Neuer Onlineshop und Umsatzzuwächse

Expert ist weiter auf Angriffskurs

08.09.2014 von Matthias Hell
Bei der IFA-Pressekonferenz von Expert stand das Thema E-Commerce ganz im Mittelpunkt – Mitte Oktober startet der neue Onlineshop der Verbundgruppe. Unterdessen verzeichnet Expert weiterhin kräftige Umsatzzuwächse.

"Expert sell like hell", brachte Expert-Vorstand Volker Müller auf der IFA in limitiertem - aber umso aussagekräftigerem - Englisch die aktuelle Entwicklung bei der Verbundgruppe auf den Punkt: Nach einem Umsatzwachstum von 1,5 Prozent im Geschäftsjahr 2013/14 verzeichnete Expert in den Monaten April bis Juli Zuwächse in Höhe von ganzen 15,5 Prozent. Zwar räumte Müller ein, dass ein nicht unerheblicher Teil der Umsatzsteigerung auf die hohe Zahl an Neueröffnungen und Übernahmen von ehemaligen ProMarkt-Standorten im vergangenen Jahr zurückgehe. Doch auch organisch wachse die Verbundgruppe ordentlich: Auf 3,2 Prozent bezifferte der Expert-Chef das Wachstum auf vergleichbarer Fläche.

Expert-Vorstandschef Volker Müller: "Expert sell like hell"
Foto: Expert

Auch im laufenden Jahr will Expert seine Expansionsstrategie weiterführen. Bis zum Jahresende sollen rund 35 zusätzliche Fachmärkte eröffnet werden. Die Zahl der von der Expert-Zentrale direkt geführten Regiebetriebe liegt inzwischen bei 30. Während einige Händler die immer aktivere Rolle der Zentrale der Verbundgruppe mit Skepsis betrachten, will Expert-Chef Volker Müller diese Entwicklung als Vorteil verstanden wissen: "Wir können so aus erster Hand fühlen, wie schwer das Retail-Geschäft ist."

Händler sind ins Online-Geschäft eingebunden

Neben den Informationen zur aktuellen Geschäftsentwicklung stand bei der IFA-Pressekonferenz von Expert für einmal das Thema E-Commerce im Vordergrund. Bisher hatte das Führungsteam um Volker Müller die anhaltend große Bedeutung des stationären Geschäfts betont und sich mit Hinweis auf den noch im Rahmen der früheren Versandhandelsumsätze liegenden Online-Anteil der Branche um eine dezidierte E-Commerce-Strategie herumgedrückt. Doch damit hat es nun ein Ende: Mitte Oktober launcht Expert seinen Onlinestore neu und präsentiert dann eine vollumfängliche Shop-Lösung. Bisher hatte die Verbundgruppe jeweils nur eine Handvoll "Jubel-Angebote" online angeboten.

Expert-Chef Müller skizzierte nun die Eckpunkte des neuen Onlineshops: Kunden werden dabei automatisch dem nächstgelegenen Expert-Händler zugewiesen und erhalten ausschließlich dessen Preise angezeigt. Auch die Verfügbarkeit der Produkte in der jeweiligen Filiale ist über das Netz einsehbar. Was den Expert-Shop von klassischen Onlinestores unterscheidet, ist, dass die Verbundgruppe auf einen "Kauf"-Button verzichtet. Stattdessen können die Kunden entscheiden, ob sie einen gewünschten Artikel zur stationären Abholung reservieren oder eine Bestellanfrage starten wollen. Der jeweilige Expert-Händler reagiert dann zeitnah auf die Anfrage und liefert das bestellte Produkt persönlich zum Wunschtermin an den Kunden.

"Die Entwicklung unserer Online-Strategie hat einige Zeit in Anspruch genommen, da es nicht einfach war, die stationären Stores und das Netz miteinander zu verbinden", erklärte Müller. Mit der nun gewählten Shop-Lösung will Expert sicherstellen, dass die Partner vor Ort immer in das Online-Geschäft miteingebunden bleiben. Anders als bisher setzt die Verbundgruppe künftig zudem auf ein möglichst großes Angebot im Netz. Zum Start soll der Onlineshop mit 12.000 Artikeln befüllt sein, mittelfristig ist eine Ausweitung auf bis zu 200.000 Artikel geplant.

Dieter Mathys, Geschäftsführer von Expert International: ""Angesichts der Marktzahlen ist klar, dass wir in das Online-Geschäft rein müssen."

"Deutsche Shop-Lösung ist sehr fortschrittlich"

Die Bedeutung des Thema E-Commerce unterstrich an der IFA-Pressekonferenz auch Dieter Mathys, Geschäftsführer von Expert International. "Angesichts der Marktzahlen ist klar, dass wir in das Online-Geschäft rein müssen", erklärte der Schweizer im Gespräch mit ChannelPartner. "Gleichzeitig ist der E-Commerce eine riesige Herausforderung, die bisher noch niemand richtig gelöst hat." Online-Primus Amazon verzeichne zwar ständige Umsatzsteigerungen, schreibe aber rote Zahlen. Und auch Retail-Marktführer Media-Saturn verdiene online kein Geld. "Unsere Strategie ist es dagegen, beim Thema E-Commerce wohlbedacht, Schritt für Schritt und vor allem profitorientiert voranzugehen", so Mathys.

Wie der Chef von Expert International berichtet, gebe es bei der Verbundgruppe zwar keine länderübergreifende Online-Strategie, wohl aber einen intensiven Erfahrungsaustausch. Das von der deutschen Landesgesellschaft auf den Weg gebrachte E-Commerce-Konzept stuft Mathys als einen der fortgeschrittensten Ansätze innerhalb der Verbundgruppe ein. Zwar sei Expert in Ländern wie Belgien oder Ungarn mit dem Online-Direktverkauf mutiger, doch überzeuge die deutsche Shop-Lösung mit der Breite des Angebots und der Funktionalität. Wie im stationären Geschäft gebe es auch im Online-Bereich verschiedene landesspezifische Wege. Dabei werde sich noch zeigen, welche Lösung sich durchsetze – schließlich stehe man noch ganz am Anfang: "Das Online-Geschäft ist nämlich keine Evolution, sondern eine Revolution", so Mathys.

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