-Daten, bildgebende Verfahren in der Medizin oder neue Technologien wie RFID in der Industrie sorgen dafür, dass Anwender immer größere Datenmengen speichern müssen.
Dabei wird es immer komplexer und aufwändiger, die Daten noch effizient zu verwalten und benötigte Daten schließlich auch rasch wieder verfügbar zu machen. Bisher versuchen die meisten Unternehmen, die Datenflut mit traditionellen Speicher-Technologien zu bewältigen

"Das Datenvolumen der Zukunft lässt sich nicht mit Technologien von gestern bewältigen", sagt André Braun, Germany Sales Director Storage bei Dell, und nennt 7 Gründe, weshalb die neuen Herausforderungen für Speichersysteme nicht mit herkömmlichen, monolithischen Storage-Lösungen zu bewältigen sind:

1. Herkömmliche Speichersysteme sind nicht flexibel skalierbar und müssen bei wachsenden Datenmengen durch neue Systeme ersetzt werden (Forklift Upgrade), was hohe Kosten und aufwändige Migrationsprozesse bedingt.

Moderne Storage-Lösungen lassen sich entsprechend des Bedarfs flexibel aufrüsten. Dabei ist nicht nur eine Erweiterung der Kapazitäten, sondern auch ein Wechsel von Storage-Technologien möglich.

2. Herkömmliche Speichersysteme behandeln alle Daten gleich

Moderne Lösungen können Daten entsprechend unterschiedlicher Relevanz automatisch auf schnelle und teure beziehungsweise auf preiswertere langsamere Speichermedien verteilen (Storage-Tiering). Sie reduzieren damit die Kosten und sorgen dafür, dass wichtige Daten sofort verfügbar sind.

3. Herkömmliche Speichersysteme unterstützen keine automatische Deduplizierung

Moderne Storage-Lösungen eliminieren redundante Daten "on the fly", also schon vor der Ablage auf einem Speichermedium. Der Speicherbedarf lässt sich durch eine derartige automatisierte Konsolidierung um bis zu ein Drittel reduzieren.

Möglichkeiten Storage-Kosten zu sparen
Tiering und SSD
Storage Tiering mit mindestens drei Storage-Tiers kann die Speicherkosten erheblich senken.
Faustregel: Preisdifferenz zwischen den Tiers liegt bei 2:1. Durch den Einsatz von Flash oder Solid State Drivers (SSDs) kann dies zudem weiter erhöht werden.
Thin Provisioning
Thin Provisioning über gemeinsam genutzte Speicher-Pools ermöglicht das schrittweise Aufstocken von Speicherkapazitäten durch die Zuweisung von Datenblöcken nach Bedarf (on Demand). Dadurch wird kaum mehr Speicherplatz ungenutzt gelassen, was bei herkömmlichen Methoden der Speicherzuweisung oft der Fall ist.
Tape
Veraltete Daten müssen nicht mehr so oft abgefragt werden und können deswegen auf Speicherbändern (Tapes) abgelegt werden. Dabei betragen die damit verbundenen Kosten weniger als ein Zehntel der Kosten für die Plattenspeicherung (ca. 0,02 USD/GB) und verbrauchen zudem nicht einmal ein Hundertstel an Energiekosten für Stromversorgung und Kühlung
Snapshots
Mit Hilfe von Snapshot-Kopien für die Datensicherung, den Datenschutz und das Testen lässt sich der Bedarf an Speicherkapazität insgesamt um bis zu 80 Prozent reduzieren. Das kann insbesondere beim Testen mit Live-Daten sehr nützlich sein, da nicht mehrere Datenbanken in Produktivgröße für Testzwecke erstellt werden müssen.
Neue Storage Management Lösungen
Mit zunehmender Speicherkapazität steigt proportional auch die Zahl der Administratoren an. Die neueren Speicherplattformen bieten automatische Management-Fähigkeiten, wodurch dieses Verhältnis verbessert werden kann.
Mainframe als Datenbank-Server
Mainframe-Server setzen auf einer gemeinsam genutzten (Shared) Storage-Architektur auf. Damit muss von jeder Datenbank nur eine einzige Kopie vorgehalten werden, was den Kapazitätsbedarfs insgesamt um bis zu 80 Prozent senken kann.
Leasing/Kürzere Refresh-Zyklen
In den letzten fünf Jahren hat sich die Dichte um das Zweieinhalbfache verbessert, und der Strombedarf konnte um über 90 Prozent gesenkt werden. Kürzere Refresh-Zyklen bergen deshalb in vieler Hinsicht Kostensenkungspotenziale.
Golden Records
Vermeiden Sie bei Computing-Umgebungen, bei dem eine Shared-Nothing Storage-Architektur zum Einsatz kommt, zu viele Datenbank-Kopien.
Deduplizierung
Durch Deduplizierung lassen sich redundante Daten vermeiden; und bei entsprechender Nutzung in Bereichen, wo Deduplizierung erfolgversprechend angewandt werden kann, lassen sich Einsparungen im Verhältnis bis zu 22:1 erzielen. Hierfür gibt es vier verschiedene Methoden: Inline, Post-Process, Quell- und Ziel-Deduplizierung.
Clouds und Pools
Mit Hilfe von Cloud Storage kann der vor Ort erforderliche Speicherbedarf reduziert werden. Insbesondere sinnvoll ist das für Entwicklungs- und Test-Systeme sowie für Backups. Beim Einsatz von Storage-Pools kann Speicherkapazität zudem von mehreren Anwendungen gemeinsam genutzt werden.
Kompression
Daten und Aufzeichnungen, die aufgrund von gesetzlichen Vorschriften aufbewahrt werden müssen, sollten ausschließlich mit Hilfe von verlustfreien Techniken komprimiert werden; dazu zählen unter anderem ZIP-Dateien ebenso wie PNG und GIF Images.
Besseres Content Management
Vorhandener Speicherplatz muss besser genutzt bzw. verwaltet werden. Dadurch kann vermieden werden, dass verwaister oder überbeanspruchter Speicherplatz entsteht.

4. Herkömmliche Speichersysteme benötigen bei einer Systemerweiterung auch neue Lizenzen

Anbieter moderner Storage-Lösungen bieten ein "Perpetual Licencing"-Modell, bei dem Lizenzen ihre Gültigkeit behalten, ganz gleich, wie sich das System in Zukunft auch hinsichtlich Kapazität oder technischer Konfiguration verändert.

5. Herkömmliche Speichersysteme arbeiten nicht virtualisiert. Sie sprechen tatsächlich verfügbare Laufwerke an und weisen ihnen Speicherplatz zu

Moderne Storage-Lösungen machen sich von physischen Systemen unabhängig. Sie fassen die Kapazitäten in einem Pool zusammen und verteilen Daten über einen virtuellen Speicherraum, der auch die Cloud umfassen kann. Auf diese Weise lassen sich ungenutzte Kapazitäten vermeiden und das Storage-Management effizienter gestalten.

6. Herkömmliche Speichersysteme unterstützen kein Thin Provisioning

Das heißt sie weisen angeforderte Kapazitäten fest zu und verbrauchen damit unnötig viel Speicherplatz.
Moderne Storage-Lösungen allokieren den Speicherplatz nicht auf Vorrat, sondern erst dann, wenn ein tatsächlicher Bedarf vorliegt.

7. Herkömmliche Speichersysteme verfügen über keine integrierte Langzeitarchivierung der Daten

Moderne Storage-Lösungen setzen vom jeweiligen File-System unabhängige Speichermethoden ein, die die Daten auch über Technologiewechsel hinweg zugänglich halten, und das auch für die nächsten zwanzig oder dreißig Jahre.

Fazit

"Es reicht heute nicht mehr, einfach auf fallende Preise für Speicher-Hardware zu setzen", zieht Braun Bilanz. "Um Daten effizient zu verwalten, sind Technologien nötig, die explizit in Hinblick auf das kommende Datenwachstum konzipiert wurden: flexible, modular aufgebaute Systeme, die intelligentes Storage Resource Management und durchgängiges Daten-Lifecycle-Management unterstützen. Mit den Storage-Systemen von gestern wird man die Datenmengen von morgen sicher nicht bewältigen können."

(rb)